Beiträge vom November, 2010

Filmreihe „Tod im Kino“ in Freiburg

Dienstag, 23. November 2010 9:23

Eine Filmreihe „Tod im Kino“ läuft zur Zeit an der Universität Freiburg. Der aka-Filmclub zeigt in Kooperation mit dem Freiburger Institut für Ethik und Geschichte der Medizin Filme, die Einblicke geben, wie Tod und Sterben im Film dargestellt werden.  Ebenso wird hinterfragt, was Zuschauer dazu bewegt ins Kino zu gehen, um Filme zu sehen, die sich mit Krankheit und Tod auseinandersetzen – und dafür auch noch Eintritt zu zahlen.

Die Filme der Reihe:

  • Donnerstag 18.11.2010 19:30 Uhr
    Poln. OmU Ein kurzer Film über das Töten
  • Donnerstag 25.11.2010 20:00 Uhr
    DF Die Zeit die bleibt
  • Donnerstag 02.12.2010 19:30 Uhr
    Der müde Tod (Stummfilm mit Live-Begleitung)
  • Donnerstag 09.12.2010 20:00 Uhr
    Vortrag mit Filmausschnitten: „Tod und Sterben im Film“
  • Donnerstag 16.12.2010 20:00 Uhr
    DF Erbarmungslos

Das ausführliche Programm gibt es hier.

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Medienprofi macht auf ewig – stayalive.com

Mittwoch, 10. November 2010 12:11

“Facebook für Tote” oder “Social Network für Zombies” wird das neue Portal StayAlive bereits betitelt. Der 9.11. war groß angekündigt. Hinter dem neuen Portal stehen der  Internet-Unternehmer Matthias Krage und der ehemalige Focus-Chefredakteur Helmut Markwort, zwei Medienprofis mit dem nötigen Kleingeld, einen solchen Medienhype um das Anschalten einer Webseite zu veranstalten.

Noch am Vormittag war nichts zu sehen außer der Meldung “Freuen Sie sich auf ein neues Portal”. Online war die Seite dann am gestrigen Abend. Im Stil und Funktionalität der Community-Plattform Facebook aufgemacht, verspricht das Angebot “digitale Unsterblichkeit”. Aber “ewig” bleibt nur, wer zahlt. Sechs Monate kann man probeweise unsterblich sein, danach ist die Unsterblichkeit nicht so billig zu haben.  Nach Ablauf Probezeit kostet die Gedenkstätte 19,90 Euro im Monat, bzw. 499 Euro “für immer”, was real bedeutet: bis jemand jemand die Gedenkstatte löscht, bis die Seite abgeschaltet wird und ganz ketzerisch: solange es Zugang zum Internet gibt und die Stromversorgung gesichert ist.

stayalive

Machen wir uns nichts vor. Jeder Mensch stirbt. Früher oder später. Etwas Lebendiges kann sterben. Daten können im Internet ein gewisses “Eigenleben” entfalten, sterblich sind sie jedoch nicht. Was als Unsterblichkeit beworben wird, ist die Konservierung digitaler Zeichenfolge von Nullen und Einsen, die sich in Bilder und Texte von und über einen Menschen dechiffrieren lassen.

Trauerportale sind ein Markt, den einige Unternehmen und Medienhäuser für sich erschließen wollen. In den USA scheint es zu funktionieren, in Deutschland tummeln sich zahlreiche Anbieter auf dem Markt, mit mehr oder weniger modernen Konzepten. Neu bei Stayalive ist der konsequent durchgezogene Community-Gedanke. Wenn es funktioniert, wird mit der Zeit ein Netzwerk der Toten entstehen, mit ein paar mutigen Lebenden, die die digitale Nähe der Toten nicht scheuen.

Die Werkzeuge sind nicht neu, sie sind bereits verstreut bei anderen Anbietern zu finden: Community-Funktionen, ein Baukasten für die Erstellung einer individuellen virtuellen Gedenkstätte mit Fotos und Videos, ein virtueller Tresor für digitale Hinterlassenschaften, die Anzeige des Friedhofs mit dem realen Grab auf GoogleMaps oder ein Tool, mit dem ein Stammbaum erstellt werden kann. Neu ist also nur die Verknüpfung der Funktionen auf einer Plattform.

Stayalive-Gründer Krage meint, dass vorhandene Online-Trauerportale wie Emorial oder Trauer.de “die alte Welt ins Internet übertragen”. Stayalive versucht die Funktionsweise von Facebook auf den Tod zu übertragen. Das ist eine gnadenlose Überschätzung der Mechanismen, die im Internet wirken. Den aktuellen Medienhype nutzt man am besten, sich Gedanken über die eigene Internetnutzung und den eigenen (unausweichlichen) Tod zu machen.

Ob ich mir einen Account bei Stayalive zulege? Wohl eher nicht. Ich will nicht einmal probeweise unsterblich sein.

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Guter Rat zu Testament und Erbfall – Buchempfehlung

Dienstag, 9. November 2010 14:16

Je mehr man sich mit der Materie Erbrecht und Testament beschäftigt, desto mehr Fragen tauchen auf. Was ist das “Berliner Testament” oder eine “vorweggenommene Erbfolge”, wie berechnet sich der “Pflichtteil” und geht das eigentlich, jemanden zu “enterben”?

Guter Rat ist nicht teuer. Guido Ubert gibt Auskunft darüber, was Erblasser und Erben wissen und beachten sollten. In 38 Kapiteln werden alle relevanten Themen angesprochen und Fachbegriffe erschlossen. Ein ausführliches Sachregister hilft, schnell die richtigen Stellen zu finden. Die vielen Beispiele, Checklisten und Berechnungen machen die ansonsten recht trockenen rechtlichen Informationen gut lesbar. Aufgrund der Fülle von Informationen ist dieser Ratgeber nicht von vorne bis hinten durchzulesen, vielmehr kann der Leser ganz gezielt ein Thema aufsuchen, dass ihn speziell interessiert. Etwa wie man durch eine rechtzeitige Vorsorge Erbschafts- und Schenkungssteuern sparen kann. Was passiert, wenn ein Testament vorliegt? Was passiert, wenn kein Testament vorliegt? In beide Richtungen finden  Betroffene weiterführende Informationen und können sich gezielt auf den Erbfall vorbereiten. Das macht auch die Gespräche mit Rechtsanwälten einfacher. Erblasser und Erben können die richtigen Fragen stellen. Da nicht jede Lebenssituation in einem Ratgeber abgebildet werden kann, bleibt auch Ihnen noch genug zu tun.

Guido Ubert
Guter Rat zu Testament und Erbfall
Was Erblasser und Erben wissen und beachten sollten
416 Seiten

Der Beck-Rechtsberater im dtv ist inzwischen in der 5. Auflage erschienen. Diese Neuauflage ist vollkommen überarbeitet und auf den neuesten Stand von Rechtsprechung und Gesetzgebung gebracht.

ISBN 978-3-423-50622-9
14,90 € (D),  15,40 € (A), 22,90 SFR

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#Nov bemerkenswerte Trauerreden: Yitzhak Rabin

Donnerstag, 4. November 2010 13:05

Würde die Situation im Nahen Osten heute anders aussehen, wenn das Attentat auf Yitzhak Rabin nicht stattgefunden hätte? Zur Erinnerung: Jitzchak Rabin war Generalstabschef der israelischen Streitkräfte sowie Verteidigungsminister und Ministerpräsident Israels. Er bestimmte die Außen- und Sicherheitspolitik  Israels und war maßgeblich am Friedensprozess beteiligt. Rabin erhielt 1994 gemeinsam mit seinem damaligen Außenminister Schimon Peres und dem damaligen Chef der palästinensischen Autonomiebehörde, Jassir Arafat, den Friedensnobelpreis.

Bei  einer großen Friedenskundgebung am 4. November 1995 in Tel Aviv teil wurde er von einem jüdischen Fundamentalisten erschossen. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Ja zum Frieden, Nein zur Gewalt“. Aus seiner Rede:

„Gewalt untergräbt das Fundament der israelischen Demokratie. Ich bin 27 Jahre lang Soldat gewesen. Ich habe so lange gekämpft, wie der Frieden keine Chance hatte. Jetzt aber gibt es eine Chance, eine große Chance, und wir müssen sie ergreifen, denen zuliebe, die hier sind, und auch um jener willen, die nicht gekommen sind.“

Nach seinem Tod gerieten die Verhandlungen und der gesamte Friedensprozess ins Stocken. Rabin war aber nicht nur Politiker, sondern Ehemann, Vater und Großvater. Bei der Trauerfeier sprach seine Enkelin Noa Ben-Artzi bewegende Worte:

“Verzeiht, dass ich nicht über den Frieden sprechen möchte.
Ich möchte über meinen Großvater sprechen.”

> die gesamte Rede

Rabin hat sich mit seinen Kriegserfahrungen für den Frieden engagiert. Seine Familie wurde mit ihm wegen dieses Engagements angefeindet. Rabins Ermordung war eine nationale Tragödie. Seine Enkelin zeigt die private Seite, den Schmerz, in den die ganze Familie geworfen wurde.

Die Situation in Israel/Palästina ist heute verfahrener denn je. Wo sind die großen, friedensbewegten Politiker, die die Extremisten in ihre Schranken weisen und zum Frieden führen?

Dieser Artikel ist Beitrag 11 von 12 Beiträgen der Artikel-Serie Bemerkenswerte Trauerreden.

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