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Radio Galaxy, ein Wettbewerb, ein Bestatter

Mittwoch, 26. Januar 2011 0:36

Ein kleiner regionaler Sender. Radio Galaxy. Ein bayernweiter Jugend-Radiosender. Empfangbar in Bayern über Kabel und DAB sowie in 12 UKW-Standorten. “Das krasseste Radiospiel Deutschlands.”

Nach dem Vorbild eines österreichischen Senders, der 2009 eine ähnliche Aktion durchführte, kann man hier seine eigene Beerdigung gewinnen. Was man dafür tun muss? Letzte Worte liefern!

Die Reaktionen auf den Wettbewerb sind geteilt. In der Hauptsache wird die Promotion-Aktion unter dem Gesichtspunkt Marketing diskutiert, wie ein Beitrag auf der Seite “werben und verkaufen” zeigt. Zitiert wird der Moderator des Senders: “Man wolle lediglich den Jüngeren das Tabu-Thema ‘Sterben’ näher bringen.” Das ist wohl eher ein Argument, um die Wogen zu glätten. Denn davon steht so gar nichts in der Ausschreibung, die im Stil einer Todesanzeige aufgemacht ist. Ein schwarzer Rand, ein schwarzes Kreuz, ein Spruch “Das gab’s noch nie”.

“Gewinne Deine eigene Beerdigung!”

Öffentlichkeitswirksam ist der Wettbewerb allemal. Schließlich lockt eine Sterbegeldversicherung im Wert von 3000 €. Den meisten wäre der Betrag bar auf die Hand sicher lieber, doch da jeder irgendwann stirbt, haben zumindest die Angehörigen etwas von dem Gewinn. Die Bestattungsrechnung wird billiger.

“… sei dabei bevor es zu spät ist!!!!”

Ein wenig Angst vor dem Tod motiviert die jugendlichen Hörerinnen und Hörer hoffentlich. Vier Ausrufezeichen und drei Fragezeichen müssten reichen.

“Was wären Deine letzten Worte???”

Gestreut wird die PR-Aktion in verschiedenen Medien, in der Sendung, auf Facebook und in lokalen Anzeigenblättern. Ein Statement gab eine Hörerin direkt auf der Facebook-Seite ab. Sie findet die Aktion “cool”. Ihr sagt “Bis gleich!” zu einer Verwandten, die sie nicht leiden kann.

Vermutlich werden viele Reaktionen in diesem Stil in der Redaktion eintreffen. Gefordert ist nämlich die “coolste Antwort”. Auf diese Weise das Tabu-Thema ‘Sterben’ anzugehen, kommt mir vor, als wolle man Enttabuisierung betreiben indem man die Jugendlichen auffordert, möglichst viele Krimis anzuschauen. Da stirbt ja auch immer jemand.

Ob wirklich die coolste Antwort gewinnt, ist nicht gesagt. In den Teilnahmebedinungen heißt es: “Unter allen Einsendungen entscheidet das Los unter Gewährleistung des Zufallsprinzips.” Also keine Jury, die die Beiträge inhaltlich unter die Lupe nimmt. Ziemlich verwirrend und marketingtechnisch ein NoGo.

So, und nun der Blick auf das Bestattungsunternehmen Erich Kraus jun. in Aschaffenburg, das der Kooperationspartner von Radio Galaxy ist. Auch für das Bestattungsinstitut ist der Wettbewerb eine große, öffentlichkeitswirksame Nummer. Hier kann man nur hoffen, dass der Schuss nicht nach hinten losgeht. Denn sterben tun in der Mehrzahl die Alten, die nicht zu den Hörern des bayernweiten Jugend-Radiosenders gehören. Vom diesem Bestatter werden sie jetzt in der Zeitung lesen, mit allen bissigen und kritischen Kommentaren. Ob das einen neuen Kunden bringt? Im Vorfeld wäre eine Klärung der Zielgruppe sinnvoll gewesen. „Seriös und zuverlässig“ als Marketingspruch (schon an sich nicht besonders originell) ist war für die Älteren. “Cool und krass” müsste unter der Anzeige stehen, um das Unternehmen für die Jungen interessant zu machen.

Die Bestattungsbranche kann von der Aktion lernen und aus den Reaktionen und Diskussionen ihre Schlüsse ziehen. Radio Galaxy wird ein paar neue jugendliche Hörerinnen und Hörer gewinnen. Spannend wäre zu erfahren, wer letztlich die 3000 € Bestattungswert beiträgt.

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Bestattungsinstitut Krämer – Comedy goes Friedhof

Freitag, 22. Oktober 2010 20:10

Vor kurzem hatte ich das Vergnügen, die Comedy-Aufführung zu sehen. Jetzt habe ich das Video auf youtube entdeckt. Für alle Kurzentschlossenen aus Mittel- und Oberhessen sei das Stück Bestattungsinstitut Krämer – Aller Abgang ist schwer aufs Wärmste empfohlen.

An diesem Wochenende (23. und 24.10) in Marburg/ > Waggonhalle

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Aus die Maus

Freitag, 3. Juli 2009 15:01

© Andrey Stratilatov - Fotolia.com

Wer nicht aufpasst, stirbt!

Das trifft auch für Unternehmen der Bestattungsbranche zu. Deshalb ist Werbung angesagt. Wie diese bei dem Thema Bestattungsvorsorge aussehen könnte, wollte das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur in Kooperation mit dem Deutschen Marketingverband herausfinden und schrieb einen Wettbewerb aus.

Wer nicht wirbt, stirbt!

Das war das Neugier erweckende Motto. Wie die Werbebranche wohl an das Thema herangeht? Es geht ja nicht wie bei den Werbetafeln an der Autobahn um eine Mahnung zum langsameren Fahren, sondern um den Verkauf von Produkten. Agenturen und Bestatter haben 321 Plakate zum Wettbewerb eingereicht. Verträgt die Bestattungsbranche eine solche Werbung?

Die Pressemitteilung des Kuratoriums liest sich so:

Die Jury war gespalten. Bestatter hatten Trauernde im Blick, Marketingexperten stellten den Zeitgeist einer jüngeren Zielgruppe ins Zentrum. Entsprechend spannend fielen die Voten aus.

Sieger wurde die Werbeagentur RWGK Communications GmbH aus Frankfurt mit ihren Plakaten “Finale”.  Die Bilder der eingereichten Entwürfe der Agentur sind bei Picasa veröffentlicht. Noch besser als die Finale-Serie gefallen mir persönlich die etwas dezentere Serie zu der auch “Aus die Maus” gehört. Denn unsere Maus wurde aus den Fangzähnen der Katze befreit und bekommt nun ein ganz normales menschliches Begräbnis.

Platz 2 belegte: „Weil es oft schneller geht, als uns lieb ist”, von Bernd Ganser aus Wien

Platz 3 ging an: „Du gibst den Löffel ab”, von der achtung! werbeagentur, Hamburg.

Die öffentliche Preisverleihung findet am 17.09.2009 in Berlin im Rahmen der Marketingtagung „Wer nicht wirbt, stirbt! – Werbung in der Bestattungsbranche” statt. Die Tagung ist mit 250 Teilnehmern bereits ausgebucht.

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Werbung mit dem Re-Import von Totenasche – ein Urteil

Montag, 15. Juni 2009 14:52

In Deutschland herrscht der Friedhofszwang. Doch es hat sich herumgesprochen, dass manche Bestatter es ermöglichen, diesen Zwang zu umgehen. Das stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Doch wo kein Kläger, da kein Urteil.

Auf der Webseite eines Rechtsanwaltes findet sich unter dem Titel: Letzte Freiheit ohne Friedhofszwang? ein bemerkenswertes Urteil. Gegenstand des Verfahrens war nicht der Re-Import der Totenasche selbst, sondern die Frage, ob ein Bestattungsunternehmen damit werben darf.

Das Ergebnis: die Werbung mit „Urne nach Hause” ist wettbewerbswidrig.

Das Landgericht Berlin (Az.: 97 O 112/08) hatte sich in einem Eilverfahren damit zu beschäftigen, ob die Werbung mit der „Urne nach Hause” irreführend und wettbewerbswidrig sei, wenn die Einäscherung im Ausland (hier: Tschechien) erfolgt und darauf in der Werbung nicht hingewiesen wird.

Worum es genau ging und das Urteil im Einzelnen auf dieser Seite.

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Frühjahrsputz – regelmäßige Aktualisierung ist ein Muss

Donnerstag, 14. Mai 2009 17:00

Was für Freundschaften gilt, gilt auch für Internetseiten. Sie müssen gepflegt werden. Bei Freunden ist man freundlich und direkt, verzeiht so manchen Fehler, zeigt sich ehrlich. Eine Webseite ist mehr als ein Klingelschild, das man einmal an seine Tür geschraubt hat und fertig. „Diese Seiten sind in Bearbeitung, letzte Aktualisierung: 28.07.2008″. Dieser Eintrag findet sich auf der Startseite der Internetpräsenz eines Bestattungsinstitutes. Eröffnet wurde das Institut im Mai 2008. Wir schreiben das Frühjahr 2009. Man fragt sich, ob das Institut überhaupt noch existiert. Ob jemand öffnet, wenn ich klingele? [...]

Dieser Artikel ist Beitrag 5 von 5 Beiträgen der Artikel-Serie Die Bestatterwebseite.

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