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Meine Zombiefreunde auf Facebook

Dienstag, 20. April 2010 11:11

Facebook ist in aller Munde. Seit die Stiftung Warentest dem Sozialen Internet-Netzwerk schlechte Noten in Sachen Datenschutz ausgestellt hat und die Ministerin Aigner in einem offenen Brief an Facebook-Chef Zuckerberg das US-Unternehmen zu striktem Datenschutz aufgerufen hat, dürfte die Problematik so langsam zu den Facebook-Nutzer durchdringen.

Ein spezieller Bereich ist der Datenschutz für verwaiste Profile. Inzwischen kann man bei Facebook das Profil von Verstorbenen in einen Memorial-Status überführen. Wer nichts von dem Profil weiß und die Funktion nicht findet (die Information findet sich natürlich nicht auf der Startseite von Facebook), sieht alt aus.

So entstehen Zombiefreunde, virtuell ausgestopfte Menschen – so werden sie in einem Artikel des ORF genannt. Was daraus für die Lebenden folgt ist dort schön beschrieben: Freundschaften, die ewig währen.

Thema: Digitaler Nachlass, Internet, Kurios bis Seltsam | Kommentare (0) | Autor:

Datenschutztest der Stiftung Warentest

Samstag, 27. März 2010 12:11

Die aktuelle Ausgabe des Magazins “Test” der Stiftung Warentest stellt das Ergebnis einer Untersuchung von acht deutschsprachigen Sozialen Netzwerken vor.  Vor allem Datenschutz und Nutzerrechte hatten die Verbraucherschützer im Visier. Am besten kommen “schülerVZ” sowie “studiVZ” weg. Die meiste Kritik wird an den Netzwerken Stayfriends, Facebook, LinkedIn und MySpace geübt. In fast allen Punkten wurde mit “mangelhaft” bewertet. Aus seiner Schulzeit weiß jeder, dass das soviel wie “durchgefallen” meint.

Bewertet wurden die Kategorien “Organisation und Transparenz”,  “Umgang mit Nutzerdaten”, “Datensicherheit” “Nutzerrechte”, “Jugendschutz” und “Mängel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen”.

Beim Punkt “Datensicherheit” wurde von den sozialen Netzwerken die Erlaubnis für ein “Hacking” angefragt. Mit dem Wissen und der Zustimmung der Anbieter wurde versucht, in das Netzwerk einzudringen und einen Testaccount zu übernehmen.  Außer Xing, Facebook, MySpace und Linked stimmten alle im Test befindlichen Anbieter dieser Überprüfung zu. Die vier Communities, die nicht einverstanden waren, erhielten  in diesem Unterpunkt eine Abwertung.

Besonders kritisch gesehen wird die gängige Regelung bei den amerikanischen Anbietern. Diese behalten sich umfangreicher Nutzungsrechte an den, von den Mitgliedern der Community eingestellten Inhalten (Bilder, Texte) und die Weitergabe von Daten an Dritte vor.  Zu welchem Zweck, sagen sie nicht. Bei Facebook zum Beispiel heißt es: „Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, unentgeltliche, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest“.

Bei der Überprüfung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen stellt die Stiftung Warentest fest, dass diese insbesondere bei Facebook und MySpace in Teilen ungültig sind:

Bleibt abzuwarten, wie die getesten Anbieter auf die schlechten Noten reagieren. Bleibt abzuwarten, ob die Nutzer der Communities irgendetwas an ihrem Verhalten in den Netzwerken verändern. Wie die Privatsphäre eingestellt ist und welche Inhalte auf der Plattform veröffentlicht werden, liegt in den Händen der Nutzer. Der Test gibt allen skeptischen Menschen gute Argumente, sich dem Sog der Online-Netzwerke zu entziehen und ihre Kontakte auf andere Weise zu pflegen.

Zusammen mit dem von der BITKOM gestern veröffentlichten Pressemeldung geht meine Frage noch weiter. Wie gehen die Sozialen Netzwerke mit den Profilen Verstorbener um. Diese sind zunächst verwaist und noch anfälliger für Mißbrauch als Profile, die von ihren Nutzern regelmäßig benutzt werden.

Thema: Internet | Kommentare (0) | Autor:

Digitaler Nachlass – die Aufmerksamkeit für ein wichtiges Thema wächst

Samstag, 27. März 2010 10:05

Jetzt gibt auch der BITKOM – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. – Hinweise zum Umgang mit dem digitalen Erbe.

Mit zunehmender Internetnutzung nimmt auch die Anzahl der verstorbenen Menschen zu, die sich aktiv im Internet bewegt haben. E-Mails, Community-Profile, virtuelle Adressbücher, online gespeicherte Daten, all das bleibt zurück, genauso wie die Papiere eines Menschen.

Der Branchenverband BITKOM rät Angehörigen, den digitalen Nachlass genauso sorgfältig zu beachten wie Schriftstücke aus Papier. In der digitalen Hinterlassenschaft kann sich aber auch die eine oder andere Überraschung verbergen. BITKOM rät zu einem bewussten und offenen Umgang mit dem Thema und zu Sensibilität für die  Privatsphäre des/ der Verstorbenen.

In der Pressemeldung sind wichtige Hinweise für Erben in verständlicher Sprache zusammengefasst.

Thema: Digitaler Nachlass, Internet | Kommentare (0) | Autor:

out of web

Dienstag, 2. Februar 2010 19:00

Anbieter im Internet haben ein Interesse: Wie bekommen wir die Leute ins Internet und wie bringen wir sie dazu, das eigene Angebot zu nutzen. Seit längerem frage ich mich, wie die Leute eigentlich wieder aus dem Internet herauskommen. Datenbanken sind geduldig und werden nicht immer gut gepflegt. Wer sich bei einem Dienst, den er nicht mehr nutzen möchte abmelden will, muss oft eine detektivische Ader haben. Der Anmeldebutton ist nicht zu übersehen, der Abmeldebutton findet sich – wenn überhaupt – versteckt auf der dritten Unterseite und die “häufigen Fragen” liefern bei dem Stichwort “Abmeldung” kein Ergebnis.

Ein aktueller Artikel in der Financial Times Deutschland mit dem Titel “Out of Office” fragt nach, was mit Profilen, Fotos und E-Mails passiert , wenn der Nutzer stirbt. Die Wenigsten sind sich bewusst, wie wichtig diese Fragen für die Angehörigen werden, wenn sie einmal sterben. Solange das Internet ein Medium der jungen Generation war, stand dieses Thema nicht im Vordergrund. Je älter die Nutzenden werden, desto wichtiger wird es für die Seitenbetreiber, Informationen bereit zu stellen, wie Menschen aus ihrem “Netz” wieder herauskommen.

Thema: Digitaler Nachlass, Internet | Kommentare (0) | Autor:

Blog-Testamente sind durchaus sinnvoll

Sonntag, 17. Januar 2010 15:32

Erlebte Synchronizität könnte ich das bezeichnen. Gestern mittag lag ich auf dem Bett und mir kam der Gedanke, was aus diesem Blog wird, falls ich plötzlich sterben sollte. Ich habe mir vorgenommen, für diesen Fall selbst einen Beitrag zu schreiben. Er soll veröffentlicht werden und eine Weile stehen bleiben.

Vor einigen Wochen wurde ich gebeten, für das Portal eines Bestatters einen Beitrag zu schreiben. Der Artikel ist zu meinem Lieblingsthema “Verstorbene im Internet”. Heute schaue ich nach, was aus diesem Beitrag geworden ist und sehe einen Kommentar. Cekado fragt:

Was geschieht mit meinem internetten Leben, wenn das Leben beendet ist?

Er schlägt Bloggern vor, ein eigenes Blog-Testament zu verfassen. Aufgegriffen wurde dies hier und hier und hier. Und er berichtet von dieser Bloggerin, die kürzlich ihr Blog-Testament veröffentlicht hat. Es ist eine Mischung zwischen humorvoll und real. Diese Bloggerin bloggte unter Kroetengrün und ist am 13. Dezember 2009 verstorben.

So scherzhaft alles noch zu Lebzeiten gemeint ist, so wichtig wird es vielleicht für irgendjemanden werden, der dann trauert, wenn der Tod des Bloggers eingetreten ist.

Thema: Blog, Internet, Trauer | Kommentare (0) | Autor: