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Datenvererbung im Todesfall – neuer Web 2.0 Service

Donnerstag, 25. Juni 2009 10:50

[Trigami-Review]

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Dienstleistung im Internet

Es war zu erwarten, dass nach den amerikanischen Anbietern bald ein deutschsprachiges Unternehmen die sichere Verwahrung wichtiger Dokumente und von Paßwörtern auf einer Online-Plattform anbietet. Seit dem 23. Juni ist der neue Web 2.0 Service DataInherit online.

«Information ist die Währung des 21. Jahrhunderts.» Wichtige Informationen sollen im privaten und im geschäftlichen Bereich gleichzeitig ständig verfügbar sein, aber auch vor mißbräuchlicher Nutzung geschützt werden. Dazu bietet das Unternehmen einen Internet Datensafe für den täglichen Gebrauch und die Datenvererbung als Versicherung für die Zukunft. In Zeiten, in denen vielfach über Datensicherheit diskutiert wird, verspricht das Unternehmen Schweizer Qualität und versteht sich als Schweizer Bank für Informationswerte.

Ähnlich dem Internet Banking kann der angebotene Datensafe bequem aus dem Internet Browser bedient werden. Jeder Nutzer wird sich natürlich fragen, ob das ganze für die eigenen sensiblen Daten auch sicher genug ist. Als  Massnahmen für die Vertraulichkeit und Rechtssicherheit gibt das Unternehmen an:

  • Die von Kunden gespeicherten Daten können vom Unternehmen nicht eingesehen werden.
  • Die Datenvererbung wird genauso ausgeführt, wie der Kunde diese vorgesehen und definiert hat. Dieser Ablauf kann weder von DataInherit noch von Dritten beeinträchtigt werden.
  • Das Unternehmen selbst hat keine Kenntnis der Aktivierungsberechtigten oder der Begünstigten eines Kunden.
  • Sicheres Login mit Benutzname und Passwort. Falls das Passwort einmal vergessen gehen sollte, ist die einzige Absicherung ein vorher erstellter Login Wiederherstellungs-Code.
  • Kostenfreie SMS Authentisierung
  • Datenverschlüsselung im Arbeitsspeicher
  • Die Daten werden in bankenkonformen Rechenzentren und Alpenbunkern aufbewahrt.

Ein sinnvoller Dienst für den Todesfall

Internetkriminalität, Benutzerfehler oder höhere Gewalt können wichtige Informationen in Sekunden unwiderruflich vernichten oder preisgeben. Gegenüber anderen Formen der Datensicherung wie einem Backup auf einer externen Festplatte hat dieses Angebot den Vorteil, dass die Daten vor Einbruch oder Brand gesichert sind und weltweit der Zugriff auf die Daten gewährleistet ist. Im Gegensatz zu einem normalen Online-Backup ist die Vererbung des Datenzugangs an zuvor selbst definierte Personen vorgesehen. Ein durchdachter Vorgang, der im Todesfall den Begünstigten den Zugang zu den wichtigen Daten sichert. Daten, die niemanden zugeordnet werden bleiben für immer privat. Eine missbräuliche Aktivierung wird durch eine ebenfalls selbst definierte Sperrfrist ausgeschlossen. Der Zugang zu den zugeordneten Dateien erfolgt über eine sicher verschlüsselte E-Mail oder per eingeschriebenem Brief, weltweit durch die Schweizer Post.

Intuitive Bedienbarkeit und hohe Sicherheitsgarantie verspricht das Unternehmen. Davon kann sich jeder durch ein kostenloses Probekonto überzeugen. Wem der Dienst gefällt, kann auf ein Abonnement wechseln. Preislich gestuft nach Speicherplatz, Anzahl der Begünstigten und Laufzeit.

Thema: Internet | Kommentare (0) | Autor:

Postmortales Digitalmanagement

Dienstag, 17. März 2009 21:14

Das Web 2.0 boomt. Ein Artikel auf Spiegel Online zitiert die Marktforscher von Nielsen, die eine neue Studie veröffentlicht haben. Das Web 2.0 wird die Netz-Nutzung umkrempeln. Die Nutzungsdauer steigt und Nutzerzahlen steigen, weil zunehmend ältere Menschen die Communitys entdecken.

Da mein Hauptinteresse der Bestattungskultur gilt, frage ich mich schon eine ganze Weile, was mit all den Profilen geschieht, die man über die Jahre im Web verstreut hat, wenn das reale Leben endet. Jetzt gehen in den USA erste Dienste an den Start, die dieses Problem bereits im Vorfeld regeln wollen. Spiegel Online berichtet darüber und über die Ergebnisse einer Anfrage an verschiedene Community-Betreiber. Werden die Profile gelöscht? Haben die Angehörigen Zugang zu den gespeicherten Inhalten, so wie sie Zugang zu im Nachlass gefunden Briefen haben? Ist dies im Sinne der Angehörigen? Oder muss der digitale Nachlass konsequent gelöscht werden?

Ein Unternehmensberater, mit dem ich einmal über dieses Problem gesprochen habe, hat dafür den Begriff  “postmortales Digitalmanagement” geprägt. Auch wenn dieses Wortungeheuer schräg klingt – es liegt auf der Hand, darüber nachzudenken, was im Falle eines Todes mit den eigenen Nutzerkonten geschehen soll. Wer sammelt die Profile am Ende wieder ein?

Die Nielsen-Studie als Download (Registrierung notwendig).

Thema: Digitaler Nachlass, Internet | Kommentare (2) | Autor: