Beiträge vom August, 2009

Menschliche Überreste aus dem Marienburger Massengrab beigesetzt

Sonntag, 16. August 2009 18:09

Transport der Marienburger Toten

Transport der Marienburger Toten

Der Fund des Massengrabes in Marienburg hatte im Januar 2009 für zahlreiche Schlagzeilen gesorgt. Über die Hintergründe wurde je nach polititischer Ausrichtung unterschiedlich spekuliert. Von Typhustoten, von Hingerichteten, von Verhungerten war die Rede. Von Russen ermordete Deutsche, von Polen ermordete Juden, von Polen ermordete Deutsche, von Deutschen ermordete Juden – alles war im Angebot. Ausführlich hat polskaweb.eu über die Entwicklungen berichtet.

In einer Pressemitteilung des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge heißt es.

Die Untersuchung der menschlichen Überreste, die von Oktober 2008 bis April 2009 aus einem Massengrab in Malbork/Marienburg geborgen wurden, ist abgeschlossen. Der Chirurg und Gerichtsmediziner Dr. Leszek Zacharczuk teilt dazu mit:

Die genaue Zahl der Toten ist nicht zu ermitteln. Nach der Anzahl der gefundenen Schädelknochen handelt es sich um 2111 Menschen, nach der Anzahl der identifizierten Oberschenkelknochen sind es 2116 Menschen. Unter ihnen sind 1001 Frauen, 381 Männer, 377 Kinder und 352 Menschen, deren Geschlecht und Alter nicht bestimmt werden konnten. (…)

Der Zustand der meisten Gebeine lässt vermuten, dass diese Menschen durch Krankheiten, Unterernährung oder Erfrierungen gestorben sind. Angesichts der Zeitumstände ihres Todes waren es wahrscheinlich in ihrer überwiegenden Zahl deutsche Zivilisten, die zwischen Januar und März 1945 ums Leben kamen.

Am 14. August 2009 wurden die Marienburger Toten auf der deutschen Kriegsgräberstätte in Stare Czarnowo bei Stettin bestattet. Geistliche aus Polen und Deutschland gestalteten die Trauerfeier, an der über 400 Menschen teilnahmen. Damit hat die Instrumentalisierung der Toten hoffentlich ein Ende. Alle Toten dieses Krieges sind würdig zu bestatten und zu betrauern, Deutsche, Polen, Russen, Juden und all die anderen.

Thema: Friedhof, Gräber des Krieges, Trauer | Kommentare (0) | Autor:

seconddeath

Freitag, 14. August 2009 13:08

Mein reales Leben ist spannend genug, ein zweites virtuelles Leben brauche ich nicht. Doch Second Life wollte ich immer schon mal ausprobieren. Second Life ist eine kostenlose digitale Online-Welt, die von ihren Einwohnern, die Avatare genannt werden, erdacht und erschaffen wird.

Bei mir scheitert die Erschaffung eines zweiten Lebens daran, dass meine Grafikkarte zu schwach auf der Brust ist: ich bekomme eine Fehlermeldung. Zu gerne wüsste ich aus erster Hand, ob in der schönen neuen Parallelwelt auch gestorben wird.

Als die zwei hauptsächlichen Todesursachen gelten

  1. Accountleichen. Das sind Avatare, die angelegt werden. Ihre Besitzer kommen nicht wieder, weil sie in der realen Welt anderes zu tun haben. Jemand hat sich dieser Figuren angenommen und die Accountleichenbewegung gestartet. Die Bewegung hat eine eigene Webseite, man muss nicht Mitglied bei SL sein.
  2. Crash der Datenbank. Durch einem Zusammenbruch der Datenbank verloren zahlreiche Nutzer ihre Avatare. Der Bericht auf endl.de macht sich Gedanken über die Auswirkungen dieses Sudden Death auf die Identität der Nutzer.

Auf Second Life sind Unternehmen vertreten, die dort nicht spielen, sondern Geld verdienen wollen. Vielleicht starte ich einen weiteren Versuch um herauszufinden, ob sich schon reale Bestattungsinstitute auf SL tummeln.

Thema: Bestatter, Internet, Kurios bis Seltsam | Kommentare (0) | Autor:

Friedhofsführung will gelernt sein

Dienstag, 11. August 2009 15:22

Die AFD (Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.) in Kassel lädt zu einem Tagesseminar ein. Angesprochen sind alle Menschen, die auf Friedhöfen Führungen anbieten. Im Wechsel von Impulsreferat, gemeinsamer Besichtigung des Kasseler Museums für Sepulkralkultur und des Kasslerer Hauptfriedhofes sollen Anregungen gegeben werden die eigene Führung noch interessanter und lebendiger zu gestalten.

Seminardaten: Samstag 19. September 2009, 10:00 bis 17:30 im Museum für Sepulkralkultur in Kassel. Kostenbeitrag 40 Euro für Mitglieder der AFD, 60 Euro für Nichtmitglieder. Weitere Infos und Anmeldung bei Dagmar Kuhle, E-Mail: kuhle@sepulkralmuseum.de.

Der Wechsel aus Impulsreferat, Museum, Friedhof und Kunst ermöglicht, einen neuen Blick auf den durch Führungen vertrauten Friedhof zu gewinnen. Eingeladen sind Menschen aus verschiedenen Berufen, die auf Friedhöfen Gruppen führen.

Thema: Empfehlungen, Friedhof | Kommentare (0) | Autor:

Trauerrede anno 1753

Montag, 10. August 2009 11:00

Google Book Search ist eine Dienstleistung des US-amerikanischen Unternehmens Google Inc. mit dem Ziel, das in Büchern gespeicherte Wissen der Welt vorwiegend durch Digitalisierung für die Volltextsuche verfügbar zu machen. (Quelle: Wikipedia) Seit 2007 kooperiert die Bayerische Staatsbibliothek in München mit dem Projekt.  Eine Million urheberrechtsfreier Werke aus den historischen Beständen werden digitalisiert zur Verfügung gestellt.

So die hier zitierte Trauerrede aus dem Jahr 1753. Diese Veröffentlichung, die “kurze aber wehemuthvolle Trauer-Rede auf den weyland Mann und wehrhaften Herrn, Herrn Joseph Anton von Bandel, welchen, zum Leidwesen der ganzen Christenheit, ohnlängstens der Schlagfluss ins Gehirne und in den Beutel getroffen” liest sich wie eine Satire. “Doch halt ein du Thränen-Bach! Stillet euch ihr Schmerzen! Bandel! Der streitende Ritter ist zu seiner Ruhe gekommen.” Das Bedauern hält sich in Grenzen, die Rede gleich einem Nachtritt. “Schall, Knall und Fall aus dem groben Geschütze, denn der Teufel lässet gerne beym Abschied einen Gestanck hinter sich zurücke.”

Thema: Kurios bis Seltsam, Trauerredner | Kommentare (0) | Autor:

Gemüseanbau auf dem Grab

Sonntag, 9. August 2009 14:20

© NiDerLander - Fotolia.com

Die Radieschen von unten wachsen sehen. Nach einem Artikel auf der Hompage des englischen Senders BBC soll dies ab Herbst 2010 möglich sein. Ein Bauer der südenglischen Grafschaft Somersetin will Gräber verkaufen, auf denen Gemüse angebaut wird.

Thema: Friedhof, Kurios bis Seltsam | Kommentare (0) | Autor: