Beitrags-Archiv für die Kategory 'Trauerredner'

#Dez bemerkenswerte Trauerreden: Pierre Gouffault

Montag, 20. Dezember 2010 10:09

Bei einem Konzert traf ich Menschen, die ihn gekannt und von ihm erzählt haben. Pierre Gouffault war Präsident des Internationalen Sachsenhausen-Komitees. Er starb am 20. Dezember 2009 im Alter von 85 Jahren. Während der Nazizeit hat der Franzose im Widerstand gekämpft, wurde gefangen genommen und ins Konzentrationslagers Sachsenhausen gebracht. Er überlebte Krieg und Internierung. Nach dem Krieg setzte er sich gegen das Vergessen nationalsozialistischer Verbrechen ein, seit 2002  an der Spitze der Vereinigung der KZ-Überlebenden.

Die Trauerrede für Pierre Gouffault hielt Prof. Dr. Günter Morsch

In einer Rede im Juni 2006 fasste Gouffault seine Erfahrungen zusammen:

“Ich weiß seitdem, dass ein Mensch erst weiß, wer er ist, wenn er eine solche Probe durchgemacht hat.“

Dieser Artikel ist Beitrag 12 von 12 Beiträgen der Artikel-Serie Bemerkenswerte Trauerreden.

Thema: Gräber des Krieges, Trauerredner | Kommentare (0) | Autor:

Bonmot – beten erlaubt

Mittwoch, 1. Dezember 2010 20:46

Aus einem Coaching mit einer Frau, die für sich überprüfen wollte, ob Sie sich als Trauerrednerin selbständig macht. Sie beschäftigte die Frage, ob ein freier Redner bei Trauerfeiern auch mit den Leuten beten darf.

“Dürfen dud mer.”

So lautetet ihre Übersetzung meiner Antwort in ihre regional gebräuchliche Sprache. Also liebe Schwaben: Ihr dürft bei Beerdigungen beten, auch wenn Ihr nicht mehr in der Kirche seid.

Thema: Bonmot, Trauerredner | Kommentare (0) | Autor:

#Nov bemerkenswerte Trauerreden: Yitzhak Rabin

Donnerstag, 4. November 2010 13:05

Würde die Situation im Nahen Osten heute anders aussehen, wenn das Attentat auf Yitzhak Rabin nicht stattgefunden hätte? Zur Erinnerung: Jitzchak Rabin war Generalstabschef der israelischen Streitkräfte sowie Verteidigungsminister und Ministerpräsident Israels. Er bestimmte die Außen- und Sicherheitspolitik  Israels und war maßgeblich am Friedensprozess beteiligt. Rabin erhielt 1994 gemeinsam mit seinem damaligen Außenminister Schimon Peres und dem damaligen Chef der palästinensischen Autonomiebehörde, Jassir Arafat, den Friedensnobelpreis.

Bei  einer großen Friedenskundgebung am 4. November 1995 in Tel Aviv teil wurde er von einem jüdischen Fundamentalisten erschossen. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Ja zum Frieden, Nein zur Gewalt“. Aus seiner Rede:

„Gewalt untergräbt das Fundament der israelischen Demokratie. Ich bin 27 Jahre lang Soldat gewesen. Ich habe so lange gekämpft, wie der Frieden keine Chance hatte. Jetzt aber gibt es eine Chance, eine große Chance, und wir müssen sie ergreifen, denen zuliebe, die hier sind, und auch um jener willen, die nicht gekommen sind.“

Nach seinem Tod gerieten die Verhandlungen und der gesamte Friedensprozess ins Stocken. Rabin war aber nicht nur Politiker, sondern Ehemann, Vater und Großvater. Bei der Trauerfeier sprach seine Enkelin Noa Ben-Artzi bewegende Worte:

“Verzeiht, dass ich nicht über den Frieden sprechen möchte.
Ich möchte über meinen Großvater sprechen.”

> die gesamte Rede

Rabin hat sich mit seinen Kriegserfahrungen für den Frieden engagiert. Seine Familie wurde mit ihm wegen dieses Engagements angefeindet. Rabins Ermordung war eine nationale Tragödie. Seine Enkelin zeigt die private Seite, den Schmerz, in den die ganze Familie geworfen wurde.

Die Situation in Israel/Palästina ist heute verfahrener denn je. Wo sind die großen, friedensbewegten Politiker, die die Extremisten in ihre Schranken weisen und zum Frieden führen?

Dieser Artikel ist Beitrag 11 von 12 Beiträgen der Artikel-Serie Bemerkenswerte Trauerreden.

Thema: Trauerredner | Kommentare (0) | Autor:

# Okt bemerkenswerte Trauerreden: Oberfeldwebel Florian Pauli

Dienstag, 26. Oktober 2010 10:11

Wieder ist ein deutscher Soldat in Afghanistan gestorben. Seit 2002 wurden mehr als 40 Soldaten bei diesem Auslandseinsatz getötet. Die Trauerrede des Bundesministers der Verteidigung, Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, anlässlich der Trauerfeier für den am 7. Oktober 2010 gefallenen Oberfeldwebel Florian Pauli ist nachzulesen auf der Seite Bundesministeriums der Verteidigung.

Wie hält man eine Trauerrede für einen jungen Mann in Uniform, der bei einem Selbstmordanschlag in einem fernen Land getötet wurde. Die Trauer ist immer vermischt mit der Frage: Was tut dieser junge Mann, was tun die Uniformträger in diesem fernen Land, dass sein Tod irgendeinen Sinn erhält? Zu Guttenberg sagt dazu:

“Wir lassen junge Menschen schwören, für unser Land tapfer zu sein. Und dann sind sie es und dann sterben sie tapfer.”

“Tapfer” im Leben meint furchtlos, heldenhaft, mutig, rechtschaffen, tatkräftig, waghalsig, unverzagt, furchtfrei, entschlossen, wacker, mannhaft, verwegen, gewagt, todesmutig etc. Tapfer kann man es nennen, wenn ein Soldat sich für einen Einsatz in Afghanistan meldet, in aller Bedeutungsvielfalt des Wortes “tapfer”. Aber kann ein Mensch “tapfer” sterben? Auf jeden Fall fühlt sich besser an als “feige” (was das Gegenteil von “tapfer” wäre) oder “sinnlos” (was Folge der Frage “warum in Afghanistan” wäre) sterben.

So lasse ich zwei unterschiedliche Stimmen zu Wort kommen:

Blog Soldatenglück mit der Überschrift: “Es war dieser Gedanke des Helfens, der schon früh einen so wichtigen Platz in seinem Leben einnahm.”

Kolumne von Mely Kiyak (Frankfurter Rundschau) mit dem Titel: “Lieber Himmel” – Dort in Afghanistan kämpft niemand für unsere Freiheit. 

Dieser Artikel ist Beitrag 10 von 12 Beiträgen der Artikel-Serie Bemerkenswerte Trauerreden.

Thema: Gräber des Krieges, Trauerredner | Kommentare (1) | Autor:

#Sept bemerkenswerte Trauerreden: Lady Diana Spencer

Mittwoch, 15. September 2010 0:00

Wie? So lange ist das jetzt schon her? Am  6. September 1997 fand die Beerdigung von Lady Diana Spencer statt, noch besser bekannt als “Prinzessin Diana”.

Diese Frau hat unzählige Menschen mit ihrer Ausstrahlung bewegt. Gleichzeitig bot ihre gesellschaftliche Stellung und ihre Geschichte im englischen Königshaus Anknüpfungspunkte für die Projektion von Sehnsüchten gemeiner Menschen und die Gewinnerzielungsabsichten der Regenbogenpresse.

Eine sehr persönliche und wie ich finde authentische Rede hat Dianas Bruder, der Earl of  Spencer, gehalten.

“Es herrscht eine Versuchung, dich im Gedächtnis überhastet Heiligzusprechen.”

Natürlich gab es den Versuch, diese engagierte Frau als Heilige zu stilisieren. Doch was mir Lady Di sympathisch machte, waren die Berichte über ihre so ganz und gar menschliche Seite, die es neben dem Medientanz um das Königshaus auch gab.

Hier der Link zur Rede.

Dieser Artikel ist Beitrag 7 von 12 Beiträgen der Artikel-Serie Bemerkenswerte Trauerreden.

Thema: Trauerredner | Kommentare (0) | Autor: