Beitrags-Archiv für die Kategory 'Digitaler Nachlass'

Wohin mit den Toten – Sendung des Bayrischen Fernsehens

Freitag, 22. Oktober 2010 9:41

Die dunkle Jahreszeit beginnt. Mit ihr die Sendungen über Bestattungsthemen. Eine davon:

am 3.11.2010
im Bayerischen Fernsehen
um 19.00 Uhr (Stationen-Sendeplatz)
Titel “Wohin mit den Toten”

In Deutschland sterben jährlich zwei Großstädte wie Augsburg und Nürnberg zusammen weg. Rund um die letzte Ruhestätte gibt es daher in unserer Gesellschaft inzwischen eine ganze Industrie, die bei den Angehörigen für ihre Dienste wirbt. Da fällt eine Entscheidung nicht immer leicht …

Michael Wandt begleitet in seiner Dokumentation Menschen, deren Geschäft der Tod ist. Ob bei einer Beerdigung auf einem Berg, bei der Diamantherstellung mit Asche, bei einer anonymen Urnenbestattung oder der eher üblichen Erdbestattung – durch die Augen der Kamera erhalten wir einen Überblick über das vielseitige Angebot für die letzte Reise…

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Abschied aus dem Internet

Mittwoch, 6. Oktober 2010 10:58

© onkeltobi - fotolia.de

und tschüss

Wenn ich einen Raum betrete, in dem sich Menschen aufhalten, sage ich “guten Tag”, wenn ich ihn wieder verlasse “auf Wiedersehen”. Was im realen Leben selbstverständlich ist, lässt sich nicht immer auf die Umgangsweisen im Internet übertragen. Bisher kannte ich nur das “guten Tag” im Internet. “Herzlich willkommen auf unserer Plattform”, “Willkommen beim Dienst xy”, “Ihr Account wurde freigeschaltet”, “Werden Sie Mitglied bei…” Täglich entstehen neue Communities und Internetangebote, die “guten Tag” sagen. Vom Verschwinden eines Angebotes habe ich bisher immer nur erfahren, wenn ich die Seite aufgerufen habe und auf eine Fehlermeldung oder ein Angebot, die Domain zu kaufen, traf.

Jetzt habe ich innerhalb weniger Tage von drei Internetplattformen Nachrichten erhalten.

1. “Xmarks Sync to be Discontinued”

Xmarks ist eine Erweiterung für den Firefox-Browser. Es gleicht Firefox-Lesezeichen und Passwörter über einen Server ab und stellt sie weltweit zur Verfügung.

2. “Einstellung des Portals Polylooks zum 31.12.2010″

Polylooks ist eine Online-Bildagentur der Deutschen Telekom Fotocommunity und Magazin, auf dem man lizenzfreie Bilder kaufen und verkaufen kann.

3. “femity nimmt Abschied: Foren und Datenbanken vom Netz genommen”

Femity war eine Frauen-Community, die nach dem Forenprinzip aufgebaut war. Sie wurde redaktionell betreut und frau konnte alles Mögliche zu beruflichen und lifestyle-Themen finden.

Zufällige Häufung oder Beginn einer Abschiedskultur im Internet?

Tatsache ist, dass das Internet ein junges Medium ist. Manche Seiten sind wie Sternschnuppen, man sieht sie kurz, dann verschwinden sie im schwarzen Loch des Cyberspace. Andere Angebote haben sich etabliert,  sind jedoch in die Jahre gekommen (femity),  das Geschäftsmodell hat nicht funktioniert (Polylooks) oder die Monetarisierung eines vielfach genutzten Dienstes ist nicht gelungen (Xmarks).

Ich bin froh, dass die Betreiber mir diese Nachrichten schicken. Zum einen kann ich mir wichtige Inhalte vor dem Abschalten der Webseiten sichern und mich rechtzeitig nach einer Alternative umschauen. Auch wenn die E-Mail im sachlichen Ton der Information daher kommmen, spüre ich zum anderen, dass hinter jeder Seite Menschen stehen, die Zeit,  Geld und persönliches Engagement in ihre Projekte gesteckt haben. Eine Webseite aus dem Netz zu nehmen, das ist ein Stück Sterben. Zurück zu schauen, Abschied zu nehmen, Menschen, mit denen man über die Seite verbunden war, mit in den Abschied einzubeziehen – das gefällt mir als Abschiedsgestalterin. Es fällt niemandem leicht, eine Webseite einfach abzuschalten. So sage ich öffentlich Danke und wünsche den Menschen, die hinter den Webseiten stehen viele spannende und ertragreiche neue Projekte.

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I’m not dead! – Scheintod auf Facebook

Dienstag, 10. August 2010 20:17

Vor kurzem erreichte Facebook die magische Zahl von 500.000.000 angemeldeten Nutzern. Als einzige der großen Internet-Communities hat Facebook inzwischen darauf reagiert, dass Mitglieder sterblich sind und hat ein Meldeformular eingerichtet. Andere Mitglieder, Freunde, Familienangehörige können Facebook vom Versterben der Person benachrichtigen und das Profil entweder löschen oder in einen Gedenkstatus setzen lassen (nur bestätigte Freunde können das Profil sehen, die Pinnwand dient den Kondolenzeinträgen). Als Nachweis reicht eine Todesanzeige oder eine Nachrichtenmeldung.

Da hat sich jemand einen Spass erlaubt, mit ungeahnten Folgen. Eine Person wurde als verstorben gemeldet und das Profil gesperrt. Simon Thulbourn geht so als erster “Facebook-Zombie” in die Geschichte ein.

Nachzulesen ist der Fall bei heute.de computer.

Simon Thulbourn war aber nur scheintot. Inzwischen ist er auch von Facebook wieder als Lebender anerkannt und sein Profil ist reaktiviert.  Er hat eine Webseite eingerichtet und seine Erfahrungen veröffentlicht.

I’m not dead!
Yes, according to Facebook, I’m still dead now alive.

Thema: Digitaler Nachlass, Internet, Kurios bis Seltsam | Kommentare (0) | Autor:

TV-Tipp zum Thema “Digitaler Nachlass”

Donnerstag, 29. Juli 2010 19:10

Welche Unannehmlichkeiten der digitale Nachlass den Erben bereiten kann und was Erben zu beachten haben, darüber geht die von der anwaltauskunft gesponserten Sendung „Steuern und Recht“ auf n-tv am Dienstag, dem 3. August 2010 um 18.35 Uhr und am Mittwoch, dem 4. August 2010 um 15.15 Uhr (Wiederholung).

“Wenn ein Mensch stirbt, wird er von vielen Freunden und Bekannten vermisst. Doch in der digitalen Welt sieht dies ganz anders aus. Hier verschwindet niemand einfach so, nur weil sein irdisches Leben beendet ist. Digital kann ein Mensch weiterleben, da seine Fotos und Videos weiterhin für die Öffentlichkeit im Netz zu sehen sind. Und selbst die Verträge mit Providern und sozialen Netzwerken enden nicht automatisch mit dem Tod.”

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Digitale Daten dürfen jetzt auch sterben

Samstag, 24. Juli 2010 10:30

© L.S. - Fotolia.com

Vergänglichkeit war bislang ein Vorrecht der Natur. Mit der Entwicklung einer neuen Technik, sind in Zukunft auch digitale Daten vergänglich. Sie können mit einem Verfallsdatum versehen werden.

Große Suchmaschinen wie Google oder Yahoo speichern alles, was ihren Robotern unter die Finger kommt, nach dem Motto „Durchsuche alles, speichere alles und stelle es mehrfach zu Verfügung“ (im sogenannten Cache). Diese vollautomatische Speicherung aller Daten bewirkt, dass selbst Daten, die der Nutzer selbst wieder löscht, im Internet weiter existieren und gefunden werden können.

Jetzt haben Saarbrücker Informatiker haben ein System entwickelt, das jeder Computerlaie anwenden kann. Bevor Dateien und Bilder ins Internet gestellt werden, werden sie mit einem digitalen Schlüssel versehen. Mit einer neuartigen Kombination aus Verschlüsselungstechnik und so genannten Captchas werden die Daten nach Fristablauf automatisch unzugänglich. Das gilt auch für Kopien der Dateien, die sich im Web irgendwo an einer anderen Stelle befinden. Sobald ein Anwender die Daten abruft, fordert der betreffende Rechner dafür den Schlüssel an. Ist die Frist des Schlüssels abgelaufen, können die Daten auf den Webseiten nicht mehr aufgerufen werden. Notwendig ist lediglich ein Programm-Zusatz (Add-on) für einen der gängigen Internet-Browser. So kann jeder die Kontrolle über seine Daten behalten.

Das neue System vermag nicht alles zu löschen, aber es erschwert den Zugriff auf die Daten soweit, dass es in den allermeisten Fällen unrentabel wird auf die Daten zuzugreifen. Damit können Internetnutzer ihre Privatsphäre noch besser schützen.

Zum vollständigen Artikel der Uni Saarland und zur Projektbeschreibung

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