Beitrags-Archiv für die Kategory 'Friedhof'

Vier Jahreszeiten und ein Friedhof

Donnerstag, 10. Juni 2010 23:24

Eine sehenswerte Serie von Friedhofsbildern hat der neuseeländische Fotograf Jonathan Clark veröffentlicht. Man sieht die Blumen förmlich wachsen und die Blätter fallen. Untermalt ist die Bildershow durch Naturgeräusche, aufgenommen von Greg Williams.
Die Bilder sind in England aufgenommen. Über zwei Jahren hinweg hat Clark die schönsten Momente aller vier Jahreszeiten in dieser Bilderserie festgehalten.

zu sehen auf Afterlifeseasons

Thema: Friedhof | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Till we meet again

Montag, 15. Februar 2010 16:00

till we meet again brother

bis wir uns wiedersehen

Ungewöhnliche Lebensläufe führen zu ungewöhnlichen Beerdigungen. Beerdigt wird ein Mann,  Mitglied eines Motorradclubs. Über achtzig Jahre alt ist er geworden, als junger Mann war er Soldat und kämpfte in Nordafrika. Er selbst ist nie Motorrad gefahren, doch die Mitglieder haben ihn in ihre Familie aufgenommen. Eine eindrucksvolle Erscheinung war er, lange weiße Haare, Lederklamotten, indianisch anmutendes Gesicht, das Emblem des Clubs bedeckte als Tattoo seinen ganzen Rücken. Er hat den Jüngeren, die knapp bei Kasse waren, manchmal “den Tank voll gemacht.” Ich durfte in der Vorbereitung für die Trauerrede ein paar Videos von den Treffen des Motorradclubs anschauen. Rauhe Sitten, kann ich nur sagen.

Entstanden ist eine Mischung aus traditionellem Begräbnis auf einem mittelhessischen Dorffriedhof und einem Rockertreffen. An die dreihundert Mitglieder des Clubs in voller Montur aus ganz Europa kommen zur Beerdigung. Es ist Winter, wegen der klirrenden Kälte stehen nur wenige Motorräder vor dem Friedhof, die meisten Trauergäste steigen aus vollbesetzten Autos aus. Einige Teile der Rede wiederhole ich auch auf Englisch, denn die Trauergäste aus Polen, aus Dänemark und Belgien wollen auch mit einbezogen sein.

Der Sarg wird durch ein Spalier von Fackeln hindurch zum Grab getragen, begleitet von „Stairways to heaven” von Led Zeppelin. Die Träger sind die Männer des eigenen Chapters. Sie zeigen eine raue Berührtheit, knappe von Herzen kommende Worte. „Till we meet again Brother – Ride free with our foreever chapter, my hand, my heart, till the end.” -  Bis wir uns wiedersehen, Bruder. Fahre von nun an mit den Brüdern, die sich in der Ewigkeit wieder gefunden haben. Dort sitzen sie immer noch auf ihren Maschinen. Jenseitshoffnung, Jenseitserwartung, Weiterleben nach dem Tod, diese Gruppe hat ihre eigenen Bilder dafür gefunden.

Thema: Friedhof, Trauerredner | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Säkulare Totenrituale – Buchempfehlung

Donnerstag, 17. Dezember 2009 12:31

Waxmann-Verlag

Jane Redlin, Säkulare Totenrituale
Totenehrung, Staatsbegräbnis und private Bestattung in der DDR

Auf den ersten Blick scheint der Titel widersprüchlich. Wie gehen „Totenrituale“, die in der Regel mit kirchlichen Ritualen in Zusammenhang gebracht werden, mit dem Begriff „säkular“ zusammen, der im Gegensatz zur Religion steht. Die als Dissertation erschienene Forschungsarbeit nimmt die Totenehrung in der DDR unter die Lupe, in einem säkularen Gesellschaftssystem, das gewiss nicht als religiös bezeichnet werden kann. Spannend ist der Einblick in die Entwicklung innerhalb der DDR, weil durch die Staatspartei, die „Sozialistische Einheitspartei Deutschlands“ eine klare Trennung von Staat und Kirche vorgenommen wurde. Dies führte zu einem beschleunigten Prozess der allgemeinen Entwicklung zur Säkularisierung, wie er auch in der BRD zu beobachten ist.

Die Autorin bringt beide Begriffe zusammen. [...]

Dieser Artikel ist Beitrag 4 von 7 Beiträgen der Artikel-Serie empfohlene Bücher.

Thema: Empfehlungen, Friedhof | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Was pietätvoll ist und was nicht

Dienstag, 1. Dezember 2009 20:16

Der Begriff Pietät wirkt etwas verstaubt. Assoziationen mit dunklem Muff und weißen Palmwedeln auf schwarzem Grund werden wach. Dabei meint er einfach Ehrfurcht, Respekt, Rücksichtnahme, Achtung, Ehrerbietung, Ehrfürchtigkeit, Hochachtung, Rücksicht und dergleichen -  auf die Toten bezogen.

Ein Hintergrundartikel von Dr. Christine Pernlochner-Kügler auf dem Aspetos-Blog geht der Frage nach, wie Pietät heute verstanden werden kann.

Heute wird Pietät häufig mit dem Verstecken und Tabuisieren der Toten gleichgesetzt: Wer die Toten durch Hintereingänge hinausschafft, wer sie versteckt und nicht klar über sie spricht, meint, er ist respektvoll. Das ist einerseits ein falsches Verständnis des Pietätsbegriffes, andererseits verhindert es den natürlichen Umgang mit dem Tod und den Toten als Teil unseres Lebens.

Dabei kann man es auch genau andersrum sehen und das wäre auch gesünder: Wenn man diesen verstaubten Begriff heute überhaupt noch verwenden will, dann wäre es „pietätvoll“, dem Tod und den Toten wieder mehr Platz im Leben zu geben und mit ihnen einen respektvollen Umgang zu pflegen, ohne sie schnell durch Hintereingänge wegzuschaffen und über sie zu schweigen.

Ich finde, wir sollten nicht auf diesen Begriff verzichten, auch wenn es Pietäten (Bestattungsinstitute) gibt, die unter pietätvoll Tabuisieren verstehen. Danke für diese Klarstellung!

Thema: Bestatter, Friedhof, Sterbebegleitung, Trauerredner | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Ruhe in Frieden – aber wie?

Dienstag, 3. November 2009 10:46

“Super Titel”, war meine erste Reaktion als ich die Ausschreibung der Katholischen Akademie Freiburg las. Ein Kennzeichen des Wandels in der Bestattungskultur ist die immer größer werdende Vielfalt der Bestattungsarten und Grabfelder. Diesem Wandel geht eine Abendveranstaltung der Akademie nach.

Ruhe in Frieden – aber wie?
Bestattungskultur im Wandel
Dienstag 10. November 2009, 19.00 Uhr
in Freiburg, Katholische Akademie, Wintererstr. 1

Die Veränderungen werden mit Blick auf den Einzelnen, die Kirchen, die Kommunen und die Bestatter diskutiert, mit der Frage: Wie wollen wir in Zukunft unsere Toten zur Ruhe betten? Wer noch überlegt wie er gebettet werden will, bekommt sicher einige Informationen und kann mit diskutieren. Die kompletten Informationen zur Veranstaltung gibt es hier.

Thema: Empfehlungen, Friedhof | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky

Wo der Fussballer bestattet ist

Montag, 19. Oktober 2009 11:30

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Auf der Frankfurter Buchmesse wurde unter den vielen Neuerscheinungen auch das Buch

Die Gräber der Götter. Fußballhelden und ihre letzte Ruhestätte

vorgestellt. Ein Interview mit dem Autor Edgar Wangen hat jetzt FAZ-Online veröffentlicht. Allein der Titel ist schon interessant: Götter und Helden sind die Jungs mit der geldbringenden Fußfertigkeit. Der Autor geht der Frage nach, was die Gräber über Bestattungskultur und den Fußball in den jeweiligen Ländern aussagen.

Bei den Gräbern deutscher Spieler findet er nur absolute Standardisierung. Die Gräber wirken austauschbar.

Bis auf Helmut Rahn und Fritz Walter ist nicht zu erkennen, dass der Tote mal ein Fußballspieler war. Es gibt auch nur zwei Gräber, die der Deutsche Fußball-Bund pflegt: das von Fritz Walter und das von Sepp Herberger.

Wer mehr erfahren will, dem sei das Buch von Edgar Wangen empfohlen:

Die Gräber der Götter. Fußballhelden und ihre letzte Ruhestätte
Verlag Die Werkstatt, 288 Seiten, viele Fotos, 24,90 Euro

Thema: Empfehlungen, Friedhof | Kommentare (0) | Autor: Birgit Aurelia Janetzky