Beiträge vom Juni, 2009

Halleluja – Beerdigung zu Lebzeiten

Sonntag, 21. Juni 2009 10:38

Im Gottesdienst geht es um seine eigene Beerdigung.
Ex-Pfarrer feiert seine Beerdigung zu Lebzeiten.

So eine Meldung der Neuen Nidwaldner Zeitung Online (Zentralschweiz).
Der Pfarrer sagt von sich.

«Ich möchte zum Nachdenken über den Tod anregen»

Ich möchte zum Nachdenken über diese Inszenierung anregen.

Thema: Kurios bis Seltsam | Kommentare (0) | Autor:

Tod macht Arbeit – gute Arbeit

Freitag, 19. Juni 2009 13:06

funeral © vb_photo #247678

Vier Studentinnen des Studiengangs Kulturarbeit an der Fachhochschule Potsdam haben sich im Rahmen einer Projektarbeit über ein Jahr mit dem Thema Tod und Sterben auseinander gesetzt. Sie fotografierten und interviewten Menschen aus Berufsgruppen, für die der Tod zum Alltagsgeschäft gehört.

Ein Gerichtsmediziner erzählt von seinen Träumen in denen Leichen Skat spielen und von seiner eingeschränkten Risikofreude. Eine Krankenschwester vergisst niemals ihre erste Tote. Ein Bestatter sieht einen Zusammenhang zwischen seinem Beruf und dem Karneval.

In der Hörausstellung berichten 20 Menschen aus Potsdam aus ihrem Berufsalltag in Krematorium, Hospiz, Bestattung oder Gerichtsmedizin und nehmen dabei Stellung zu unserer heutigen Todes- und Trauerkultur. Die Ausstellung ist vom 07.6.2009 – 21.6.2009 im Waschhaus/ Potsdam, also nur noch zwei Tage zu sehen. Eine gute Arbeit. Die sehens- und hörenswerten Begleitmaterialien können für 10 € inklusive Versand bestellt werden bei Tod macht Arbeit.

Thema: Bestatter, Empfehlungen, Friedhof, Trauerredner | Kommentare (3) | Autor:

Werbung mit dem Re-Import von Totenasche – ein Urteil

Montag, 15. Juni 2009 14:52

In Deutschland herrscht der Friedhofszwang. Doch es hat sich herumgesprochen, dass manche Bestatter es ermöglichen, diesen Zwang zu umgehen. Das stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Doch wo kein Kläger, da kein Urteil.

Auf der Webseite eines Rechtsanwaltes findet sich unter dem Titel: Letzte Freiheit ohne Friedhofszwang? ein bemerkenswertes Urteil. Gegenstand des Verfahrens war nicht der Re-Import der Totenasche selbst, sondern die Frage, ob ein Bestattungsunternehmen damit werben darf.

Das Ergebnis: die Werbung mit „Urne nach Hause” ist wettbewerbswidrig.

Das Landgericht Berlin (Az.: 97 O 112/08) hatte sich in einem Eilverfahren damit zu beschäftigen, ob die Werbung mit der „Urne nach Hause” irreführend und wettbewerbswidrig sei, wenn die Einäscherung im Ausland (hier: Tschechien) erfolgt und darauf in der Werbung nicht hingewiesen wird.

Worum es genau ging und das Urteil im Einzelnen auf dieser Seite.

Thema: Bestatter, Friedhof | Kommentare (0) | Autor:

Unter grünem Rasen – Buchbesprechung

Montag, 15. Juni 2009 10:52

Zeitungsmeldungen greifen regelmäßig die Frage der Anonymen Beisetzung auf. Aktuell dazu die Financial Times Deutschland oder das Online-Presse-Portale Pressetext Austria.

In den aktuellen Diskussionen um die Anonyme Beisetzung ist die Dissertation der Kulturwissenschaftlerin Traute Helmers eine willkommene Vertiefung, die über reine Pro und Contra Positionen hinausführt.

Das als Online-Publikation erhältliche Buch gibt mit gut recherchiertem und aufbereitendem Beispielen einen Einblick in den Themenkreis Anonyme Bestattung. Sie zeigt die unterschiedlichen Perspektiven von Personen, die selbst anonym beigesetzt werden wollen, von Experten der Institution Friedhof, von Friedhofsbesuchern und von Nahestehenden anonym Begrabener.

Die zugrunde liegende These ist, dass das anonyme Begräbnis keinen Kulturverfall, sondern eine kulturelle Leistung darstellt, die Bestattungstraditionen teils aufgreift wie sie andere verwirft und verändert, um neue Bedeutungen und Funktionen zu integrieren.

Die Befragung von zehn Frauen und Männer, die für sich ein anonymes Begräbnis wünschen, gibt Einblicke in ihre Art und Weise, letzte Dinge zu regeln und einem Erinnert- oder Vergessenwerden vorzusorgen. Interviews mit Friefhofsmitarbeitern zeigen manche Ambivalenz im Verhältnis von vorgesehener Anonymität und einem von Nahestehenden gesuchten Erinnerungsort. Das Bildmaterial stellt Objekte der Erinnerungskultur vor.

Im Unterschied zu anderen Studien zum anonymen Begräbnis nimmt die Autorin die analytische Kategorie Geschlecht mit auf. Sie untersucht die unterschiedlichen Sichtweisen von Frauen und Männern und bespricht die weibliche Symbolik auf dem Friedhof.

Unter grünem Rasen – Traute Helmers  – Oldenburg 2004

Eine kulturwissenschaftliche Studie zu neuen Formen von Begräbnis- und Erinnerungspraxis auf Friedhöfen.  Das anonyme Begräbnis zwischen institutionellem Bestattungsalltag und individueller Aneignung. Ritual und Objekt in der Erinnerungspraxis am anonymen Grabfeld.

Band 1 (Textband)
Band 2 (Bildband)

zugänglich als Online-Publikationen der Universität Oldenburg

Thema: Empfehlungen, Friedhof, Trauer, Trauerredner | Kommentare (0) | Autor:

Bonmot – Wir bitten um Beachtung

Donnerstag, 11. Juni 2009 16:00

Auch auf dem Friedhof muss alles seine Ordnung haben:

Grababraum ist etwas anderes als Sträuße.
Tonnen sind etwas anderes als Abfallboxen.
Grababraum kommt in die Tonne.
Sträuße kommen in die Abfallbox.
Wenn das die Leute doch endlich mal kapieren würden.

Aus einem Gemeindeblatt:

“Wir machen nochmals darauf aufmerksam, dass der Grababraum
(Pflanzen mit Erdresten) nicht in die Tonnen, sondern in die
dafür vorgesehene Abfallbox im oberen Bereich (rechts) des
Friedhofes gehört. Die Tonnen sind nur für die Sträuße gedacht.
Wir bitten um Beachtung!”

Thema: Bonmot | Kommentare (0) | Autor: