Beitrags-Archiv für die Kategory 'Kurios bis Seltsam'

Der Titanic-Trauerreden-Bausatz

Dienstag, 15. Juni 2010 14:10

“Titanic”, was war das nochmal?

Nicht nur ein unvergessliches Kinoerlebnis, der seinen ersten Rang als erfolgreichster Film gerade an “Avatar” abgegeben hat.

Titanic heißt auch das Sartiremagazin, das mir immer ein wenig zu bissig war, als dass ich zur Stammleserin aufgestiegen wäre. Jetzt hat Titanic online eine Vorlage für die Trauerreden geschaffen, die Karl-Theodor zu Guttenberg, unser Bundesverteidigungsminister, immer häufiger zu halten hat. Er muss anlässlich des Begräbnisses deutscher, in Afganistan getöteter Soldaten, sprechen. Die online-Vorlage gibt die Auswahl zwischen jeweils drei alternativen Satzbausteinen. Mein Test hat ergeben:

Verehrte Trauergemeinde, liebe Angehörige, werte Zaungäste von der Presse,

wir stehen hier voller Schmerz vor den Särgen der vier gefallenen Soldaten, die am vergangenen Dienstag einem heimtückischen Hinterhalt zum Opfer fielen.

Gerade erst, vor 3 Stunden, haben wir erschüttert Abschied genommen von 3 tapferen Kameraden; nun müssen wir es schon wieder – so lästig das für mich als Funktionsträger mit vollgestopftem Terminkalender auch ist …

Passend zur eigenen politischen Überzeugung gelingt die Trauerrede von harmlos bis … wie gehabt, bissig.

… Ruht also in Frieden, Soldaten, und seid in Gottes Segen. Wir werden euch erst kurz nach unserem übereilten Abzug in 3 Jahren vergessen.

Wer sich selbst einmal als politischer Trauerredner versuchen will findet den Trauerreden-Bausatz hier.

Thema: Kurios bis Seltsam, Trauerredner | Kommentare (0) | Autor:

Der Sensenmann als Beifahrer

Donnerstag, 3. Juni 2010 8:39

Spannend, wie mit der Werbespot von Mercedes-Benz die Emotionen weckt. Der Schrecken vor dem plötzlichen Tod ist spürbar. Mehr wird nicht verraten, der Spot spricht für sich:

Thema: Kurios bis Seltsam | Kommentare (0) | Autor:

Meine Zombiefreunde auf Facebook

Dienstag, 20. April 2010 11:11

Facebook ist in aller Munde. Seit die Stiftung Warentest dem Sozialen Internet-Netzwerk schlechte Noten in Sachen Datenschutz ausgestellt hat und die Ministerin Aigner in einem offenen Brief an Facebook-Chef Zuckerberg das US-Unternehmen zu striktem Datenschutz aufgerufen hat, dürfte die Problematik so langsam zu den Facebook-Nutzer durchdringen.

Ein spezieller Bereich ist der Datenschutz für verwaiste Profile. Inzwischen kann man bei Facebook das Profil von Verstorbenen in einen Memorial-Status überführen. Wer nichts von dem Profil weiß und die Funktion nicht findet (die Information findet sich natürlich nicht auf der Startseite von Facebook), sieht alt aus.

So entstehen Zombiefreunde, virtuell ausgestopfte Menschen – so werden sie in einem Artikel des ORF genannt. Was daraus für die Lebenden folgt ist dort schön beschrieben: Freundschaften, die ewig währen.

Thema: Digitaler Nachlass, Internet, Kurios bis Seltsam | Kommentare (0) | Autor:

Steigern der Rendite mit Todesklausel in Unternehmensanleihen

Montag, 22. März 2010 9:00

Urne-Asche

Die Financial Times Deutschland berichtet aktuell über Spekulationen in den USA mit Hilfe todkranker Menschen. Die Finanzwelt hat eine ganz eigene Sprache. Ich könnte niemandem erklären, wie diese Finanzprodukte funktionieren. Die Fachwelt kennt sich besser aus mit Anleihen, Bond, Emittent, Survivor Option, death put, Nennwert und Rendite. Allerdings bin ich beeindruckt, auf welche Ideen Spekulanten kommen, um aus Asche Asche zu machen – so das wunderbare Wortspiel der Financial Times. Eine Frage bleibt offen: was bewegt todkranke Menschen dazu, einen solchen Vertrag zu unterschreiben? Immerhin, in Deutschland sind diese Papiere unbekannt.

Hier geht es zum Artikel

Thema: Kurios bis Seltsam | Kommentare (0) | Autor:

Bitte stellen Sie einen Antrag

Montag, 8. März 2010 15:13

© Liv Friis-larsen - Fotolia.com

Nachdem ein Mensch gestorben ist, müssen die Angehörigen eine ganze Reihe von Ämtern und Vertragspartnern benachrichtigen. Die Rente, die GEZ, verschiedene Versicherungen, Zeitungsabos, Bankkonten, Mitgliedschaften in Vereinen und natürlich die Krankenkasse. Ein Mann, dessen Frau verstorben ist, berichtet von einem Telefonat mit der Krankenkasse seiner Frau.

Hotline

“Krankenkasse xy, mein Name ist Maier, was kann ich für Sie tun?”

Herr Müller

“Guten Tag, mein Name ist Müller, ich brauche ein paar Auskünfte, meine Frau ist verstorben…”

Schweigen

Herr Müller

“Hallo, sind Sie am Telefon?”

Hotline

“Jaaaa, worum geht es?”

Herr Müller

“Mein Name ist Müller,  meine Frau ist verstorben …”

Hotline

“Da müssen Sie einen Antrag zur Aufnahme ihrer Frau ins Krankenhaus stellen.”

Herr Müller (Name geändert) fragte mich dann, ob ich nicht ein Telefontraining für Mitarbeiter/innen von Krankenkassen über den Umgang mit Hinterbliebenen anbieten könnte. Werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darauf vorbereitet, dass jemand anruft, der den Tod eines Mitglieds der Krankenkasse anzeigt? Ist es so schwer “oh, das tut mir aber leid”, “mein Beileid”  oder “darf ich Ihnen mein Mitgefühl ausdrücken” zu sagen. Und dann richtig hinzuhören, worum es dem Anrufer geht? Ich aquiriere (bisher) nicht bei Krankenkassen oder Callcentern. Sollte ich aber angefragt werden, biete ich gerne eine entsprechende Schulung an.

Thema: Bonmot, Kurios bis Seltsam | Kommentare (0) | Autor: