Beitrags-Archiv für die Kategory 'Empfehlungen'

Der Tod ist nicht das Ende – Buchempfehlung

Montag, 25. Januar 2010 14:10

Der Tod ist nicht das Ende

Da schreibe ich schon fast ein Jahr auf diesem Blog und empfehle Bücher, doch mein eigenes war noch nicht dabei…
Zusammen mit Ilse Grünewald habe ich 2003 dieses Buch herausgegeben. Seit zwei Jahren ist die zweite Auflage erhältlich.

Dieses Buch ist gedacht für alle Menschen in Abschiedssituationen: für solche, die trauern, weil sie gerade einen Menschen verloren haben, aber auch für solche, bei denen das schon länger her ist. Trauern ist ein langer Prozess, der sich in Wellen Bewegungen vollzieht. Dabei kann dieses Buch begleiten. Es ist eine Einladung zu Lesen, zum Blättern, es enthält Gedicht e und Geschichten, Texte, die zum weiteren Nachdenken einladen. Einem Nachdenken über den Tod, das offen ist für unterschiedliche religiöse oder weltanschauliche Erfahrungen.

Ein Teil der Geschichten und Gedichte wurde von Personen zusammengetragen, die einen lieben Menschen verloren haben. Es sind Texte, in denen sie Trost fanden. Ihnen allen einen herzlichen Dank. Die Texte und Gedichte wurden lose einem Thema zugeordnet. Für jeden dieser thematischen Abschnitte haben die Autorinnen, Ilse Grünewald und Birgit Janetzky, einen Begleittext geschrieben. Mit diesem sprechen sie Trauernde direkt an: Sie können sich wiederfinden mit all ihren Gefühlen, mit allem, was sie in dieser Lebenssituation bewegt. In unserer Gesellschaft sind wir so ungeübt im Umgang mit dem Tod, dass viele Trauernde von sich denken, ihr Umgang sei nicht „normal“, sei „krank“ oder irgendwie “extrem“, wenn sie nicht nach wenigen Wochen nahtlos wieder in ihren Alltag gleiten und „funktionieren“.

Wer die Texte dieses Buches liest, sieht, dass Trauer mit all ihren begleitenden Gefühlen zutiefst menschlich ist; und dass der Tod und der Umgang mit ihm zu den schwierigen Aufgaben des menschlichen Daseins zählt, aber nicht unmöglich ist. Die Autorinnen verfügen beide über einen reichen Erfahrungschat im Umgang mit Trauernden. Beiden ist es ein Herzensanliegen, Menschen in ihrer Trauer zu begleiten. Mit diesem Buch laden sie dazu ein, sich auf diese Erfahrung einzulassen. Es gibt keine Antworten, aber viele Anregungen. Es ist ein Buch zum „Querbeet-Lesen“, jede Leserin, jeder Leser mag selbst herausfinden, wo und ob sie/er sich in den Texten und Gedichten wiederfindet.

Inhalt

· Einleitung
· Den Abschied nehmen
· Berührungen – sich berühren lassen· Vielfalt der Gefühle
· Freisetzung kreativer Kraft
· Heilsamer Umgang mit Ritualen
· Sterbenkönnen ist ein heiliges Wissen

Ilse Grünewald, Birgit Janetzky
Der Tod ist nicht das Ende
Matthias-Grünewald-Verlag, Ostfildern 2007
13,90 €

ISBN alt 3786726744
ISBN-13: 978-3786726746

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Thema: Empfehlungen, Trauer | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Sag mir, wo der Himmel ist…

Dienstag, 19. Januar 2010 11:39

Sag mir, wo der Himmel ist. Wo ist er geblieben?
Sag mir, wo der Himmel ist. Oben oder unten?

Die Zeilen stammen aus einem Lied, das wir früher oft gesungen haben. Vor fünfzehn Jahren als ich noch in der kirchlichen Jugendarbeit gearbeitet habe. Christoph Schlingensief sagt, wo der Himmel ist. Er ist hier. Hier unten. Er ist das Leben.

schlingensief-himmel

“Ich habe lernen müssen, auf dem Sofa zu liegen und nichts anderes zu tun, als Gedanken zu denken.”

schreibt er ins seinem Tagebuch einer Krebserkrankung.

“Im Januar 2008 wird bei dem bekannten Film-, Theater- und Opernregisseur, Aktions- und Installationskünstler Christoph Schlingensief Lungenkrebs diagnostiziert. Ein Lungenflügel wird entfernt, Chemotherapie und Bestrahlungen folgen, die Prognose ist ungewiss – ein Albtraum der Freiheitsberaubung, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint.”(Klappentext)

Seine Gedanken hält er fest mittels eines Diktiergerätes. Er spricht mit sich selbst, mit Freunden, seinem toten Vater, mit Gott. Es ist ein berührendes Buch. Denn Christoph Schlingensief beschreibt mit großer Offenheit seinen Umgang mit der Krankheit und der Todesnähe. Er kann im Tempo der Welt nicht mehr mithalten und lernt, mit dieser Situation umzugehen und nicht zu verzweifeln.

“Dieses bewegende Protokoll einer Selbstbefragung ist ein Geschenk an uns alle, an Kranke wie Gesunde, denen allzu oft die Worte fehlen, wenn Krankheit und Tod in das Leben einbrechen. Eine Kur der Worte gegen das Verstummen – und nicht zuletzt eine Liebeserklärung an diese Welt.” (Klappentext)

Sag mir wo der Himmel ist. Was Schlingensief in seinem Buch ausdrückt hat mir ein Freund vor kurzem sehr anschaulich gezeigt. Er fragte: wo beginnt der Himmel? Am Horizont? In ein Kilometer Höhe? Dort wo die Wolken sind? Nein!
Er bückte sich, berührte mit der Hand den Boden und sagte: Hier beginnt der Himmel!

Christoph Schlingesief
So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!
ISBN: 978-3-462-04111-8
Erscheinungsdatum: 20. April 2009
256 Seiten
Gebunden
Euro (D) 18.95 | sFr 33.50 | Euro (A) 19.50
Verlag Kiepenheuer&Witsch

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Thema: Empfehlungen, Sterbebegleitung | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Kein Pfarrer am Grab – Podcastempfehlung

Samstag, 9. Januar 2010 9:00

Im November häufen sich die Berichterstattungen über alle Themen rund um den Friedhof. Viele Beiträge sind so gut, dass es schade ist, wenn sie nach dem “Totenmonat” vergessen gehen. Einer dieser Beiträge ist eine Sendung aus der Katholischen Welt von Bayern 2, die über den katholischen Tellerrand hinaus schaut. Die Sendung ist als Podcast weiter anzuhören.

Kein Pfarrer am Grab. Wie freie Trauerredner und Ritualbegleiter das letzte Geleit geben

“Die Zahl der “freien Trauerfeiern” in Deutschland nimmt zu. Kein Priester, kein Pfarrer, kein Pastor steht am Grab, sondern ein freier Trauerredner. Warum verzichten Menschen bei der Beerdigung auf den kirchlichen Segen? Wie funktioniert eine Beerdigung ohne Liturgie, ohne die alten kirchlichen Rituale, ohne den Glauben an ein Leben nach dem Tod? Und was bedeutet dieser Wandel für die etablierten christlichen Kirchen? Antonia Arnold über freie Bestattungen und Trauerrituale jenseits der kirchlichen Tradition.”

Sendung vom 01.11.09 als Podcast

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Thema: Empfehlungen, Trauerredner | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Man kann tot sein, töter oder man ist ganz platt

Dienstag, 5. Januar 2010 10:00

© Tyler Olson - Fotolia.com

So sprechen Kinder über den Tod. “Man kann tot sein, töter oder man ist ganz platt.” Das Zitat stammt aus einem Vortrag von Prof. Dr. Martina Plieth (Universität Bielefeld) zu dem Thema

Umgang mit kindlichen Schreckensvorstellungen und Hoffnungsbildern

Der Vortrag ist als Podcast verfügbar. Hochspannend und aus ihrer Praxis mit der Arbeit mit Kindern. Die Kinder malen Bilder. Es gibt Mädchenbilder und Jungenbilder, Schreckensvorstellungen, Hoffnungsbilder und Geschichten zu den Bildern. Die Referentin lässt die Kinder sprechen. Die gezeigten Bilder sind im Podcast leider nicht sichtbar.

“Tot gehen” sagen die Kinder in der Grundschule.” “Tote können ganz ganz traurig sein, weil sie tot gegangen sind.” Kinder verstehen tot sein als ein gemindertes Lebendigsein. In der kindlichen Vorstellung können Tote noch eine ganze Menge. Martina Plieht nennt das einen verdünnten Persönlichkeitsrest.

Vortrag von Prof. Dr. Martina Plieth (Universität Bielefeld) am 12. Mai 2009 waehrend Tagung der Schulleiterinnen und -leiter an niedersaechsischen Grundschulen des Religionspaedagogischen Instituts Loccum, 89 Minuten

zum Podcast

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Thema: Empfehlungen, Kinder und Tod | Kommentare (1) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Studientag Trauerrede in einer postmodernen Trauerkultur

Sonntag, 3. Januar 2010 8:00

Das Institut für Pastoraltheologie an der Universität Bonn und im Collegium Albertinum veranstaltet am 21. Januar 2010 einen Studientag zum Thema

Trauerrede in einer postmodernen Trauerkultur

Eingeladen sind alle, die sich für die Herausforderungen und Chancen von gegenwärtiger Trauerrede interessieren. Im Gespräch mit verschiedenen theologischen Disziplinen, konfessionell unterschiedlich und mit differenzierendem Blick auf Kirchen, Bestatter und freie Trauerredner kann voneinander gelernt und für ein zentrales Feld von Seelsorge profitiert werden.

Ich bin auch mit dabei für den Part der freien Trauerreden und freue mich auf die Begegnungen und Gespräche.

Die Ausschreibung und weitere Informationen

Anmeldung:

Bitte bis 11. Januar 2010 per Mail an: pastoraltheologie@uni-bonn.de
Die Teilnahme am Studientag ist (inklusive Kaffee und Getränke) kostenlos!

Thema: Empfehlungen, Trauerredner | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Säkulare Totenrituale – Buchempfehlung

Donnerstag, 17. Dezember 2009 12:31

Waxmann-Verlag

Jane Redlin, Säkulare Totenrituale
Totenehrung, Staatsbegräbnis und private Bestattung in der DDR

Auf den ersten Blick scheint der Titel widersprüchlich. Wie gehen „Totenrituale“, die in der Regel mit kirchlichen Ritualen in Zusammenhang gebracht werden, mit dem Begriff „säkular“ zusammen, der im Gegensatz zur Religion steht. Die als Dissertation erschienene Forschungsarbeit nimmt die Totenehrung in der DDR unter die Lupe, in einem säkularen Gesellschaftssystem, das gewiss nicht als religiös bezeichnet werden kann. Spannend ist der Einblick in die Entwicklung innerhalb der DDR, weil durch die Staatspartei, die „Sozialistische Einheitspartei Deutschlands“ eine klare Trennung von Staat und Kirche vorgenommen wurde. Dies führte zu einem beschleunigten Prozess der allgemeinen Entwicklung zur Säkularisierung, wie er auch in der BRD zu beobachten ist.

Die Autorin bringt beide Begriffe zusammen. [...]

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Thema: Empfehlungen, Friedhof | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky