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Weihnachten allein

Dienstag, 21. Dezember 2010 10:11

“Dies wird ihr erstes Weihnachten ohne Ihre Frau (Ihren Mann/ Ihren Sohn/ Ihre Tochter) sein.” Diesen Satz hört man in der Adventszeit häufiger in einer Trauerrede. Viele Menschen freuen sich auf Weihnachten. Endlich ein paar Tage frei, endlich wieder beisammen, endlich die Feierlichkeit und den Lichterglanz genießen.

Menschen, die gerade von einer Beerdigung kommen, haben ganz andere Gefühle. Es kommt keine Weihnachtsstimmung auf. Die Glitzerwelt und der Konsumrauch in den Innenstädten (“der beste Weihnachtsumsatz seit fünf Jahren”) ist ihnen hohl geworden. Die glücklichen Paare auf dem Weihnachtsmarkt stimmen traurig. Vielen graut vor Weihnachten, denn die Betonung der Familie und die Erwartungen an das Fest, sind wie die Negativfolie, auf der die Trauer und der Verlust besonders weh tun.

Wie können trauernde Menschen diese Tage gut überstehen? Wichtig ist, dass sie sich erlauben zu trauern. Sie müssen in dem Weihnachtspiel nicht mitmachen. Sie dürfen Kerzen anzünden und die Lichter anschauen in Erinnerung an den verstorbenen Menschen, den Tisch für ihn mitdecken und sich erinnern wie es im im letzten Jahr noch war. Manchen hilft es, auf den Friedhof zu gehen und einen Weihnachtsgruss auf das Grab zu legen.

Wer das Bedürfnis hat allein zu sein, der darf die gut gemeinten Einladungen unter den Weihnachtsbaum anderer Leute ablehnen. Wer Angst vor dem Alleinsein hat , der sollte sie annehmen und offen darüber reden, wie es ihm geht. Niemand muss stark sein, um anderen das Fest nicht zu vermiesen. Es verändert das Zusammensein für alle, denn der Verstorbene ist anwesend, auch wenn er körperlich nicht da ist. Er gehört für den Trauernden ganz dazu. Wichtig ist so oder so, freundlich zu sich selbst zu sein.

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#April bemerkenswerte Trauerreden: Hans Filbinger

Freitag, 16. April 2010 11:02

Vor kurzem habe ich einen alten Herrn kennengelernt. Er hat den Krieg als Soldat selbst erlebt. Mit 18 Jahren wurde er in die Wehrmacht eingezogen und kämpfte in Russland. Er beschrieb das grausame System der Abschreckung. Die jungen Soldaten mussten einer Hinrichtung beiwohnen, bei der ein Desserteur erschossen wurde. Die Angst vor dem Tod als Deserteur sollte größer sein als die Angst vor dem Tod als Soldat an der Front. Wir sprachen auch über Hans Filbinger.

Hans Filbinger starb am 1. April 2007 und ist in einem Vorort von Freiburg beigesetzt.

Die Trauerrede des früheren Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg Günter Oettinger zum Tod von Hans Filbinger gehört zu den umstrittendsten Trauerreden der jüngeren Vergangenheit. Die Diskussionen flammte wieder auf, als Günther Oettinger als EU-Kommissar für Energiefragen nach Brüssel wechselte.

Die vollständige Rede wurde auf  Spiegel Online veröffentlicht. Der umstrittene Passus lautet:

“Anders als in einigen Nachrufen zu lesen, gilt es festzuhalten: Hans Filbinger war kein Nationalsozialist. Im Gegenteil: Er war ein Gegner des NS-Regimes. (…) Es bleibt festzuhalten: Es gibt kein Urteil von Hans Filbinger, durch das ein Mensch sein Leben verloren hätte.”

Oettinger wurde für diese Aussagen von verschiedenen Seiten stark krititisiert. Später hat sich Günther Oettinger, wohl aufgrund des öffentlichen Druckes, von seiner Rede distanziert und die Missverständnisse wegen seiner Trauerrede für Hans Filbinger bedauert.

Die Justiz der Wehrmacht  war für den Tod Zehntausender deutscher Soldaten verantwortlich, die als „Deserteure“ oder „Wehrkraftzersetzer“ aufgehängt oder erschossen wurden. Der alte Herr war damals ein junger Mann, der sich mit seinem Heimatland identifizierte. Ihn haben die Bilder des erschossenen Kameraden und die Angst des jungen Frontsoldaten geprägt.

Dieser Artikel ist Beitrag 5 von 12 Beiträgen der Artikel-Serie Bemerkenswerte Trauerreden.

Thema: Gräber des Krieges, Trauerredner | Kommentare (0) | Autor:

#Jan bemerkenswerte Trauerreden: Caroline Boss

Donnerstag, 28. Januar 2010 10:00

Weit verstreut in den Weiten des Internets gibt es eine Reihe bemerkenswerter Trauerreden, für prominente und namentlich unbekannte Menschen. In dieser Reihe gebe ich am Ende jeden Monats einen Hinweis, wo eine dieser bemerkenswerten Rede zu finden ist. In der Auswahl der Reden spiegelt sich die öffentliche Sichtbarkeit von Frauen und Männern wieder, bei den Verstorbenen und den Rednerinnen und Rednern. Ich freue mich über Hinweise von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, besonders über Hinweise auf Reden von und über Frauen.

Trauerrede zur Beerdigung von Caroline Boss.
gestorben am 7. Januar 2010

Ich begriff, dass Krebs kein Grund ist, sich aufzugeben. Im Gegenteil: Er ist ein Grund, das Leben erst recht zu beginnen

annabelle ist ein Schweizer Frauenmagazin: Mode, Beauty, Shopping, Reise, Liebe, Kochen, Gesundheit, Wohnen, Kultur. Ausgerechnet hier finde ich die Trauerrede für den Beginn meiner neuen Serie “Bemerkenswerte Trauerreden”. Artikel über Caroline Boss aus annabelle 10/08

Dieser Artikel ist Beitrag 2 von 12 Beiträgen der Artikel-Serie Bemerkenswerte Trauerreden.

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Erinnerungskultur im Internet – ein Beispiel der ZDF Mediathek

Dienstag, 22. Dezember 2009 10:00

Zum Jahresende häufen sich die Rückblicke auf das vergehende Jahr. Bisher kannte ich nur die Zusammenfassung politischer, kultureller oder zeitgeschichtlicher Ereignisse. Das ZDF hat nun einen Rückblick auf einige prominente Verstorbene zusammengestellt, voller Wärme und liebevollem Gedenken. Ein Beispiel dafür, wie Erinnerungskultur im Internet gestaltet werden kann.

Zu sehen ist der Film in der ZDF Mediathek

Thema: Internet, Trauer | Kommentare (0) | Autor:

Bleibt nüscht übrig

Freitag, 4. Dezember 2009 16:09

Nicht jedes Buch sucht einen Verlag, nicht jede Geschichte kommt groß heraus. Das Internet bietet Möglichkeiten, die eigenen Geschichten zu veröffentlichen, Bookrix ist ein solcher Anbieter.  Egal ob veröffentlichen oder ein wenig stöbern, ein wenig Zeit muss man mitbringen.

Eine schönes Büchlein dort ist die “Trauerrede auf meinen Großvater”. Ganz liebevoll gestaltet, mit Achtung vor dem Leben des Großvaters und mit allerlei Alltagsweisheiten. Unter anderem die Weisheit, dass nüscht übrig bleibt.

Thema: Gräber des Krieges, Trauer | Kommentare (0) | Autor: