Beiträge vom März, 2009

„The death of distance” – Skype auf der Cebit

Mittwoch, 4. März 2009 17:47

Unbenommen, die ITK-Fachmesse Cebit ist ein wichtiges Ereignis für Menschen, die an der Entwicklung und Nutzung von Informations- und Telekommunikations-technologien interessiert sind. Aus dem Bereich webciety (ein Kunstwort, zusammen gesetzt aus Web und society) wird life übertragen.

Die Netzgesellschaft ist für viele zur Realität geworden. Sie verbringen in ihr einen Teil ihrer Lebenszeit. Menschen haben in der Netzgesellschaft ihren Arbeitsplatz und knüpfen Kontakte. Hier werden Informationen gefunden und Einkäufe getätigt. Es ist gerade mal 20 Jahre her, dass es die ersten grundlegenden Gedanken zum World Wide Web gab. Seit 10 Jahren nutzen zunehmend auch Menschen das Internet, die nicht zu den Digital Natives gehören.

Scott A. Durchslag, Chief Operating Officer von Skype spricht in einem Vortrag mit dem Titel “Creative Destruction: The Death of Distance and the Device in Empowering – The Converged Consumer” über den „Tod der Entfernung”. Über 400 Millionen Nutzer von Skype gibt es weltweit, in Deutschland nutzen annähernd 10 Millionen Menschen das Videotelefonieren über das Internet. Sind seine Beispiele, mit denen er die Emotionen der Zuhörer anspricht zufällig? Sicher nicht. Ein Sohn spricht via Skype mit seinem Vater, wenige Tage bevor dieser an Krebs stirbt. Eine deutsche Frau erlebt die Geburt ihrer Enkelin in New York. Ein polnischer Mann kann durch Skype an der Hochzeitszeremonie seiner Tochter in den USA teilnehmen. Scott A. Durchslag nennt dies Video-Erfahrung.

Acht Prozent des internationalen Kommunikations-Datenverkehrs werden über Skype abgewickelt. Diese neue Technik ermöglicht Menschen eine Art des Kontaktes, der früher undenkbar war.

Doch bei aller Begeisterung für die Technik – die körperliche Nähe, die Umarmung, den anderen zu fühlen, kann keine Technik dieser Welt ersetzen. Die Entfernung zwischen New York, Polen und London bleibt. Menschliche Nähe an den Lebenswenden ist berühren und gehalten werden, ist riechen, schmecken und umarmen, ist die Wärme des anderen, sind seine Tränen. Die neuen Techniken mögen in vielen Situationen dienlich sein. Sie werden nie das körperliche Zusammensein ersetzen können.

So bleibt „The death of distance” ein Slogan. Und die Nutzer von Skype bleiben “Converged Consumer” – einander angenäherte Konsumenten.

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Animationsfilme zum Thema Sterben auf 3sat.online

Montag, 2. März 2009 12:29

Am 20. April 2008 wurden sie zum ersten Mal ausgestrahlt, seitdem stehen Sie in der Mediathek 3sat zum Ansehen bereit. Ich finde, es lohnt sich!

Die Filme sind subjektive filmische Stellungnahmen zu Fragen wie “Wie bereiten wir uns auf das Ende vor?”, “Wie gehen wir mit dem Tod um” und “Gibt es ein Leben im Jenseits?”. Die Arbeiten wurden sehr unterschiedlich umgesetzt. Es wurden Zeichentrick, Stop-Trick, Computeranimation sowie Mischformen verwendet, die sich dem ernsten Thema mit viel Phantasie und Originalität widmen.

Als kleiner Vorgeschmack hier die Titel der Filme:

Das Knäuel
Rendezvous mit einer Toten
Zwei Sterben
Und wenn wir dann im Himmel sind
Gez: Tod
Die Wiedervereinigung der Familie Hofenberg

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Bilder, die bleiben – Dokumentarfilm

Sonntag, 1. März 2009 0:20

“Bilder, die bleiben” ist ein Dokumentarfilm über Abschied und Tod.

Von Katharina Gruber und Gisela Tuchtenhagen, nach einer Idee von Gesine Meerwein. Freiburg 2007, DVD, 52 Min.

Der Inhalt:

Gesine Meerwein ist 45 Jahre alt.
Sie lebt mit unberechenbaren Schmerzschüben und mit der Diagnose „schnellwachsende Metastasen“.
Fast vier Jahre lang rechnet sie damit, bald sterben zu müssen. Offen und eigenwillig setzt sie sich mit Tod und Bestattung auseinander.
Sie bindet  ihr Freundinnennetz und ihre Familie in diesen intensiven Prozess ein.
Als die Dreharbeiten für den Film beginnen, weiß niemand, dass es jetzt tatsächlich die letzten drei Monate ihres Lebens sind.

Das Besondere an diesem Film ist:

- Der Wunsch der Protagonistin, durch den Film selbst aktiv zu einer offenen und selbstbestimmten Kultur des Abschiednehmens beizutragen.
- Die außergewöhnlich nahe und dennoch unaufdringliche Kameraarbeit von Gisela Tuchtenhagen.
- Die langjährige, nahe Freundschaft zwischen Gesine Meerwein, deren Abschied filmisch begleitet wird und Katharina Gruber, einer der beiden Filmemacherinnen.
- Der Film hört nicht mit dem Tod auf, sondern begleitet auch den Abschiedsprozess der Angehörigen vom Körper der Verstorbenen.

Zu empfehlen für Veranstaltungen, zusammen mit der Filmemacherin Katharina Gruber. Sie gibt Einblicke in den Prozess der Begleitung und und Auskünfte über das Filmen in dieser Zeit. Der Film ist berührend, das anschließende Gespräch darüber noch mehr.

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