Beiträge vom Januar, 2011

Mein Blog feiert den 2. Geburtstag

Montag, 31. Januar 2011 10:26

Heute vor zwei Jahren erschien der erste Artikel “Warum ich jetzt Bloggerin bin.”

Wieder ein Jahr weiter, ist es Zeit eine kleine Rückschau zu halten. Zuerst die Statistik: insgesamt 214 Artikel sind erschienen. Also war ich im zweiten Jahr etwas weniger aktiv als im ersten Jahr.  Dafür ist die Zahl der Entwürfe von 78 auf 178 gestiegen. Hier sind Themen versammelt, die mir irgenwann interessant erschienen. Da muss ich wohl einmal gründlich ausmisten.

Die Reihe “bemerkenswerte Trauerreden” setze ich im kommenden Jahr vorerst nicht fort. Absicht dieser Reihe war, im Internet veröffentlichte Trauerreden zu verlinken. Diese Reden sind beim Abschied von prominenten Personen entstanden, leider werden nicht allzuviele dieser Reden vollständig veröffentlicht. Ich sammle fleissig weiter…

Manchmal schiele ich auf Blogs, die mehrere Artikel am Tag veröffentlichen. Vielleicht geht manchen Menschen das Schreiben leichter von der Hand oder sie recherchieren nicht ganz so gründlich, oder sie begnügen sich mit Verlinkungen auf anderswo erschienene Artikel. Mir ist es bei jedem Blogbeitrag wichtig etwas tiefer zu schauen, mich zunächst einmal umfassender zu informieren, um mir eine eigene Meinung bilden zu können. Für manche Artikel benötige ich mit dieser Arbeitweise mehr als eine Stunde, selten weniger als eine halbe Stunde. Meine Artikelfrequenz hat sich eingespielt, mehr wird es auch in Zukunft nicht geben.

Nach wie vor freue ich mich über die Resonanz in Form von Kommentaren oder E-Mails. Mein Blog hat laufen gelernt und fängst an, die Umgebung zu erkunden. Für mich bleibt’s spannend.

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Ab heute: Ausstellung “Der Tod in der Karrikatur”

Samstag, 29. Januar 2011 14:15

Das Museum für Sepulkralkultur ist bekannt für seine Ausstellungen, die in anderen Museen nicht zu sehen sind. Denn das Spezialgebiet der Ausstellungsplaner in Kassel ist der Tod. Die aktuelle Ausstellung:

29. Januar bis zum 1. Mai 2011

Der Tod in der Karikatur

Deutsches Zeitungsmuseum Wadgassen

Media vita in morte sumus. Täglich führt uns die Zeitung vor Augen, dass wir mitten im Leben vom Tod umfangen sind: Plakative Überschriften im Großformat, schockierende Fotos auf der Titelseite und im hinteren Teil der Zeitung die Todesanzeigen. Daher ist es selbstverständlich, dass sich auch Zeichner häufig mit diesem Thema auseinandersetzen müssen. Der Gevatter Tod ist allgegenwärtig.

Das Deutsche Zeitungsmuseum Wadgassen präsentiert im Museum für Sepulkralkultur rund 120 Karikaturen zum Thema Tod aus der Sammlung Koos van Weringh. Etwa 50 der gezeigten Karikaturen sind Originale, weitere Beispiele stammen aus internationalen Zeitungen sowie Zeitschriften. Sie decken den Zeitraum von 1900 bis heute ab.

Dabei handelt es sich keineswegs nur um Karikaturen über die beiden Weltkriege und die vielen anderen Kriege des Jahrhunderts; vielmehr dokumentiert die Bildauswahl Bezüge zu ganz unterschiedlichen Themen – darunter u.a. Fußball, Aids und Rinderwahnsinn – und verdeutlicht die Allgegenwärtigkeit des Sujets. Während der Tod kontinuierlich als Sensenmann oder Skelett dargestellt wird, spiegelt die Thematik der einzelnen Karikaturen stets auch das Problembewusstsein der jeweiligen Zeit.

Der Tod in den Medien ist allgegenwärtig, in großen Schlagzeilen und aufrüttelnden Bildern präsentieren und kommentieren sie täglich, was sich Menschen gegenseitig antun; Bilder vom Tod, vom Töten und neuerdings vom Sterben werden uns täglich über die Medien frei Haus geliefert, der Tod kommt in vielerlei Gestalt und fordert Journalisten immer wieder heraus: welche Worte und Bilder können und müssen gezeigt werden? Wie viel Pietät lässt sich mit der journalistischen Pflicht der Recherche vereinbaren?

Den Besucher erwartet eine Zeitreise durch über hundert Jahre konfliktreicher Geschichte, die sich in den ausgewählten Karikaturen nachvollziehen lässt. Frei nach dem Motto: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte liefern die Zeichnungen – manchmal erst auf den zweiten Blick – viele aufschlussreiche Einblicke.

Der Sammler Koos van Weringh, Jahrgang 1934, sammelt seit über 50 Jahren Karikaturen. Er hat eine Reihe von Büchern und Artikeln über deutsche und niederländische Zeichner veröffentlicht sowie zahlreiche Ausstellungen kuratiert.

Der Katalog zur Ausstellung kostet 19.90 EUR.

Öffnungszeiten des Museums

Dienstag – Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr

Mittwoch 10.00 – 20.00 Uhr

Montag geschlossen!

Link zur Seite des Museums

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Hereafter – Das Leben danach – Filmempfehlung

Freitag, 28. Januar 2011 20:30

Filmplakat Hereafter

Hereafter – Das Leben danach

Von allem ist etwas dabei: Katastrophenbilder eines Tsunamies, enttäuschte und gefundene Liebe, Sozialdrama, politische Anspielungen und das Kaleidoskop esoterischer Bemühungen, mit Verstorbenen Kontakt aufzunehmen.

Drei Menschen aus drei Ländern werden mit dem Sterben konfrontiert. Eine französiche Journalistin, ein amerikanischer Arbeiter und ein Schuljunge aus London. Drei Handlungsstränge entwickeln sich parallel nebeneinander. Das verbindende Thema ist die Auseinandersetzung mit dem Tod und die Suche nach Wahrheit.

Der Amerikaner George hat eine Gabe. Wenn er einen Menschen berührt, erhält er Kontakt zum Jenseits und die Toten sprechen zu ihm. Verarbeitet ist hier das Motiv des verwundeten Heilers. Durch eine eigene lebensbedrohliche Krankheit öffnete sich bei ihm eine besondere Form der Wahrnehmung. Er erlebt die Gabe als einen Fluch und will unerkannt bleiben. Das gelingt ihm im Verlauf der Geschichte immer weniger.

Die Französin Marie wirbelt zu Beginn des Films durchs Wasser. Die Wassermassen des Tsunamies, die durch die Straßen der Stadt wogen sind beeindruckend. Sie ertrinkt fast und hat ein Nahtoderlebnis. Ihre journalistische Umgebung reagiert ablehnend, derartige Erfahrungen passen nicht in die Welt des politischen Enthüllungsjournalismus.

In London erlebt der junge Marcus den Tod seines Bruders. So groß ist seine Sehnsucht, seinen Bruder wieder zu finden, dass er sich auf die Suche nach einer Antwort macht und alle möglichen Leute abklappert, die davon überzeugt sind, Kontakt mit Verstorbenen aufnehmen zu können.

Die drei Handlungsstränge des Films werden am Ende zusammengeführt. Die Wege von George, Marie und Marcus kreuzen sich.

Mir gefällt, dass der Film sehr zurückhaltend ist mit Bildern aus dem “Leben danach”. Behutsam werden die Schilderungen von Menschen mit Nahtoderlebnissen in Bildszenen übersetzt, ohne den Anspruch letztendlich die Wahrheit zu kennen. Die menschlichen Medien, die sich wissend, geheimnisvoll oder technisch dem Jenseits nähern, sind skuril gezeichnet, ohne überzogen zu wirken. Solche Leute gibt es wirklich.

Die drei Helden sind Menschen, die Zweifel kennen, sich verletzlich zeigen, sich berühren lassen – und nicht aufgeben. Das macht sie sympathisch. Menschen mit Nahtoderlebnissen haben es in der westlichen technisierten Welt schwer, dass man ihren Erfahrungen Glauben schenkt. Hereafter spielt mit dieser Erfahrung und überlässt es am Ende dem Kinobesucher, ob er die Blitzlichter ins Jenseitige für real hält.

Regie: Clint Eastwood

Kinostart: 27.01.2011

Der Trailer zum Film

Dieser Artikel ist Beitrag 7 von 8 Beiträgen der Artikel-Serie Empfohlene Filme.

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Radio Galaxy, ein Wettbewerb, ein Bestatter

Mittwoch, 26. Januar 2011 0:36

Ein kleiner regionaler Sender. Radio Galaxy. Ein bayernweiter Jugend-Radiosender. Empfangbar in Bayern über Kabel und DAB sowie in 12 UKW-Standorten. “Das krasseste Radiospiel Deutschlands.”

Nach dem Vorbild eines österreichischen Senders, der 2009 eine ähnliche Aktion durchführte, kann man hier seine eigene Beerdigung gewinnen. Was man dafür tun muss? Letzte Worte liefern!

Die Reaktionen auf den Wettbewerb sind geteilt. In der Hauptsache wird die Promotion-Aktion unter dem Gesichtspunkt Marketing diskutiert, wie ein Beitrag auf der Seite “werben und verkaufen” zeigt. Zitiert wird der Moderator des Senders: “Man wolle lediglich den Jüngeren das Tabu-Thema ‘Sterben’ näher bringen.” Das ist wohl eher ein Argument, um die Wogen zu glätten. Denn davon steht so gar nichts in der Ausschreibung, die im Stil einer Todesanzeige aufgemacht ist. Ein schwarzer Rand, ein schwarzes Kreuz, ein Spruch “Das gab’s noch nie”.

“Gewinne Deine eigene Beerdigung!”

Öffentlichkeitswirksam ist der Wettbewerb allemal. Schließlich lockt eine Sterbegeldversicherung im Wert von 3000 €. Den meisten wäre der Betrag bar auf die Hand sicher lieber, doch da jeder irgendwann stirbt, haben zumindest die Angehörigen etwas von dem Gewinn. Die Bestattungsrechnung wird billiger.

“… sei dabei bevor es zu spät ist!!!!”

Ein wenig Angst vor dem Tod motiviert die jugendlichen Hörerinnen und Hörer hoffentlich. Vier Ausrufezeichen und drei Fragezeichen müssten reichen.

“Was wären Deine letzten Worte???”

Gestreut wird die PR-Aktion in verschiedenen Medien, in der Sendung, auf Facebook und in lokalen Anzeigenblättern. Ein Statement gab eine Hörerin direkt auf der Facebook-Seite ab. Sie findet die Aktion “cool”. Ihr sagt “Bis gleich!” zu einer Verwandten, die sie nicht leiden kann.

Vermutlich werden viele Reaktionen in diesem Stil in der Redaktion eintreffen. Gefordert ist nämlich die “coolste Antwort”. Auf diese Weise das Tabu-Thema ‘Sterben’ anzugehen, kommt mir vor, als wolle man Enttabuisierung betreiben indem man die Jugendlichen auffordert, möglichst viele Krimis anzuschauen. Da stirbt ja auch immer jemand.

Ob wirklich die coolste Antwort gewinnt, ist nicht gesagt. In den Teilnahmebedinungen heißt es: “Unter allen Einsendungen entscheidet das Los unter Gewährleistung des Zufallsprinzips.” Also keine Jury, die die Beiträge inhaltlich unter die Lupe nimmt. Ziemlich verwirrend und marketingtechnisch ein NoGo.

So, und nun der Blick auf das Bestattungsunternehmen Erich Kraus jun. in Aschaffenburg, das der Kooperationspartner von Radio Galaxy ist. Auch für das Bestattungsinstitut ist der Wettbewerb eine große, öffentlichkeitswirksame Nummer. Hier kann man nur hoffen, dass der Schuss nicht nach hinten losgeht. Denn sterben tun in der Mehrzahl die Alten, die nicht zu den Hörern des bayernweiten Jugend-Radiosenders gehören. Vom diesem Bestatter werden sie jetzt in der Zeitung lesen, mit allen bissigen und kritischen Kommentaren. Ob das einen neuen Kunden bringt? Im Vorfeld wäre eine Klärung der Zielgruppe sinnvoll gewesen. „Seriös und zuverlässig“ als Marketingspruch (schon an sich nicht besonders originell) ist war für die Älteren. “Cool und krass” müsste unter der Anzeige stehen, um das Unternehmen für die Jungen interessant zu machen.

Die Bestattungsbranche kann von der Aktion lernen und aus den Reaktionen und Diskussionen ihre Schlüsse ziehen. Radio Galaxy wird ein paar neue jugendliche Hörerinnen und Hörer gewinnen. Spannend wäre zu erfahren, wer letztlich die 3000 € Bestattungswert beiträgt.

Thema: Bestatter, Kurios bis Seltsam | Kommentare (1) | Autor:

store your DNA and your lifetime memories – Swissdnabank

Freitag, 14. Januar 2011 16:50

Ein weiteres Angebot, dass mit der “Ewigkeit” wirbt, ist die Swissdnabank. Das 2008 im schweizerischen Lugano gegründete Unternehmen verspricht die Speicherung der DNA und der Lebenserinnerung eines Menschen auf ewig.

Die Sicherheit einer Militärbasis in den Schweizer Alpen soll dafür sorgen, dass Menschen vertrauensvoll ihre DNA an das Unternehmen übermitteln. “Der sicherste Ort auf dieser Erde”, so die Werbung. Einen Datensafe für die Lebenserinnerungen eines Menschen bieten inzwischen viele andere an. Bilder, Videos, Audiodateien, Dokumente -  privat oder in der Wolke gespeichert, das ist nicht mehr neu. Die Bewahrung seiner körperlichen Einzigartigkeit, repräsentiert durch das Erbgut, ist das Alleinstellungsmerkmal von Swissdnabank.

Einfach eine Speichelprobe nehmen und per Post hinschicken. Die nachfolgenden Generationen sollen davon profitieren, diese Informationen später abrufen zu können.

Der Account kostet 99 Dollar für die Datenspeicherung. Allerdings werden die wenigsten mit 100 MB auskommen. Einen USB-Stick zur Speicherung gibt es für einen Bruchteil im Supermarkt zu kaufen. DNA-Speicherung und 1 GB Speicherplatz kosten 399 Dollar. Wer mehr Platz braucht für seine Video- und Bildersammlung, greift noch tiefer in die Tasche. Aber es ist ja für “ewig”, da sollten wir nicht geizig sein.

Kein Wort über die Möglichkeit des Mißbrauchs der Informationen meiner DNA. Ich will ja nicht kleinlich sein, aber heute morgen habe ich einen Artikel in der Zeitung über die Einführung der neuen Gesundheitskarte in Deutschland gelesen. Kritikpunkt ist dort die Speicherung von Gesundheitsdaten, etwas Psychotherapie, Aids, Erbkrankheiten, die für Arbeitgeber und Versicherungskonzerne natürlich von höchstem Interesse sind. Wer garantiert, das die Daten nicht in deren Hände gelangen? In dieser Diskussion wird von einer Speicherung der Erbinformation eines Menschen überhaupt nicht gesprochen, da würden alle Datenschützer entsetzt aufschreien. Und jetzt kann ich diese Information freiwillig einem Schweizer Unternehmen überlassen, damit sie sie in den Schweizer Alpen für die Nachwelt verwahrt . Wieder einmal ein Anbieter, der die Sehnsucht des Menschen anspricht, dass irgendetwas sein irdisches Leben überdauert.

Thema: Digitaler Nachlass, Kurios bis Seltsam | Kommentare (0) | Autor: