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Die Kunst des Ausklangs – Filmempfehlung

Freitag, 27. November 2009 13:56

Schon der Titel lässt aufhorchen: “Die Kunst des Ausklangs”.

Von der Kunst des Abschieds wird des Öfteren gesprochen, die Kunst des Ausklangs ruft andere Bilder hervor: verklingende Töne am Ende eines Lebens. Sofort spinnt sich das Bild weiter. Manche Menschen gehen forte (stark, laut), manche pianissimo (sehr leise) oder  sforzato (mit plötzlicher Betonung), rinforzando (wieder stärker werdend), fortepiano (laut, dann plötzlich leise).

Der japanische Film Nokan – Die Kunst des Ausklangs ist seit gestern in deutschen Kinos zu sehen. Ein Musiker wird zum Bestatter Leichenwäscher. Unfreiwillig, denn sein neuer Arbeitgeber ist ein “Reiseanbieter” besonderer Art. Er begleitet Menschen auf ihrer letzten Reise.

Der Trailer zum Film verspricht einen schönen Kinoabend, der vermutlich nicht ohne Tränen sein wird.

Dieser Artikel ist Beitrag 4 von 9 Beiträgen der Artikel-Serie Empfohlene Filme.

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Ruhe in Frieden – aber wie?

Dienstag, 3. November 2009 10:46

“Super Titel”, war meine erste Reaktion als ich die Ausschreibung der Katholischen Akademie Freiburg las. Ein Kennzeichen des Wandels in der Bestattungskultur ist die immer größer werdende Vielfalt der Bestattungsarten und Grabfelder. Diesem Wandel geht eine Abendveranstaltung der Akademie nach.

Ruhe in Frieden – aber wie?
Bestattungskultur im Wandel
Dienstag 10. November 2009, 19.00 Uhr
in Freiburg, Katholische Akademie, Wintererstr. 1

Die Veränderungen werden mit Blick auf den Einzelnen, die Kirchen, die Kommunen und die Bestatter diskutiert, mit der Frage: Wie wollen wir in Zukunft unsere Toten zur Ruhe betten? Wer noch überlegt wie er gebettet werden will, bekommt sicher einige Informationen und kann mit diskutieren. Die kompletten Informationen zur Veranstaltung gibt es hier.

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Menschliche Überreste aus dem Marienburger Massengrab beigesetzt

Sonntag, 16. August 2009 18:09

Transport der Marienburger Toten

Transport der Marienburger Toten

Der Fund des Massengrabes in Marienburg hatte im Januar 2009 für zahlreiche Schlagzeilen gesorgt. Über die Hintergründe wurde je nach polititischer Ausrichtung unterschiedlich spekuliert. Von Typhustoten, von Hingerichteten, von Verhungerten war die Rede. Von Russen ermordete Deutsche, von Polen ermordete Juden, von Polen ermordete Deutsche, von Deutschen ermordete Juden – alles war im Angebot. Ausführlich hat polskaweb.eu über die Entwicklungen berichtet.

In einer Pressemitteilung des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge heißt es.

Die Untersuchung der menschlichen Überreste, die von Oktober 2008 bis April 2009 aus einem Massengrab in Malbork/Marienburg geborgen wurden, ist abgeschlossen. Der Chirurg und Gerichtsmediziner Dr. Leszek Zacharczuk teilt dazu mit:

Die genaue Zahl der Toten ist nicht zu ermitteln. Nach der Anzahl der gefundenen Schädelknochen handelt es sich um 2111 Menschen, nach der Anzahl der identifizierten Oberschenkelknochen sind es 2116 Menschen. Unter ihnen sind 1001 Frauen, 381 Männer, 377 Kinder und 352 Menschen, deren Geschlecht und Alter nicht bestimmt werden konnten. (…)

Der Zustand der meisten Gebeine lässt vermuten, dass diese Menschen durch Krankheiten, Unterernährung oder Erfrierungen gestorben sind. Angesichts der Zeitumstände ihres Todes waren es wahrscheinlich in ihrer überwiegenden Zahl deutsche Zivilisten, die zwischen Januar und März 1945 ums Leben kamen.

Am 14. August 2009 wurden die Marienburger Toten auf der deutschen Kriegsgräberstätte in Stare Czarnowo bei Stettin bestattet. Geistliche aus Polen und Deutschland gestalteten die Trauerfeier, an der über 400 Menschen teilnahmen. Damit hat die Instrumentalisierung der Toten hoffentlich ein Ende. Alle Toten dieses Krieges sind würdig zu bestatten und zu betrauern, Deutsche, Polen, Russen, Juden und all die anderen.

Thema: Friedhof, Gräber des Krieges, Trauer | Kommentare (0) | Autor:

Trauerrede anno 1753

Montag, 10. August 2009 11:00

Google Book Search ist eine Dienstleistung des US-amerikanischen Unternehmens Google Inc. mit dem Ziel, das in Büchern gespeicherte Wissen der Welt vorwiegend durch Digitalisierung für die Volltextsuche verfügbar zu machen. (Quelle: Wikipedia) Seit 2007 kooperiert die Bayerische Staatsbibliothek in München mit dem Projekt.  Eine Million urheberrechtsfreier Werke aus den historischen Beständen werden digitalisiert zur Verfügung gestellt.

So die hier zitierte Trauerrede aus dem Jahr 1753. Diese Veröffentlichung, die “kurze aber wehemuthvolle Trauer-Rede auf den weyland Mann und wehrhaften Herrn, Herrn Joseph Anton von Bandel, welchen, zum Leidwesen der ganzen Christenheit, ohnlängstens der Schlagfluss ins Gehirne und in den Beutel getroffen” liest sich wie eine Satire. “Doch halt ein du Thränen-Bach! Stillet euch ihr Schmerzen! Bandel! Der streitende Ritter ist zu seiner Ruhe gekommen.” Das Bedauern hält sich in Grenzen, die Rede gleich einem Nachtritt. “Schall, Knall und Fall aus dem groben Geschütze, denn der Teufel lässet gerne beym Abschied einen Gestanck hinter sich zurücke.”

Thema: Kurios bis Seltsam, Trauerredner | Kommentare (0) | Autor:

Tod macht Arbeit – gute Arbeit

Freitag, 19. Juni 2009 13:06

funeral © vb_photo #247678

Vier Studentinnen des Studiengangs Kulturarbeit an der Fachhochschule Potsdam haben sich im Rahmen einer Projektarbeit über ein Jahr mit dem Thema Tod und Sterben auseinander gesetzt. Sie fotografierten und interviewten Menschen aus Berufsgruppen, für die der Tod zum Alltagsgeschäft gehört.

Ein Gerichtsmediziner erzählt von seinen Träumen in denen Leichen Skat spielen und von seiner eingeschränkten Risikofreude. Eine Krankenschwester vergisst niemals ihre erste Tote. Ein Bestatter sieht einen Zusammenhang zwischen seinem Beruf und dem Karneval.

In der Hörausstellung berichten 20 Menschen aus Potsdam aus ihrem Berufsalltag in Krematorium, Hospiz, Bestattung oder Gerichtsmedizin und nehmen dabei Stellung zu unserer heutigen Todes- und Trauerkultur. Die Ausstellung ist vom 07.6.2009 – 21.6.2009 im Waschhaus/ Potsdam, also nur noch zwei Tage zu sehen. Eine gute Arbeit. Die sehens- und hörenswerten Begleitmaterialien können für 10 € inklusive Versand bestellt werden bei Tod macht Arbeit.

Thema: Bestatter, Empfehlungen, Friedhof, Trauerredner | Kommentare (3) | Autor: