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Blog-Testamente sind durchaus sinnvoll

Sonntag, 17. Januar 2010 15:32

Erlebte Synchronizität könnte ich das bezeichnen. Gestern mittag lag ich auf dem Bett und mir kam der Gedanke, was aus diesem Blog wird, falls ich plötzlich sterben sollte. Ich habe mir vorgenommen, für diesen Fall selbst einen Beitrag zu schreiben. Er soll veröffentlicht werden und eine Weile stehen bleiben.

Vor einigen Wochen wurde ich gebeten, für das Portal eines Bestatters einen Beitrag zu schreiben. Der Artikel ist zu meinem Lieblingsthema “Verstorbene im Internet”. Heute schaue ich nach, was aus diesem Beitrag geworden ist und sehe einen Kommentar. Cekado fragt:

Was geschieht mit meinem internetten Leben, wenn das Leben beendet ist?

Er schlägt Bloggern vor, ein eigenes Blog-Testament zu verfassen. Aufgegriffen wurde dies hier und hier und hier. Und er berichtet von dieser Bloggerin, die kürzlich ihr Blog-Testament veröffentlicht hat. Es ist eine Mischung zwischen humorvoll und real. Diese Bloggerin bloggte unter Kroetengrün und ist am 13. Dezember 2009 verstorben.

So scherzhaft alles noch zu Lebzeiten gemeint ist, so wichtig wird es vielleicht für irgendjemanden werden, der dann trauert, wenn der Tod des Bloggers eingetreten ist.

Thema: Blog, Internet, Trauer | Kommentare (0) | Autor:

bestattungskultur zu verkaufen

Montag, 13. Juli 2009 10:00

Vor kurzem habe ich nach der Telefonnummer einer Friedhofsverwaltung gesucht. Unter www.friedhof-NameDerStadt.de finde ich die gesuchte Nummer nicht. Stattdessen kann ich dort den Domainnamen kaufen. Webseite und Onlineshop bestelle ich am besten gleich mit. Es gibt Firmen die Domains nach dem Muster www.Branche-NameDerStadt.de flächendeckend anbieten.

Als  Namen für diesen Blog war www.bestattungskultur.de naheliegend. Was ich fand ist ein Lehrstück über die Kultur der freien Marktwirtschaft. Ich könnte mir die bestattungskultur kaufen. Sie wird von einem Domain-Spekulanten angeboten, ebenso www.trauerfeier.de und www.bestattungswelt.de. Manch eine/r aus der Branche hat sich frühzeitig mit den Mechanismen des Internet beschäftigt und sich gute Domainnamen gesichert. Auf die Unternehmens-Webseite verlinkt, führen sie die Leute zum eigentlichen Angebot.

Gute Domainnamen werden von Unternehmen aufgekauft.  Die Masse macht’s. Irgendwann findet sich einer, der bereit ist für den Domainnamen Geld auszugeben.

Domainnamen werden wie Immobilien verkauft, versteigert und vermietet. Angesichts eines immensen Überangebots ist der Handel alles andere als einfach. Mit attraktiven Namen ist trotzdem ein Erfolg möglich.

schreibt Sven Lennartz auf seinem Blog. Anschließend gibt er gute Hinweise, wie Domainhandel funktioniert und auf was bei der Wahl der Domainnamen zu achten ist. Rekordpreise sind allerdings sind selten.

Sehr selten sogar. Eine gute Übersicht über bisher erzielte Preise bietet der Domain-Spiegel. Selbst wirklich attraktive Namen dürften kaum mehr als 500 bis 1000 Euro erzielen.

Die meisten kleineren und mittleren Dienstleister weichen auf freie Domainnamen aus. Mir selbst widerstrebt es auch, hier die Kommerzialisierung voranzutreiben. Zumal ein guter Domainname verbunden sein muss mit einer guten Suchmaschinenoptimierung (SEO). Diese professionelle Herangehensweise scheitert zum einen oft an der Internetkompetenz, zum anderem am Geld.

Bei DENIC, einer  eingetragenen Genossenschaft, die die Top Level Domain .de verwaltet, kann jeder selbst  nachschauen, ob eine Domain noch frei oder wer der Inhaber einer Domain ist. Allen Baustellenschildern, Plattformen von Domainhändlern und Fehlermeldungen zum Trotz.

verwandter Artikel: Namensfindung leicht gemacht

Thema: Blog, Internet, Kurios bis Seltsam | Kommentare (1) | Autor:

Deutsche Bloggerkultur

Samstag, 27. Juni 2009 12:00

© PeJo - Fotolia.com

Manchmal mache ich mir schon Gedanken, ob die ganze Arbeit an diesem Blog lohnt. Was schätzen Sie, wieviel Leuten ich schon erklärt habe, was ein Blog überhaupt ist und worin Blogs sich von anderen Webseiten unterscheiden?

Menschen in der Bestattungsbranche sind als Internetnutzer eher konservativ. Beschreibend ausgedrückt. Doch was noch nicht ist, kann ja noch werden. Mit etwas Zeitverzögerung werden Blogs, Wikis und Communities auch auf den Bildschirmen der Branche ankommen.

Das liegt insgesamt im Trend des Kulturvergleiches, den der Basic Thinking Blog aufgestellt hat.

Es gab keine “deutsche Blogger-Kultur”. Der Radius der Insider-Gemeinde war lange Zeit gering, sowohl bei der Zahl der Themen als auch bei der Leserschaft.

Basic Thinking meint, dass sich das Blatt gewendet hat und ruft das Jahr 2009 zum Blog-Wahrnehmungs-Wendejahr aus.  Der  Zeitgeist hat gut gearbeitet und die allgemeine Medienkompetenz nimmt zu.

Während die Medien derzeit orientierungslos und mit großer Verspätung im Web 2.0 ankommen, haben Blogs ihr Publikum bereits empfangen.

Auch ich empfange Sie auf meinem Blog mit offenen Armen. Herzlich willkommen.

Thema: Blog | Kommentare (0) | Autor:

hatmalgelebt.de

Donnerstag, 25. Juni 2009 14:55

Heute war in der Post ein Brief von meiner Freundin. Die schickt mir manchmal Zeitungsartikel, von denen sie meint, dass ich sie gelesen haben sollte. Dieser war wieder ein Volltreffer. Harald Martenstein, Experte für Architektur, den Papst – und sogar für Frauen (Zeit Magazin vom 28.05.2009):

Autoren, die als Experten auftreten sind wie das Internet. Man will es unbedingt haben, aber niemand möchte für Inhalte bezahlen. Mir geht es ebenso.

Ich möchte hinausschrei(b)en: Mir auch.

Nachdem er die Geschichte von George erzählt hat, der sich als Heizungsmonteur bei einem Sender beworben hatte, dank einer Verwechslung plötzlich auf Sendung war und Vernünftiges über Hedgefonds und den Dollarkurs von sich gab, schreibt Harald Martenstein weiter:

Er (George) sagt vernünftige Sachen und ist von den echten Experten nicht zu unterscheiden, es gibt nämlich überhaupt keine echten Experten.

Sollte ich als Expertin nun gekränkt sein? Beileibe nicht und Bei Leibe nein. Als potentielles Multitalent könnte ich sogar als Heizungsmonteurin arbeiten, vorausgesetzt ich hätte etwas mehr Lebenszeit mit Heizungen, Schaltplänen und den passenden Werkzeugen verbracht.

Meine Freundin verdient gut Geld. Sie arbeitet weder im noch mit dem Internet.
Harald hat jetzt eine Idee, wie er im Internet Geld verdienen könnte.

Mit einer Todesanzeigenseite, einer richtig kultigen Nachrufseite. Die vorgeschlagene Domain lebtnichtmehr.de ist schon reserviert. Ich habe gleich mal hatmalgelebt.de geordert. Mal sehen, wer schneller die Webseite online hat.

Thema: Blog, Internet | Kommentare (0) | Autor:

grabauf grabab – Namensfindung leicht gemacht

Montag, 2. Februar 2009 10:41

Ehrlich gesagt, es war eine kreative Notlösung. Die ersten Reaktionen meiner Freunde: der Name wird verstanden, Erheiterung. Das Thema Tod ist schwer genug. Ob der Name gelungen ist, mögen die Leserinnen und Leser entscheiden.
Wer schon einmal versucht hat, einen neue Domainnamen im Bestattungsbereich zu finden, der noch irgendetwas über sein Angebot aussagt, muss kreativ sein.

Das wären zum einen die einfachen deutschen Begriffe:
Sterben, Trauer, Tod, Bestattung, Beerdigung, Beisetzung, Würde, Erinnerung, Gedenken, Ewigkeit, Grab, etc.

Weiter geht es mit den fremdsprachlichen Äquivalenten:
Funeral, Thanatos, Nekros, Sepulkral, Mortal, Memorial, Dignitas, Pietät etc.
Aber Vorsicht: Das ganze Wortfeld „dignitas“ (Latein – „Würde“) ist von einem umstrittenen Schweizer Verein besetzt, der aktive Sterbehilfe unterstützt.

Dann kommen die zusammengesetzten Begriffe:
Die oben genannten Begriffe können beliebig miteinander kombiniert werden. Oder sie gehen eine Liaison ein mit Portal, Seite, Verband, Begleitung, Wege, Licht, Stadt, Land, Fluss. Vorne und hinten, mit und ohne Bindestrich.

Seit es E-Mail (das „e“ steht für electronic) gibt, gibt es e-Wortschöpfungen. Wem’s gefällt: e-traurig, e-urne, e-gal. Die Trefferquote freier Domainnamen ist gering. Das haben wir e-wie-evangelisch zu verdanken.

Und wenn man dann einen schönen Namen gefunden hat, garantiert hat ein anderer ihn auch schon gefunden. .de Domain weg! Wer ein Geschäft hat, kann es mit .com probieren. Auch weg! Vielleicht .eu oder .info? Suchende stehen auf .de. Keine gute Idee. Ein Blick auf mein Werbebudget zeigt, dass ich mir bestattungskultur.de gerade nicht leisten kann. Über die Geschäfte der Reseller schreibe ich ein anderes Mal.

Grabauf-grabab.de ist noch frei.
Hurrah, ich bin die Erste!

Thema: Blog, Internet | Kommentare (2) | Autor: