Beiträge vom März, 2009

Bonmot – die alten Leute

Montag, 30. März 2009 12:25

Gerade habe ich eine Testversion von PhraseExpress auf meinem PC installiert, ein Programm um Textbausteine zu verwalten und in allen Programmen nutzen zu können. Meine Kontakte und Kontaktanfragen mehren sich, so muss ich nicht immer wieder diesselben Informationen eintippen. In den mitgelieferten Textbausteinen finde ich in der Rubrik “aus Kinderaufsätzen” dieses Bonmot:

“Das Problem mit den alten Leuten wird nicht weniger, obwohl so viele sterben. Aber es wachsen immer neue nach.”

Thema: Bonmot, Kinder und Tod | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Und ewig sucht der Trauerredner…

Mittwoch, 25. März 2009 9:55

… nach geeigneten Texten

Meine Freundin ist Trauerrednerin. Sie lebt mit Gedichten. Sie lebt von Gedichten. Ich bewundere sie, denn unsere Gespräche unterbricht sie immer wieder, um zu einem bestimmten Stichwort ein Gedicht zu rezitieren. Ich kann das nicht. In ihren Regalen stehen ungelogen fünf Meter Gedichtbände, thematisch und nach Autor/innen sortiert. Aus fast jedem Band ragen kleine Zettelchen heraus, Markierungen aus stillen Stunden des Zwiegespräches mit bewegender Lyrik. Ein unerschöpfliches Reservoir an Sprachbildern, die sie gekonnt einzusetzen weiß in ihren Trauerreden.

Wenn ich diesen Schatz digitalisiert auf meinem PC hätte. Wie leicht wäre es mit einer Stichwortsuche diesen Schatz zu erschließen…

Zum Glück gibt es online die Anthologie des Herrn Bohn. Sie ist nur ein kleiner Bruder der Gedichtsammlung meiner Freundin. Doch als ich sie vor 10 Jahren (!) entdeckte, schlug auch mein Herz höher. Andere Portale mit Todes- und Trauerlyrik die ich kenne, enthalten die immer selben Texte. Der Schatz des Herrn Bohn enthält einige Perlen. Aber vielleicht hat ja noch ein Leser/ eine Leserin einen  Hinweis auf eine gute Sammlung im Internet für mich parat.

Thema: Empfehlungen, Trauerredner | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Qualifizierte Begleitung von Sterbenden und Trauernden

Montag, 23. März 2009 14:07

Inzwischen in der 12. Auflage erhältlich ist die Veröffentlichung Qualifizierte Begleitung von Sterbenden und Trauernden aus dem Verlag Forum GesundheitsMedien.

Dieses Grundlagenwerk für die Sterbe- und Trauerbegleitung wird fortlaufend aktualisiert. In zwei  DIN A5 Ringordnern gibt es inzwischen über 80 Beiträge von mehr als 40 Autoren auf über 2.000 Seiten. Regelmäßig erscheinen neue Artikel oder vorhandene Artikel werden überarbeitet, wenn sich z.B. Gesetzesgrundlagen ändern.

Die Beiträge umfassen medizinische, rechtliche, psycho-soziale und spirituelle Hilfestellungen. Mit zahlreichen Beispielen und nützlichen Anleitungen, z. B. zur Qualitätsentwicklung und Professionalisierung hat die Arbeitshilfe einen enormen Wert für die praktische Arbeit.

Abbonenten erhalten einen kostenfreien Zugang zum Onlineportal und den dort veröffentlichten Arbeitshilfen, Checklisten, hilfreichen Adressen und aktuellen Meldungen.

Zwei der Artikel habe ich selbst beigetragen. Ich empfehle das Werk gerne weiter, weil ich selbst nutze. Was ich schätze, sind die Aktualisierungen, mit denen auf Veränderungen und Trends reagiert weren kann. Die Artikel sind ausnahmslos von versierten Autorinnen und Autoren geschrieben und von hoher Qualität.

Thema: Empfehlungen, Sterbebegleitung | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Der Zug der Erinnerung

Montag, 23. März 2009 8:48

Seit November 2007 ist der Zug unterwegs, jetzt macht er Halt in Freiburg. Mit Hilfe der “Deutschen Reichsbahn” wurden während des Dritten Reises über 1 Million Kinder und Jugendliche verschleppt. Die Ausstellung “Zug der Erinnerung” erzählt die Geschichte der europäischen Deportationen in beispielhaften Biografien. Die Webseite des Projektes beschreibt die Hintergründe.

Auf den Bahnhöfen schienen sich die Wartenden an den Anblick der Todeszüge gewöhnt zu haben. Wie Fotodokumente aus mehreren Städten beweisen, fanden die Deportationen oft am helllichten Tag und auf den Nachbargleisen des alltäglichen Zugverkehrs statt. Aus dem Ruhrgebiet ist bekannt, dass einzelne Waggons an übliche Reisezüge gekoppelt wurden, um die deportierten Menschen zu Knotenpunkten des Bahnverkehrs zu bringen und dort mit anderen Verschleppten zusammenzuführen.

Auf dem Weg in die Vernichtung wurden die letzten Botschaften der Opfer gefunden, die sie aus den Zügen warfen: verzweifelte Hilferufe, Brieffetzen und Postkarten. Kaum ein Bahngleis, das an die Schicksale der Verschleppten erinnert; wenige Bahnhöfe, in denen ein Ort des Gedenkens besteht.

Vom 29. März bis 1. April 2009 ist die Ausstellung in den Zugwaggons in Freiburg zu sehen. Ein Begleitprogramm ermöglicht die Begegnung mit Zeitzeugen, bietet Filme und Freiburger Bezüge. Download: Zug der Erinnerung – Programm Freiburg.

Momentan steht der Zug in Offenburg (24. -26. März). Weitere Stationen in diesem Frühjahr werden sein: Konstanz, Biberach a.d. Riß, Laupheim, Ulm, Augsburg, München, Regensburg, Nürnberg, Fürth.

Thema: Empfehlungen, Gräber des Krieges | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Postmortales Digitalmanagement

Dienstag, 17. März 2009 21:14

Das Web 2.0 boomt. Ein Artikel auf Spiegel Online zitiert die Marktforscher von Nielsen, die eine neue Studie veröffentlicht haben. Das Web 2.0 wird die Netz-Nutzung umkrempeln. Die Nutzungsdauer steigt und Nutzerzahlen steigen, weil zunehmend ältere Menschen die Communitys entdecken.

Da mein Hauptinteresse der Bestattungskultur gilt, frage ich mich schon eine ganze Weile, was mit all den Profilen geschieht, die man über die Jahre im Web verstreut hat, wenn das reale Leben endet. Jetzt gehen in den USA erste Dienste an den Start, die dieses Problem bereits im Vorfeld regeln wollen. Spiegel Online berichtet darüber und über die Ergebnisse einer Anfrage an verschiedene Community-Betreiber. Werden die Profile gelöscht? Haben die Angehörigen Zugang zu den gespeicherten Inhalten, so wie sie Zugang zu im Nachlass gefunden Briefen haben? Ist dies im Sinne der Angehörigen? Oder muss der digitale Nachlass konsequent gelöscht werden?

Ein Unternehmensberater, mit dem ich einmal über dieses Problem gesprochen habe, hat dafür den Begriff  “postmortales Digitalmanagement” geprägt. Auch wenn dieses Wortungeheuer schräg klingt – es liegt auf der Hand, darüber nachzudenken, was im Falle eines Todes mit den eigenen Nutzerkonten geschehen soll. Wer sammelt die Profile am Ende wieder ein?

Die Nielsen-Studie als Download (Registrierung notwendig).

Thema: Digitaler Nachlass, Internet | Kommentare (2) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Bonmot – das Gedenken

Montag, 16. März 2009 11:58

Bin über eine Überschrift im www gestolpert:  Geh denken! Das gilt für alle!

Das hat mich an ein Zitat erinnert:

“Viele Gedenkminuten hätten durch Denkminuten vermieden werden können.” (Wolfgang Eschker)

Thema: Bonmot | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky