Beiträge vom Juli, 2009

Hospiz macht Schule – Projektwochen

Montag, 27. Juli 2009 10:00

© Claus Mikosch - Fotolia.com

Wenn es um Sterben und Tod geht, werden viele Menschen nachdenklich, oft sprachlos. Kinder nicht unbedingt, doch hierfür braucht es Gelegenheiten und Erwachsene, die dem Thema nicht ausweichen.

Im Projekt Hospiz macht Schule wurden bisher über 300 Hospizmitarbeiter/innen für die Begleitung von Projektwochen an Grundschulen zum Thema “Tod und Sterben” geschult. In einem geschütztem Rahmen geben sie den Kindern der 3. und 4. Klasse die Möglichkeit, alle möglichen Fragen zu stellen und ihre Erfahrungen und Vorstellungen mitzuteilen. Jeder Tag hat einen neuen Fokus, es geht um Werden und Vergehen – Wandlungserfahrungen, Krankheit und Leid, Sterben und Tod, Traurig-Sein, Trost und Trösten. Bei Kindern ist es nicht anders als bei Erwachsenen: Was man kennt, davor hat man weniger Angst.

Entwickelt wurde das Projekt von der Hospizbewegung Düren e.V., gefördert wurde es vom Bundesministerium für Familie. Wegen des großen Interesses in ganz Deutschland, benötigen die Aktiven Unterstützung von Förderern und Sponsoren.

Über Hintergründe, Konzept und Erfahrungen gibt es eine Menge auf der Webseite des Projektes zu lesen.

Thema: Empfehlungen, Kinder und Tod, Sterbebegleitung | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Die über 70-Jährigen online, offline und endgültig offline

Mittwoch, 22. Juli 2009 10:00

Regelmäßig erscheinen Studien zur Internetnutzung. Der (N)ONLINER Atlas 2009 fasst die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zusammen:

  • Annähernd 70 % der Deutschen sind online (69,1 % Nutzer, 4,3 % planen den Einstieg innerhalb von 12 Monaten)
  • Mit 4 Prozentpunkten Wachstum steigt der Onliner-Anteil erneut deutlich
  • Inzwischen sind 46,3 Millionen Personen über 14 Jahren online.

Interessant sind auch die Zahlen der Internetnutzung nach Geschlecht:

  • Der Frauenanteil wächst etwas stärker
  • trotzdem nutzen deutlich mehr Männer das Internet
  • Jahr 2008 (Männer 72,4 %, Frauen 58,3 %, Differenz 14,1 %-Punkte)
    Jahr 2009 (Männer 76,1 %, Frauen 62,4 %, Differenz 13,7 %-Punkte)

Die Internetnutzung nimmt in allen Altersgruppen zu. Den größten Zuwachs haben die 60- 69-Jährigen.

  • Jahr 2008 (14-29 Jahre 91,3 %, 30-49 Jahre 81,5 %, 50+ Jahre 40,3 %)
  • Jahr 2009 (14-29 Jahre 94,5 %, 30-49 Jahre 85,0 %, 50+ Jahre 44,9 %)

Die Schlussfolgerung  der Studie allerdings zeugt von der Mentalität des stetigen Wachstums. Als ob es einen Verzicht auf immer neue Reize und Möglichkeiten (von Rückzug ist da gar nicht zu sprechen), einen natürlichen Prozess des Abnehmens, nicht geben dürfte. Nur so erklärt sich mir die Formulierung:

Dramatisch sieht es bei den über 70-Jährigen aus: Bei vergleichsweise geringer Steigerung um 2,7 Prozentpunkte sind in dieser Altersgruppe erst 19 Prozent, also nicht einmal jeder Fünfte, online.

Ich kann kein Drama erkennen. Die Gewohnheiten, täglichen Abläufe, die Sozialkontakte älterer Menschen sind über Jahrzehnte gewachsen. Das Leben funktioniert auch ohne Internet. Wer etwas braucht, kann Kinder, Enkel oder Nachbarn fragen. Menschen die das Internet nicht nutzen (wollen) ärgern sich eher über die ständigen Verweise auf Internetseiten im Fernsehen und in Zeitschriften. Auch spielt die berufliche Nutzung eine große Rolle. Denn bei den so genannten Best Agern (Menschen ab 50) ist der Anteil der berufstätigen Onliner 70,4 %, gegenüber 32,8 % bei den nicht Berufstätigen in dieser Altersgruppe.

Mit Zahlen lässt sich schön spielen.

Im Jahre 1889 lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei 36 (Männer) bzw. 38 Jahren (Frauen).  Die 70 überschritten nur etwa 25 % der Männer und 33 % der Frauen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung lag im Jahr 2006 bei 76 (Männer) bzw. 82 Jahren (Frauen).

Vor dem Erreichen des Siebzigsten Lebensjahres verstorben sind in Deutschland im Jahr 2006  35,75 %  der Menschen, 2007 waren es 34,7 % (errechnet aus den Zahlen des Statistischen Bundesamt).

Also Ihr Marketing-Menschen: Redet nicht künstlich ein Drama herbei. Altern und Sterben sind durchaus natürlich.

Thema: Internet | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Apollo 11 und das gütige Schicksal

Montag, 20. Juli 2009 16:34

Eine nie gehaltene Trauerrede beginnt mit den Worten:

„Das Schicksal hat bestimmt, dass die Männer, die zum Mond flogen, um dort in Frieden zu forschen, auf dem Mond bleiben werden, um dort in Frieden zu ruhen.“

Am 16. Juli 1969 startete mit Apollo 11 der erste bemannte Flug zum Mond, der eine Landung zum Ziel hatte. Alle wussten von dem Risiko, dass die drei Männer vielleicht nicht lebend zur Erde zurückkehren. Hat irgendjemand öffentlich darüber nachgedacht? Zumindest hinter verschlossenen Türen war man vorbereitet. Jetzt ist ein einem Archiv die Trauerrede aufgetaucht, die vorsorglich verfasst wurde. Richard Nixon hätte sie gehalten. Der Suedkurier online berichtet darüber.

Das Schicksal hat bestimmt, dass die Männer zum Mond und zurück flogen. Die Rede war nicht nötig, sie kam ins Archiv, um dort in Frieden zu ruhen. Heute kann die Welt freudig das 40jährige Jubiläum feiern.

Thema: Trauerredner | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Körper für die Ewigkeit – Ausstellung in Kassel

Montag, 20. Juli 2009 14:00

Es ist noch eine Weile hin bis die Ausstellung eröffnet wird. Doch in meinem Kalender steht sie drin.

Mumien – Körper für die Ewigkeit
17. November 2009 bis 18. April 2010

Gemeinsame Ausstellung im Naturkundemuseum und im Museum für Sepulkralkultur in Kassel.

In beiden Museen werden tierische und vor allem menschliche mumifizierte Körper von natur- und kulturhistorischem Interesse in einer einmaligen Zusammenstellung zu sehen sein. Wissenschaftlich ausgeleuchtet wird das Thema im Naturkundemuseum. Hier werden Mumien außereuropäischer Kulturen gezeigt. Auch natürlich entstandenen Tiermumien werden ein Thema sein. Im Museum für Sepulkralkuktur wird die Geschichte der europäischen Mumien erzählt und warum in vielen Kulturen die Einbalsamierung des toten Körpers ein wichtiger Teil der Begräbniskultur war und ist.

Die Ausstellung basiert auf der 2008 gezeigten Sonderschau „Mumien – der Traum vom Ewigen Leben“ der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim und wird an den beiden Kasseler Ausstellungsstandorten um verschiedene Fragestellungen und Aspekte erweitert.

Ein spannendes Konzept: der Blog zur Ausstellung

Bereits im Vorfeld der Ausstellung ermöglicht der Blog zur Ausstellung einen Blick hinter die Kulissen.  Wie wird die Ausstellung vorbereitet? Wie werde die Mumien transportiert? Nach welchen Kriterien wird die Ausstellung aufgebaut? Was ist zu den einzelnen Exponaten zu sagen?

Den Feed abboniere ich. Schritt für Schritt kann ich mich auf diesem sensiblen Thema nähern und mich auf die Begegnung mit den mumifizierten Körpern vorbereiten.

Thema: Empfehlungen, Friedhof | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Grabsteine aus Leidenschaft

Donnerstag, 16. Juli 2009 10:00

wegner-begleitstein

Belgeitstein

Der Tod ist Durch- und Übergang zu einem veränderten Sein.

Diese Überzeugung ist für Eva Gesine Wegner grundlegend für ihre Arbeit mit den Menschen und mit den Steinen. Die Steinbildhauerin spricht mit ihren Skulpturen Dimensionen von Geglaubtem und Erlebtem an, die häufig unbenannt bleiben. Steine sind für sie lebendige Partner, die der Künstlerin ihr innewohnendes Wesen enthüllen, wenn sie mit Stille,  Achtsamkeit und schöpferischem Wollen mit ihnen ins Gespräch geht.  Mit Meißel und Bildhauerhammer legt sie die Strukturen frei, die zu den Menschen sprechen. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind:

Begleitsteine
für schwere und erfreuliche Grenzsituationen, in denen Begleitung gut tut.
Grabsteine
die auch direkt  auf dem Grab gearbeitet werden.
Quellendanksteine
an Orten, an denen die Erde den Menschen das lebensspendende Wasser freigibt

Die Auswahl des geeigneten Steines, manchmal direkt im Steinbruch, geschieht gemeinsam mit den Angehörigen. Intensive Gespräche helfen ihr später beim Gestalten. Aspekte aus dem Leben des verstorbenen Menschen fließen in diesen Prozess mit ein. Um öffentlich auf dem Grab Steine klopfen zu dürfen, bedarf es der Genehmingung durch die Friedhofsverwaltung. Denn es erregt akkustisch Aufmerksamkeit, Friedhofsbesucher werden angeregt, sich mit Kunst und Gedenken, lautlosem Sterben und der Ausdruckskraft steinerner Zeugnisse zu beschäftigen.

Thema: Empfehlungen, Friedhof, Trauer | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

bestattungskultur zu verkaufen

Montag, 13. Juli 2009 10:00

Vor kurzem habe ich nach der Telefonnummer einer Friedhofsverwaltung gesucht. Unter www.friedhof-NameDerStadt.de finde ich die gesuchte Nummer nicht. Stattdessen kann ich dort den Domainnamen kaufen. Webseite und Onlineshop bestelle ich am besten gleich mit. Es gibt Firmen die Domains nach dem Muster www.Branche-NameDerStadt.de flächendeckend anbieten.

Als  Namen für diesen Blog war www.bestattungskultur.de naheliegend. Was ich fand ist ein Lehrstück über die Kultur der freien Marktwirtschaft. Ich könnte mir die bestattungskultur kaufen. Sie wird von einem Domain-Spekulanten angeboten, ebenso www.trauerfeier.de und www.bestattungswelt.de. Manch eine/r aus der Branche hat sich frühzeitig mit den Mechanismen des Internet beschäftigt und sich gute Domainnamen gesichert. Auf die Unternehmens-Webseite verlinkt, führen sie die Leute zum eigentlichen Angebot.

Gute Domainnamen werden von Unternehmen aufgekauft.  Die Masse macht’s. Irgendwann findet sich einer, der bereit ist für den Domainnamen Geld auszugeben.

Domainnamen werden wie Immobilien verkauft, versteigert und vermietet. Angesichts eines immensen Überangebots ist der Handel alles andere als einfach. Mit attraktiven Namen ist trotzdem ein Erfolg möglich.

schreibt Sven Lennartz auf seinem Blog. Anschließend gibt er gute Hinweise, wie Domainhandel funktioniert und auf was bei der Wahl der Domainnamen zu achten ist. Rekordpreise sind allerdings sind selten.

Sehr selten sogar. Eine gute Übersicht über bisher erzielte Preise bietet der Domain-Spiegel. Selbst wirklich attraktive Namen dürften kaum mehr als 500 bis 1000 Euro erzielen.

Die meisten kleineren und mittleren Dienstleister weichen auf freie Domainnamen aus. Mir selbst widerstrebt es auch, hier die Kommerzialisierung voranzutreiben. Zumal ein guter Domainname verbunden sein muss mit einer guten Suchmaschinenoptimierung (SEO). Diese professionelle Herangehensweise scheitert zum einen oft an der Internetkompetenz, zum anderem am Geld.

Bei DENIC, einer  eingetragenen Genossenschaft, die die Top Level Domain .de verwaltet, kann jeder selbst  nachschauen, ob eine Domain noch frei oder wer der Inhaber einer Domain ist. Allen Baustellenschildern, Plattformen von Domainhändlern und Fehlermeldungen zum Trotz.

verwandter Artikel: Namensfindung leicht gemacht

Thema: Blog, Internet, Kurios bis Seltsam | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky