Guter Rat zu Testament und Erbfall – Buchempfehlung

Dienstag, 9. November 2010 14:16

Je mehr man sich mit der Materie Erbrecht und Testament beschäftigt, desto mehr Fragen tauchen auf. Was ist das “Berliner Testament” oder eine “vorweggenommene Erbfolge”, wie berechnet sich der “Pflichtteil” und geht das eigentlich, jemanden zu “enterben”?

Guter Rat ist nicht teuer. Guido Ubert gibt Auskunft darüber, was Erblasser und Erben wissen und beachten sollten. In 38 Kapiteln werden alle relevanten Themen angesprochen und Fachbegriffe erschlossen. Ein ausführliches Sachregister hilft, schnell die richtigen Stellen zu finden. Die vielen Beispiele, Checklisten und Berechnungen machen die ansonsten recht trockenen rechtlichen Informationen gut lesbar. Aufgrund der Fülle von Informationen ist dieser Ratgeber nicht von vorne bis hinten durchzulesen, vielmehr kann der Leser ganz gezielt ein Thema aufsuchen, dass ihn speziell interessiert. Etwa wie man durch eine rechtzeitige Vorsorge Erbschafts- und Schenkungssteuern sparen kann. Was passiert, wenn ein Testament vorliegt? Was passiert, wenn kein Testament vorliegt? In beide Richtungen finden  Betroffene weiterführende Informationen und können sich gezielt auf den Erbfall vorbereiten. Das macht auch die Gespräche mit Rechtsanwälten einfacher. Erblasser und Erben können die richtigen Fragen stellen. Da nicht jede Lebenssituation in einem Ratgeber abgebildet werden kann, bleibt auch Ihnen noch genug zu tun.

Guido Ubert
Guter Rat zu Testament und Erbfall
Was Erblasser und Erben wissen und beachten sollten
416 Seiten

Der Beck-Rechtsberater im dtv ist inzwischen in der 5. Auflage erschienen. Diese Neuauflage ist vollkommen überarbeitet und auf den neuesten Stand von Rechtsprechung und Gesetzgebung gebracht.

ISBN 978-3-423-50622-9
14,90 € (D),  15,40 € (A), 22,90 SFR

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Der Flieger – Buchempfehlung

Freitag, 15. Oktober 2010 10:03

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Maarten ’t Hart, Der Flieger

Die Frankfurter Buchmesse ist vor kurzem zu Ende gegangen. Doch das Buch, das ich vorstellen möchte ist kein “Jahrgang 2010″.  Genaugenommen ist 12 Jahre alt. Erstmals 1998 in den Niederlanden erschienen, wurde es erst 2008 auf Deutsch veröffentlicht.

»Mein Vater war Totengräber”, so sind die ersten Worte. Der Vater selbst bezeichnet sich lieber als “Grabmacher”. “Ich grabe keine Leute tot”, sagt er protestantisch korrekt. Er macht Gräber. Beharrlich weigert er sich Katholiken umzubetten, auf deren Grund und Boden neu gebaut werden soll. Sie müssten auf den neuen Friedhof rübergeschafft werden.

Erzählt wird die Geschichte von seinem Sohn, einem lesehungrigen Knaben, der in die Tochter der neuen Nachbarn verknallt ist. Sehr direkt, manchmal derb, aber immer liebevoll, schildert er die Vorgänge auf dem Friedhof. Und so wechselt der Roman von einem Satz zum anderen von den Gerüchen beim “Umbetten” zu hochgeistiger Literatur.

Maarten ’t Harts Roman ist lustig, bei jedem Umblättern der Seite überraschend und durchaus anspruchsvoll. Geht es doch seitenweise um theologische Argumentationen und Presbyter, die gekonnt Bibelzitate um sich werfen. Nicht nur Theologen haben ihre Freude an den Einblicken in die calvinistische Religiosität, die Probleme, die der Mittelscheitel des neuen Pastors der Gemeinde bereitet, und dem Wortwitz des Nachbarn Ginus, der einen Haufen Ärger wegen seiner eigenwilligen Auslegung der Schriften bekommt.

Maarten ’t Hart, Der Flieger, Roman, erschienen bei Piper
€ 8,95 [D], € 9,20 [A] ISBN: 9783492258791

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Schwester Tod – Buchempfehlung

Freitag, 6. August 2010 23:46

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Erni Kutter, Schwester Tod, Weibliche Trauerkultur, Abschiedsrituale, Gedenkbräuche, Erinnerungsfeste

Wer sich mit Ritualen und der Gestaltung von Abschiedsfeiern beschäftigt, kennt die Kluft zwischen den überlieferten Riten früherer Zeiten und der Ritenarmut moderner Begräbnisse. Gestorben wird meist in Kliniken und Pflegeeinrichtungen, die sozialen Einheiten, in denen Menschen leben sind kleiner geworden, Lebensübergänge werden nicht mehr gestaltet. Historisch ausgerichtete Beschreibungen von Sterbe- und Abschiedsritualen vergangener Zeiten wirken wie museale Relikte.

„Schwester Tod“ von Erni Kutter ist hilfreich, weil es beides zusammenbringt. Die Autorin verbindet historisches, rituelles und praktisches Wissen in Bezug auf die Sterbegleitung und den Tod. Sterbebegleitung und Totenfürsorge waren in unserem Kulturkreis eine Domäne der Frauen. Diesen Erfahrungsschatz hat die Autorin aufgespürt und in einem übersichtlich gegliederten Aufbau zugänglich gemacht. Der Fokus auf die weibliche Tradition bringt in den Blick, was uns allen, Frauen und Männern, gut täte. Eine Stärke des Buches ist, dass die Autorin frühere Gebräuche und Riten so aufgreift, dass sie auch im heutigen Kontext durchführbar sind. Es geht ihr nicht nur darum, Früheres darzustellen, sondern darum, es wieder zu beleben und für unsere Zeit weiterzuentwickeln. [...]

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Der Tod ist nicht das Ende – Buchempfehlung

Montag, 25. Januar 2010 14:10

Der Tod ist nicht das Ende

Da schreibe ich schon fast ein Jahr auf diesem Blog und empfehle Bücher, doch mein eigenes war noch nicht dabei…
Zusammen mit Ilse Grünewald habe ich 2003 dieses Buch herausgegeben. Seit zwei Jahren ist die zweite Auflage erhältlich.

Dieses Buch ist gedacht für alle Menschen in Abschiedssituationen: für solche, die trauern, weil sie gerade einen Menschen verloren haben, aber auch für solche, bei denen das schon länger her ist. Trauern ist ein langer Prozess, der sich in Wellen Bewegungen vollzieht. Dabei kann dieses Buch begleiten. Es ist eine Einladung zu Lesen, zum Blättern, es enthält Gedicht e und Geschichten, Texte, die zum weiteren Nachdenken einladen. Einem Nachdenken über den Tod, das offen ist für unterschiedliche religiöse oder weltanschauliche Erfahrungen.

Ein Teil der Geschichten und Gedichte wurde von Personen zusammengetragen, die einen lieben Menschen verloren haben. Es sind Texte, in denen sie Trost fanden. Ihnen allen einen herzlichen Dank. Die Texte und Gedichte wurden lose einem Thema zugeordnet. Für jeden dieser thematischen Abschnitte haben die Autorinnen, Ilse Grünewald und Birgit Janetzky, einen Begleittext geschrieben. Mit diesem sprechen sie Trauernde direkt an: Sie können sich wiederfinden mit all ihren Gefühlen, mit allem, was sie in dieser Lebenssituation bewegt. In unserer Gesellschaft sind wir so ungeübt im Umgang mit dem Tod, dass viele Trauernde von sich denken, ihr Umgang sei nicht „normal“, sei „krank“ oder irgendwie “extrem“, wenn sie nicht nach wenigen Wochen nahtlos wieder in ihren Alltag gleiten und „funktionieren“.

Wer die Texte dieses Buches liest, sieht, dass Trauer mit all ihren begleitenden Gefühlen zutiefst menschlich ist; und dass der Tod und der Umgang mit ihm zu den schwierigen Aufgaben des menschlichen Daseins zählt, aber nicht unmöglich ist. Die Autorinnen verfügen beide über einen reichen Erfahrungschat im Umgang mit Trauernden. Beiden ist es ein Herzensanliegen, Menschen in ihrer Trauer zu begleiten. Mit diesem Buch laden sie dazu ein, sich auf diese Erfahrung einzulassen. Es gibt keine Antworten, aber viele Anregungen. Es ist ein Buch zum „Querbeet-Lesen“, jede Leserin, jeder Leser mag selbst herausfinden, wo und ob sie/er sich in den Texten und Gedichten wiederfindet.

Inhalt

· Einleitung
· Den Abschied nehmen
· Berührungen – sich berühren lassen· Vielfalt der Gefühle
· Freisetzung kreativer Kraft
· Heilsamer Umgang mit Ritualen
· Sterbenkönnen ist ein heiliges Wissen

Ilse Grünewald, Birgit Janetzky
Der Tod ist nicht das Ende
Matthias-Grünewald-Verlag, Ostfildern 2007
13,90 €

ISBN alt 3786726744
ISBN-13: 978-3786726746

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Sag mir, wo der Himmel ist…

Dienstag, 19. Januar 2010 11:39

Sag mir, wo der Himmel ist. Wo ist er geblieben?
Sag mir, wo der Himmel ist. Oben oder unten?

Die Zeilen stammen aus einem Lied, das wir früher oft gesungen haben. Vor fünfzehn Jahren als ich noch in der kirchlichen Jugendarbeit gearbeitet habe. Christoph Schlingensief sagt, wo der Himmel ist. Er ist hier. Hier unten. Er ist das Leben.

schlingensief-himmel

“Ich habe lernen müssen, auf dem Sofa zu liegen und nichts anderes zu tun, als Gedanken zu denken.”

schreibt er ins seinem Tagebuch einer Krebserkrankung.

“Im Januar 2008 wird bei dem bekannten Film-, Theater- und Opernregisseur, Aktions- und Installationskünstler Christoph Schlingensief Lungenkrebs diagnostiziert. Ein Lungenflügel wird entfernt, Chemotherapie und Bestrahlungen folgen, die Prognose ist ungewiss – ein Albtraum der Freiheitsberaubung, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint.”(Klappentext)

Seine Gedanken hält er fest mittels eines Diktiergerätes. Er spricht mit sich selbst, mit Freunden, seinem toten Vater, mit Gott. Es ist ein berührendes Buch. Denn Christoph Schlingensief beschreibt mit großer Offenheit seinen Umgang mit der Krankheit und der Todesnähe. Er kann im Tempo der Welt nicht mehr mithalten und lernt, mit dieser Situation umzugehen und nicht zu verzweifeln.

“Dieses bewegende Protokoll einer Selbstbefragung ist ein Geschenk an uns alle, an Kranke wie Gesunde, denen allzu oft die Worte fehlen, wenn Krankheit und Tod in das Leben einbrechen. Eine Kur der Worte gegen das Verstummen – und nicht zuletzt eine Liebeserklärung an diese Welt.” (Klappentext)

Sag mir wo der Himmel ist. Was Schlingensief in seinem Buch ausdrückt hat mir ein Freund vor kurzem sehr anschaulich gezeigt. Er fragte: wo beginnt der Himmel? Am Horizont? In ein Kilometer Höhe? Dort wo die Wolken sind? Nein!
Er bückte sich, berührte mit der Hand den Boden und sagte: Hier beginnt der Himmel!

Christoph Schlingesief
So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!
ISBN: 978-3-462-04111-8
Erscheinungsdatum: 20. April 2009
256 Seiten
Gebunden
Euro (D) 18.95 | sFr 33.50 | Euro (A) 19.50
Verlag Kiepenheuer&Witsch

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