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Abschied aus dem Internet

Mittwoch, 6. Oktober 2010 10:58

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und tschüss

Wenn ich einen Raum betrete, in dem sich Menschen aufhalten, sage ich “guten Tag”, wenn ich ihn wieder verlasse “auf Wiedersehen”. Was im realen Leben selbstverständlich ist, lässt sich nicht immer auf die Umgangsweisen im Internet übertragen. Bisher kannte ich nur das “guten Tag” im Internet. “Herzlich willkommen auf unserer Plattform”, “Willkommen beim Dienst xy”, “Ihr Account wurde freigeschaltet”, “Werden Sie Mitglied bei…” Täglich entstehen neue Communities und Internetangebote, die “guten Tag” sagen. Vom Verschwinden eines Angebotes habe ich bisher immer nur erfahren, wenn ich die Seite aufgerufen habe und auf eine Fehlermeldung oder ein Angebot, die Domain zu kaufen, traf.

Jetzt habe ich innerhalb weniger Tage von drei Internetplattformen Nachrichten erhalten.

1. “Xmarks Sync to be Discontinued”

Xmarks ist eine Erweiterung für den Firefox-Browser. Es gleicht Firefox-Lesezeichen und Passwörter über einen Server ab und stellt sie weltweit zur Verfügung.

2. “Einstellung des Portals Polylooks zum 31.12.2010″

Polylooks ist eine Online-Bildagentur der Deutschen Telekom Fotocommunity und Magazin, auf dem man lizenzfreie Bilder kaufen und verkaufen kann.

3. “femity nimmt Abschied: Foren und Datenbanken vom Netz genommen”

Femity war eine Frauen-Community, die nach dem Forenprinzip aufgebaut war. Sie wurde redaktionell betreut und frau konnte alles Mögliche zu beruflichen und lifestyle-Themen finden.

Zufällige Häufung oder Beginn einer Abschiedskultur im Internet?

Tatsache ist, dass das Internet ein junges Medium ist. Manche Seiten sind wie Sternschnuppen, man sieht sie kurz, dann verschwinden sie im schwarzen Loch des Cyberspace. Andere Angebote haben sich etabliert,  sind jedoch in die Jahre gekommen (femity),  das Geschäftsmodell hat nicht funktioniert (Polylooks) oder die Monetarisierung eines vielfach genutzten Dienstes ist nicht gelungen (Xmarks).

Ich bin froh, dass die Betreiber mir diese Nachrichten schicken. Zum einen kann ich mir wichtige Inhalte vor dem Abschalten der Webseiten sichern und mich rechtzeitig nach einer Alternative umschauen. Auch wenn die E-Mail im sachlichen Ton der Information daher kommmen, spüre ich zum anderen, dass hinter jeder Seite Menschen stehen, die Zeit,  Geld und persönliches Engagement in ihre Projekte gesteckt haben. Eine Webseite aus dem Netz zu nehmen, das ist ein Stück Sterben. Zurück zu schauen, Abschied zu nehmen, Menschen, mit denen man über die Seite verbunden war, mit in den Abschied einzubeziehen – das gefällt mir als Abschiedsgestalterin. Es fällt niemandem leicht, eine Webseite einfach abzuschalten. So sage ich öffentlich Danke und wünsche den Menschen, die hinter den Webseiten stehen viele spannende und ertragreiche neue Projekte.

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TV-Tipp zum Thema “Digitaler Nachlass”

Donnerstag, 29. Juli 2010 19:10

Welche Unannehmlichkeiten der digitale Nachlass den Erben bereiten kann und was Erben zu beachten haben, darüber geht die von der anwaltauskunft gesponserten Sendung „Steuern und Recht“ auf n-tv am Dienstag, dem 3. August 2010 um 18.35 Uhr und am Mittwoch, dem 4. August 2010 um 15.15 Uhr (Wiederholung).

“Wenn ein Mensch stirbt, wird er von vielen Freunden und Bekannten vermisst. Doch in der digitalen Welt sieht dies ganz anders aus. Hier verschwindet niemand einfach so, nur weil sein irdisches Leben beendet ist. Digital kann ein Mensch weiterleben, da seine Fotos und Videos weiterhin für die Öffentlichkeit im Netz zu sehen sind. Und selbst die Verträge mit Providern und sozialen Netzwerken enden nicht automatisch mit dem Tod.”

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Digitale Daten dürfen jetzt auch sterben

Samstag, 24. Juli 2010 10:30

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Vergänglichkeit war bislang ein Vorrecht der Natur. Mit der Entwicklung einer neuen Technik, sind in Zukunft auch digitale Daten vergänglich. Sie können mit einem Verfallsdatum versehen werden.

Große Suchmaschinen wie Google oder Yahoo speichern alles, was ihren Robotern unter die Finger kommt, nach dem Motto „Durchsuche alles, speichere alles und stelle es mehrfach zu Verfügung“ (im sogenannten Cache). Diese vollautomatische Speicherung aller Daten bewirkt, dass selbst Daten, die der Nutzer selbst wieder löscht, im Internet weiter existieren und gefunden werden können.

Jetzt haben Saarbrücker Informatiker haben ein System entwickelt, das jeder Computerlaie anwenden kann. Bevor Dateien und Bilder ins Internet gestellt werden, werden sie mit einem digitalen Schlüssel versehen. Mit einer neuartigen Kombination aus Verschlüsselungstechnik und so genannten Captchas werden die Daten nach Fristablauf automatisch unzugänglich. Das gilt auch für Kopien der Dateien, die sich im Web irgendwo an einer anderen Stelle befinden. Sobald ein Anwender die Daten abruft, fordert der betreffende Rechner dafür den Schlüssel an. Ist die Frist des Schlüssels abgelaufen, können die Daten auf den Webseiten nicht mehr aufgerufen werden. Notwendig ist lediglich ein Programm-Zusatz (Add-on) für einen der gängigen Internet-Browser. So kann jeder die Kontrolle über seine Daten behalten.

Das neue System vermag nicht alles zu löschen, aber es erschwert den Zugriff auf die Daten soweit, dass es in den allermeisten Fällen unrentabel wird auf die Daten zuzugreifen. Damit können Internetnutzer ihre Privatsphäre noch besser schützen.

Zum vollständigen Artikel der Uni Saarland und zur Projektbeschreibung

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Jeder dritte Mann, jede siebte Frau über 70 surft

Dienstag, 13. Juli 2010 10:00

Im (N)Onliner Atlas 2010 sind alle wichtigen Daten zur Internetnutzung der deutschen Bevölkerung enthalten. Zum ersten Mal ist die Zahl der aktiven Internetnutzer auf über 70 Prozent gestiegen. Zwei Millionen neue Internetnutzer im letzten Jahr dazu gekommen. Noch nicht in der digitalen Welt angekommen sind knapp 19 Millionen Bundesbürger über 14 Jahren. “Trotz des deutlichen Wachstums bei der Internetnutzung profitieren davon nicht alle Teile der Gesellschaft”, so Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21, die den (N)Onliner Atlas herausgibt. Grundlage der repräsentativen Studie sind 30.705 Interviews von Februar bis Mai 2010.

Im Alter nimmt die Internetnutzung ab
Während die jüngeren Befragten zwischen 14 und 29 Jahren zu 95,8 Prozent regelmäßig im Netz surfen, zeigt sich die Generatin 50 plus weniger netzaffin. 54 Prozent dieser Gruppe nutzt das Web, bei den über 70-Jährigen sind es  23,3 Prozent. Immerhin: der Anteil der Onliner stieg hier um 4 Prozentpunte.

Die Internetnutzung im Alter unterscheidet deutlich zwischen Frauen und Männern
Männer sind im Alter wesentlich häufiger im Netz unterwegs sind als Frauen. Während jeder dritte Mann über 70 surft, zieht es nur jede siebte Frau vor den PC. Einen wirklichen Nachteil haben die älteren Internetmuffel jedoch nicht: “Wir kommen nicht weiter, wenn wir Frauen über 70 als Problemgruppe stigmatisieren und unterstellen, sie seien in der digitalen Gesellschaft nicht angekommen. Sie verfügen über viel Lebenserfahrung und finden sich auch ohne Internetzugang bestens zurecht”, so Birgit Kampmann, Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleihheit. (aus der Online-Pressemeldung)

Die vollständige Studie gibt es hier

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“Unsterblich im Internet” Radiosendung von DRS1

Donnerstag, 1. Juli 2010 11:10

Viele Journalisten, die über das Thema “digitaler Nachlass” im Internet recherchieren, finden auf meinen Blog und auf das Angebot von Semno. Ein Unternehmen, das ich zusammen mit einem Informatiker begonnen habe, um Angehörige verstorbener Menschen zu unterstützen, den digitalen Nachlass zu regeln.

Für eine Sendung des DRS1 wurde ich von Michèle Renaud interviewt. DSR ist das Radioprogramm der deutschsprachigen Schweiz. Die Schweiz ist ja von Freiburg, wo ich lebe nicht weit. Hier im Dreiländereck habe ich mich inzwischen an den schwizerdütscher Sprachklang gewöhnt. Die Sendung ist in Schwizerdütsch gesprochen, mein Part allerdings in Hochdeutsch. Titel der Sendung: Unsterblich im Internet.

“Wenn wir sterben, ist für uns in der virtuellen Welt des Internets noch lange nicht Schluss. Mit unseren E-Mails, Webseiten oder Fotos bleiben wir ewig präsent. Für manche Menschen ist das ein Trost. So kann man nicht nur auf dem Friedhof dem Verstorbenen eine Kerze anzünden, sondern auch im Internet.”

Hier ist der Link zum Podcast, der auf der Webseite angehört oder auch heruntergeladen werden kann.

Die Sendung “Zwischenhalt” enthält Beiträge zu Kirchen und Religion. So wurde ich vor allem als Theologin angefragt. Im Anschluss an die Sendung läuten Glocken von Schweizer Kirchen den Sonntag ein.

Dieser Artikel ist Beitrag 3 von 4 Beiträgen der Artikel-Serie Empfohlene Podcast.

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