Beitrags-Archiv für die Kategory 'Trauer'

“Auf dem Sarg, ein Bild von mir aus besseren Tagen” – Schreibwerkstatt zu “meine Beerdigung”

Dienstag, 12. Oktober 2010 13:26

© matttilda - Fotolia.com

Eine beliebte Übung in Selbsterfahrungsseminaren ist es, sich den eigenen Grabstein vorzustellen – mit Namen und Daten und einem Spruch. Der Spruch sagt dann eine Menge über das eigene Leben aus. Das mit dem “langen und erfüllten Leben” erweist sich meist als Wunschvorstellung. Die gefühlten Inschriften lauten realistischer  “Sie hat sich nie getraut”, “Er war immer witzig, hatte aber in seiner Kindheit nichts zu lachen” oder “Schon vorbei?”.

Sich mit der eigenen Beerdigung zu beschäftigen, ist eine spannende Übung, Nicht nur im Rahmen eines Selbsterfahrungsseminars. Bei einem Schreibwettbewerb sind diese kurzen Texte herausgekommen (in Auszügen).

“Aufhorchen ließ mich erst die Verlesung meines unglaublich kreativ frisierten Lebenslaufes. (…) Denn langsam befiel mich die Angst, meine Asche könnte anfangen zu glühen, aus Scham über so viel Verlogenheit.”

“Eine Feier mir zu Ehren, für mich ganz allein. Wo Mama nur an mich denkt. Wo sie weinen wird und klagen, weil sie sich nicht genug um mich gekümmert hat.”

“Da beschloss ich, aufzustehen und die gesamte Veranstaltung abzublasen. Meine Beerdigung – ein Widerspruch in sich.”

Lust mehr davon zu lesen? Den gesamten Schreibwettbewerb gibt es hier.

Thema: Bonmot, Trauer | Kommentare (0) | Autor:

Online Gedenkseiten werden immer beliebter – und besser

Dienstag, 17. August 2010 12:00

Moderne Anbieter von Gedenkseiten haben die Zeichen der Zeit erkannt. Mit ansprechendem, freundlichem Design, übersichtlicher Funktionalität und Zusatzdiensten werden die Portale für eine wachsende Anzahl von Menschen zu einer Anlaufstelle in ihrem Trauerprozess. Eines davon ist InFrieden.de

Gedenkseiten vor zehn Jahren in der Anfangszeit des Internets dagegen waren kuriose Webseiten, die in der Regel belustigt zur Kenntnis genommen wurden. Ihr Selbstverständnis war, ein „Friedhof im Internet“ oder ein „Portal in die Ewigkeit“ zu sein. Heute wissen wir: die Menschen werden immer noch in der Erde begraben und die Ewigkeit des Internet dauert solange, bis jemand den Strom abstellt. Religiöse Anklänge mit Unsterblichkeit, Ewigkeit und Paradies sind nicht mehr gefragt.

Bei InFrieden.de geht es weder um die Ewigkeit noch um die Illusion eines Friedhofs.

InFrieden

moderne Gestaltung

ewiges-licht

überholtes Design

Das Team von InFrieden.de versteht sich als Dienstleister, der seinen Kunden eine Möglichkeit bereit stellt, online einen Anker zum verstorbenen Menschen zu setzen. InFrieden.de schafft einen Ort, der jederzeit aufgesucht werden kann, um zu trauern und im Kontakt mit dem oder der Verstorbenen zu sein. Wie bei vielen Online-Angeboten gibt es eine kostenfreie und eine kostenpflichtige Variante des Angebotes. Letztere ist umfangreicher und hat erweiterte Möglichkeiten, die Gedenkseite zu individualisieren. Wer Freude an der Gestaltung hat, wird schnell zur Premium-Version wechseln, denn hier lassen sich mehr eigene Bilder, Musik- und Videodateien einbinden und ein Passwortschutz einrichten.

Mit wachsender Internetkompetenz veröffentlichen viele Menschen eigene Gedenkseiten. Die Profile in den Internet-Communities werden umfunktioniert zu Orten des Gedenkens. Eine Plattform wie InFrieden.de zu nutzen, ist dennoch für viele Menschen eine sinnvolle Alternative. Hier rennt das Leben nicht einfach wie in den Communities weiter. Kein Angehöriger muss eine Domain über Jahre hinweg aufrecht erhalten, bezahlen und pflegen.

Ratgeber zu den wichtigen Fragen beim Abschiednehmen, praktische Hinweise und Anlaufstellen für Trauernde und ein Branchenbuch runden das Angebot ab. Auch wenn momentan, gemessen an der Gesamtzahl der Verstorbenen, die Anzahl der Einträge noch gering ist: dieser Form des Angebotes gehört die Zukunft. Das Grab auf dem Friedhof und die Gedenkseite im Internet sind in unserer medialen Zeit kein Gegensatz, sondern ergänzen sich gegenseitig.

Thema: Internet, Trauer | Kommentare (0) | Autor:

Ab heute Ausstellung “Du führst mich hinaus ins Weite…” Weil am Rhein

Mittwoch, 24. März 2010 9:12

Zum Nachdenken soll die Ausstellung anregen: über die eigene Endlichkeit, über Trauer und Verlust.

“Du führst mich hinaus ins Weite…”

Vom 24. März bis 5. April ist die Ausstellung in Weil am Rhein zu sehen. Ein interessantes Begleitprogramm mit Filmabenden, Vorträgen und einem interreligiöser Gesprächsabend stehen auf dem Programm. Das Zitat aus der Bibel (Psalm 18) weist auf den Hintergrund hin. Die katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul ist der Veranstalter.

Menschen wurden gebeten, ihren Koffer für die letzte Reise zu packen, die Gemälde eines Sterbenden werden gezeigt und das „Paradies“ -wie es die Ausstellungsmacher sehen. Sicher nicht zufällig ist der Zeitpunkt, denn auf Ostern hin wird das Thema aus dem christlichen Auferstehungsglauben heraus angegangen.

Weitere Informationen gibt es beim Trauernetzwerk Hochrhein. Dort kann auch das vollständige Programm herunter geladen werden.

Thema: Empfehlungen, Trauer | Kommentare (0) | Autor:

muchloved und eforever – eine Liste englischsprachiger Gedenkseiten

Donnerstag, 18. März 2010 12:02

Ein wenig über den Tellerrand geschaut, finden sich im World Wide Web zahlreiche Gedenkseiten. Eine übersichtliche Liste englischsprachiger Seiten hat Jon Davis von Muchloved.com zusammengestellt. Sie ist zu finden bei Aboutus.org.

Thema: Internet, Trauer | Kommentare (0) | Autor:

Der Tod ist nicht das Ende – Buchempfehlung

Montag, 25. Januar 2010 14:10

Der Tod ist nicht das Ende

Da schreibe ich schon fast ein Jahr auf diesem Blog und empfehle Bücher, doch mein eigenes war noch nicht dabei…
Zusammen mit Ilse Grünewald habe ich 2003 dieses Buch herausgegeben. Seit zwei Jahren ist die zweite Auflage erhältlich.

Dieses Buch ist gedacht für alle Menschen in Abschiedssituationen: für solche, die trauern, weil sie gerade einen Menschen verloren haben, aber auch für solche, bei denen das schon länger her ist. Trauern ist ein langer Prozess, der sich in Wellen Bewegungen vollzieht. Dabei kann dieses Buch begleiten. Es ist eine Einladung zu Lesen, zum Blättern, es enthält Gedicht e und Geschichten, Texte, die zum weiteren Nachdenken einladen. Einem Nachdenken über den Tod, das offen ist für unterschiedliche religiöse oder weltanschauliche Erfahrungen.

Ein Teil der Geschichten und Gedichte wurde von Personen zusammengetragen, die einen lieben Menschen verloren haben. Es sind Texte, in denen sie Trost fanden. Ihnen allen einen herzlichen Dank. Die Texte und Gedichte wurden lose einem Thema zugeordnet. Für jeden dieser thematischen Abschnitte haben die Autorinnen, Ilse Grünewald und Birgit Janetzky, einen Begleittext geschrieben. Mit diesem sprechen sie Trauernde direkt an: Sie können sich wiederfinden mit all ihren Gefühlen, mit allem, was sie in dieser Lebenssituation bewegt. In unserer Gesellschaft sind wir so ungeübt im Umgang mit dem Tod, dass viele Trauernde von sich denken, ihr Umgang sei nicht „normal“, sei „krank“ oder irgendwie “extrem“, wenn sie nicht nach wenigen Wochen nahtlos wieder in ihren Alltag gleiten und „funktionieren“.

Wer die Texte dieses Buches liest, sieht, dass Trauer mit all ihren begleitenden Gefühlen zutiefst menschlich ist; und dass der Tod und der Umgang mit ihm zu den schwierigen Aufgaben des menschlichen Daseins zählt, aber nicht unmöglich ist. Die Autorinnen verfügen beide über einen reichen Erfahrungschat im Umgang mit Trauernden. Beiden ist es ein Herzensanliegen, Menschen in ihrer Trauer zu begleiten. Mit diesem Buch laden sie dazu ein, sich auf diese Erfahrung einzulassen. Es gibt keine Antworten, aber viele Anregungen. Es ist ein Buch zum „Querbeet-Lesen“, jede Leserin, jeder Leser mag selbst herausfinden, wo und ob sie/er sich in den Texten und Gedichten wiederfindet.

Inhalt

· Einleitung
· Den Abschied nehmen
· Berührungen – sich berühren lassen· Vielfalt der Gefühle
· Freisetzung kreativer Kraft
· Heilsamer Umgang mit Ritualen
· Sterbenkönnen ist ein heiliges Wissen

Ilse Grünewald, Birgit Janetzky
Der Tod ist nicht das Ende
Matthias-Grünewald-Verlag, Ostfildern 2007
13,90 €

ISBN alt 3786726744
ISBN-13: 978-3786726746

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