Beiträge vom April, 2009

Was auf der Webseite drauf sein sollte

Donnerstag, 30. April 2009 17:00

Die Inhalte einer Webseite hängen stark davon ab, welches Ziel Sie verfolgen und welche Zielgruppen Sie ansprechen wollen. Ziele, die Sie mit der Webseite verfolgen können:

- Ihre Kontaktdaten sollen im Internet leicht auffindbar sein.
- Sie möchten Ihre bisherigen Kunden an Ihr Unternehmen binden.
- Sie wollen neue Kunden über das Internet gewinnen.
- Die Webseite soll Sie von den Mitbewerbern positiv abheben.

Vor diesem Hintergrund ist es gut, die eigene Webseite mit den Augen des Nutzers, besonders mit den Augen von Angehörigen sehen. Welche Informationen suchen sie? Wie muss die Gestaltung sein, damit die Besucher nach dem Anklicken auch Weiterlesen? Wenn es darum geht, dass Ihre Kontaktdaten gefunden werden, reicht eine Art Visitenkarte im Netz. Mit geringen Investitionen kann eine eigene Domain und eine einfach gestaltete Startseite unterhalten werden. Wenn Sie als Schreinerei auch Bestattungen durchführen, gestalten Sie für diese Dienstleistung eine eigene Seite.

Begleitende Maßnahmen sind: [...]

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Thema: Bestatter, Internet | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

So kommen Sie zu einer aussagekräftigen Webseite

Donnerstag, 23. April 2009 17:00

Vor allem in kleineren Betrieben stellt sich oft die Frage, ob eine Webseite überhaupt notwendig ist. Da die allgemeinen Hinweise aus Teil 1 (Weshalb jedes Bestattungsunternehmen eine Webseite haben sollte) nicht jeden überzeugen können, hier die gängigen Argumente gegen eine Webseite und meine Antwort darauf:

1. „Ich werde im Telefonbuch gefunden.”
Aus einem Zeitungsartikel zur neuen Auflage des Telefonbuches: „Früher galt es mal als Ausweis männlicher Stärke, mit bloßen Händen mit einem Ratsch ein Telefonbuch zu zerreißen.” (Badische Zeitung 2.4.09) Heute ist das kein Kunststück mehr, denn das Telefonbuch ist rekordverdächtig dünn geworden. Es wird weniger genutzt. Weder um sich finden zu lassen, noch um zu finden. Wenn jemand gestorben ist, muss die Telefonnummer des Bestatters schnell auffindbar sein. Immer mehr Menschen greifen nicht mehr zum Telefonbuch, sondern geben Bestattung, Ort und Name in die Suchmaschine ein. Hier sollten Sie gefunden werden. [...]

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Thema: Bestatter, Internet | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Ist das nicht gruselig

Dienstag, 21. April 2009 9:12

gruselig

Wann löscht man die Stimme eines Menschen vom Anrufbeantworter, nachdem dieser gestorben ist? Wer den Anrufbeantworter neu bespricht, hat das Gefühl er würde den Verstorbenen/ die Verstorbene  jetzt aktiv auslöschen. Es ist kein einfacher Schritt, einen Anrufbeantworter neu zu besprechen und damit zu signalisieren, dass auch in diesem Trauerhaus das Leben weitergeht. Die Anrufer fragen eher “Ist das nicht gruselig? Sie ist tot und jetzt höre ich ihre Stimme am Telefon.”

Ich stelle mir ein ähnliches Erschrecken vor, wenn ich einen Brief oder einer E-Mail von jemanden bekomme, von dem ich weiß, dass er oder sie tot ist. Das Internet macht es möglich. Gut gemeinte Dienste wie lastpost oder ein-letzter-Brief bieten Menschen an, letzte Botschaften zu verschicken. Nur, was schreibe ich in eine solche Nachricht, das ich nicht schon zu Lebzeiten meinem Partner hätte sagen können, müssen oder wollen? Löse ich bei meinen Eltern, Kindern oder Freunden nicht nur ein zusätzliches Bedauern aus? Wenn wir das gewusst hätten… Ganz zu schweigen von dem Fall, bei dem der Inhalt der letzten Botschaft eine Abrechnung oder Beschimpfung ist. Nichts mehr ist im Kontakt zu klären, da der Absender auf ewig verzogen ist.

Wer einen Nachlass aufzulösen hat, findet alte Briefe, Tagebücher, Notizen zwischen den Seiten eines Buches, Anmerkungen in einem Gedichtsband. Es ist etwas sehr Berührendes, auf diese Weise von einem Menschen mehr zu erleben, als er es mir je in seinem Leben gezeigt hat. Die Verstorbenen haben sich in der Regel keine Gedanken darüber gemacht, dass es nach ihrem Tod zurückbleibt. Die Nachrichten aus dem virtuellem Jenseits dagegen werden in dem Bewusstsein verfasst, dass die Adressaten sie nach dem eigenen Tod erhalten. Sie haben den Beigeschmack von “was ich dir immer schon mal sagen wollte, mich aber nicht getraut habe”. Schade, dass du dich nicht getraut hast.

Thema: Digitaler Nachlass, Internet, Kurios bis Seltsam | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Friedhof als Ansichtssache

Samstag, 18. April 2009 11:02

© Sven Hoppe - Fotolia.com

Friedhofsengel

Eine willkommene Abwechslung unter den zahllosen kostenlosen Blättchen in meinem Briefkasten ist die achtseitige Broschüre “ans Leben erinnern”, herausgegeben vom “Förderverein zur Pflege der Friedhofs- und Bestattungskultur Freiburg”.  Alle Freiburger bekommen zusätzlich zu den Sonderangebote weit verbreiteter Discounter hilfreiche Informationen und Friedhofskultur auf den Frühstückstisch gelegt, jetzt in der 2. Ausgabe. Eine ungewöhnlicher Weg, auf dem die 63 offenen Grabmalpatenschaften vermutlich bald vergeben sein werden.

Friedhofskultur lebt vom Engagement der Bürger. Die Kommunen haben kein Geld mehr, um die historisch einzigartigen Grabstätten zu erhalten. Die Grabmale sind Zeugnisse einer vergangenen Epoche, die reichlich von Engeln und Totenschädeln als Ausdruck ihrer Ängste und Hoffnungen Gebrauch machte. Ein Hinweis aus der Broschüre führt mich auf die Webseite friedhof-ansichten.de

Das technisch schnörkellose Fotoalbum im Internet hat einen einzigen Inhalt: Friedhofs-Ansichten aus Deutschland und Weltweit, Persönlichkeiten von A-Z, Sortierung nach Weg, Figur, Gebäude, Stein, Pflanze. Man kann verweilen, Grabmale, Sichtweisen vom Tod und vom Jenseits entdecken.  Jeder kann seine Ansicht beitragen und eigene Fotos veröffentlichen.

Je länger ich auf die Seiten schaue, desto mehr gleichen sich die kleinen Bilder. Ich beende meinen Online-Spaziergang, ziehe meine Schuhe an und gehe selbst auf den Alten Friedhof in Freiburg Herdern. Der liegt bei mir um die Ecke.

Thema: Friedhof | Kommentare (1) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Weshalb jedes Bestattungsunternehmen eine Webseite haben sollte

Donnerstag, 16. April 2009 16:35

Meine Freundinnen haben ein Bestattungsinstitut. Vor einigen Monaten bin ich beim Internet-Surfen auf das Plagiat ihrer Internetpräsenz gestoßen. Nein, es war keine identische Nutzung einer preiswerten Branchenlösung, sondern der komplette Klau von Design und Inhalten. Ein kurzer Hinweis, ein kurzes Schreiben mit Androhung von… – so schnell habe ich noch nie eine Internetseite verschwinden sehen.

Dieses Erlebnis hat mich angeregt, etwas intensiver nach den Webseiten von Bestattungsinstituten zu schauen. Meiner Zusammenschau liegt keine wissenschaftliche Arbeit zugrunde, sondern eine Recherche auf der Internetpräsenz des Bundesverbandes Deutscher Bestatter e.V. (BDB). Hier sind eine Vielzahl von Bestattungsunternehmen alphabetisch nach Orten aufgelistet.

Ich habe mir sechs Buchstaben vorgenommen und die Adressen der Bestatter stichprobenartig ausgewertet. Mein Ergebnis: [...]

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Thema: Bestatter, Internet | Kommentare (3) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Humor auf dem Friedhof

Samstag, 11. April 2009 7:48

In den Seminaren für Friedhofsmitarbeiter wird regelmäßig die Frage nach dem Humor auf dem Friedhof thematisiert. Die Kursteilnehmer wissen von vielen Situationen zu erzählen, die einer gewissen Komik nicht entbehren. Für die Berufsgruppen, die mit Tod, Trauer und Bestattung zu tun haben, hat Humor eine wichtige Entlastungsfunktion. Ernsthaft ist die Arbeit, aber nicht todernst. Auch wenn Bestatter oder Trauerredner unter sich sind, wird viel erzählt und viel gelacht. Seit längerem gibt es den Blog eines Bestatters, der sich Tom nennt und in einem unterhaltsamen Erzählstil Erfahrungen aus seiner frei erfundenen Firma Pietät Eichenlaub zum Besten gibt. Er will auf unterhaltsame Weise informieren. Es scheint ihm zu gelingen, denn er schreibt von 1,8 Millionen Besuchern im Monat.

Dabei gibt es einen schmalen Grat, der Humor von Ironie oder Sarkasmus trennt. Auch das subjektive Empfinden der Menschen ist sehr unterschiedlich, worüber die eine herzhaft lacht, empfindet der andere als verletzend. Vielleicht weil das Lachen zur Entlastung beiträgt, frei nach dem Lied von Herbert Grönemeyer:

Lache, wenn es nicht zum Weinen reicht.

Georg Schwikart hat in seinem Buch Jeder Tod hat sein Gelächter die Thematik humorvoll aufbereitet. Leider ist das Büchlein mit etwas Glück nur noch antiquarisch zu bekommen. Er zitiert alpenländische Grabinschriften:

Hier liegen meine Gebeine.
Ich wollt es wären deine.

Genauso wie Aussprüche von Kindern:

Mama, was wird aus den Menschen, die tot sind?
Die werden zu Staub.
Oh, dann liegen aber viele Tote unter meinem Bett.

Mein Lieblingswitz, den ich in der umfangreichen Sammlung von Beerdigungswitzen auf dem Seniorenportal Feierabend.de gefunden habe:

Als ich jünger war, hasste ich es zu Hochzeiten zu gehen. Tanten und großmütterliche Bekannte kamen zu mir, pieksten mich in die Seite, lachten und sagten: “Du bist der Nächste.” Sie haben damit aufgehört als ich anfing, auf Beerdigungen das gleiche zu machen…

Das Sterben hat eine sehr ernste Seite. Es fordert heraus, es ist nicht kontrollierbar und ängstigt viele Menschen. Ein humorvoller Umgang kann die Erstarrung und das Tabu, über den Tod zu sprechen lösen. Wenn dies nicht die einzige Annäherung an diese existenzielle Erfahrung bleibt, dann hilft der Humor das individuelle Sterben in der Verbundenheit mit allen anderen Menschen zu erleben. Ein schönes Beispiel dazu stammt von Eugen Roth (aus: Mensch und Zeit)

Man wird es in der Zeitung lesen,
Im bestenfalls, dass wir – gewesen.
Die Menschen ungerührt, ja heiter,
Sie leben, ohne uns, dann weiter.
Sie lieben, hassen, hoffen, raufen,
Bis ihre Zeit auch abgelaufen.
So gehen wir, wärn wir noch so munter,
Im Strom der Zeiten alle unter.

Der Humor im Angesicht des Todes fordert auf, sich über das eigene Leben Gedanken zu machen, damit nicht eines Tages auf dem eigenen Grabstein steht:

Er lebte still und unscheinbar
und starb, weil es so üblich war.

Thema: Bestatter, Friedhof, Kurios bis Seltsam, Trauerredner | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky