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Man sieht sich – Friedhofsimpressionen

Samstag, 16. April 2011 11:25

Zeichen der Moderne auf dem Dorffriedhof. Inschrift auf einem Grabstein.

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Der Flieger – Buchempfehlung

Freitag, 15. Oktober 2010 10:03

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Maarten ’t Hart, Der Flieger

Die Frankfurter Buchmesse ist vor kurzem zu Ende gegangen. Doch das Buch, das ich vorstellen möchte ist kein “Jahrgang 2010″.  Genaugenommen ist 12 Jahre alt. Erstmals 1998 in den Niederlanden erschienen, wurde es erst 2008 auf Deutsch veröffentlicht.

»Mein Vater war Totengräber”, so sind die ersten Worte. Der Vater selbst bezeichnet sich lieber als “Grabmacher”. “Ich grabe keine Leute tot”, sagt er protestantisch korrekt. Er macht Gräber. Beharrlich weigert er sich Katholiken umzubetten, auf deren Grund und Boden neu gebaut werden soll. Sie müssten auf den neuen Friedhof rübergeschafft werden.

Erzählt wird die Geschichte von seinem Sohn, einem lesehungrigen Knaben, der in die Tochter der neuen Nachbarn verknallt ist. Sehr direkt, manchmal derb, aber immer liebevoll, schildert er die Vorgänge auf dem Friedhof. Und so wechselt der Roman von einem Satz zum anderen von den Gerüchen beim “Umbetten” zu hochgeistiger Literatur.

Maarten ’t Harts Roman ist lustig, bei jedem Umblättern der Seite überraschend und durchaus anspruchsvoll. Geht es doch seitenweise um theologische Argumentationen und Presbyter, die gekonnt Bibelzitate um sich werfen. Nicht nur Theologen haben ihre Freude an den Einblicken in die calvinistische Religiosität, die Probleme, die der Mittelscheitel des neuen Pastors der Gemeinde bereitet, und dem Wortwitz des Nachbarn Ginus, der einen Haufen Ärger wegen seiner eigenwilligen Auslegung der Schriften bekommt.

Maarten ’t Hart, Der Flieger, Roman, erschienen bei Piper
€ 8,95 [D], € 9,20 [A] ISBN: 9783492258791

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Alle Jahre wieder Tag des Friedhofs

Donnerstag, 30. September 2010 10:07

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Tag des Friedhofs in Freiburg

Inzwischen ist der “Tag des Friedhofs” in vielen Städten schon eine Art Institution geworden. Auf Initiative von Städten und Kommunen, Friedhofsverwaltungen, Friedhofsgärtnern, Bestattern, Steinmetzen, Floristen und der Religionsgemeinschaften entsteht jährlich im Herbst eine bunte Vielfalt von Angeboten. Der Friedhof wird als Ort der Lebenden in Erinnerung gebracht, damit die Lebenden ihre Toten auf dem Friedhof begraben lassen und nicht in die Wälder und Flüsse, zur Ostsee und auf die Schweizer Almwiese bringen.

Am vergangenen Sonntag gab es einen solchen Tag auch hier in Freiburg, der Stadt, in der ich lebe. Vorneweg gesagt, das Angebot war abwechslungsreich und wurde von der Bevölkerung gut angenommen. Vorträge, Führungen, Trauercafe und Ausstellung waren gut besucht. Einzig der “Musikalische Spaziergang” über den Hauptfriedhof mit den Street  Stompers, endete recht schnell unter einem schützenden Dach. Es war die Stunde des großen Regenschauers.

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Der Friedhof bot an diesem Tag nicht nur Kultur und Natur, sondern bei der Podiumsdiskussion zum Thema “Wer muss die Bestattung bezahlen” auch Streitkultur. Die Brisanz des Themas war den Nichtfachleuten unter den Besuchern sicher nicht im Vorfeld bewusst, dafür aber den zahlreich erschienenen Bestattern. Immer mehr Menschen sind auf die (teilweise) Übernahme der Bestattungskosten durch “das Amt” angewiesen. Die Kosten steigen. Die Aktenberge der Sachbearbeiter werden immer höher. Die Bestatter warten immer länger auf’s Geld. Und die Spezialität in Freiburg: die Grundlage für die Übernahme einzelner Posten auf der Bestattungsrechnung ist nicht transparent. So wurde deren Veröffentlichung auch vehement eingefordert. Ob der “normale Besucher”, die “normale Besucherin” noch nachvollziehen konnte, worum es genau geht, sei dahingestellt. Aber Hut ab vor den Veranstaltern, die es gewagt haben, dieses brennende Thema öffentlich mit einem gut durchmischten Podium zu diskutieren.

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Wem nach der Diskussion der Kopf rauchte, der konnte sich ganz klassisch beim Bildhauer beraten und bei der naturkundlichen Führung begeistern lassen.

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Der Ritenpotpourri – Podcast im Deutschlandradio

Freitag, 16. Juli 2010 15:39

Der Deutschlandfunk sendete eine Diskussion zur Bestattungskultur (30.06.10). Problematisiert wird die zunehmende Abschiednahme mit der Urne statt mit dem Sarg, die anonyme Bestattung und die relative junge Form der Baumbestattung.

Die Sendung ist eine gute Zusammenfassung der gegenwärtig diskutierten Themen. Während in den Medien das Begräbniss in der Regel als klassischer kirchlicher Ritus dargestellt wird, gibt es in der Realität längst einen Riten Potpourri (frz. „Allerlei“, „kunterbunte Mischung“).

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Jeder dritte Mann, jede siebte Frau über 70 surft

Dienstag, 13. Juli 2010 10:00

Im (N)Onliner Atlas 2010 sind alle wichtigen Daten zur Internetnutzung der deutschen Bevölkerung enthalten. Zum ersten Mal ist die Zahl der aktiven Internetnutzer auf über 70 Prozent gestiegen. Zwei Millionen neue Internetnutzer im letzten Jahr dazu gekommen. Noch nicht in der digitalen Welt angekommen sind knapp 19 Millionen Bundesbürger über 14 Jahren. “Trotz des deutlichen Wachstums bei der Internetnutzung profitieren davon nicht alle Teile der Gesellschaft”, so Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21, die den (N)Onliner Atlas herausgibt. Grundlage der repräsentativen Studie sind 30.705 Interviews von Februar bis Mai 2010.

Im Alter nimmt die Internetnutzung ab
Während die jüngeren Befragten zwischen 14 und 29 Jahren zu 95,8 Prozent regelmäßig im Netz surfen, zeigt sich die Generatin 50 plus weniger netzaffin. 54 Prozent dieser Gruppe nutzt das Web, bei den über 70-Jährigen sind es  23,3 Prozent. Immerhin: der Anteil der Onliner stieg hier um 4 Prozentpunte.

Die Internetnutzung im Alter unterscheidet deutlich zwischen Frauen und Männern
Männer sind im Alter wesentlich häufiger im Netz unterwegs sind als Frauen. Während jeder dritte Mann über 70 surft, zieht es nur jede siebte Frau vor den PC. Einen wirklichen Nachteil haben die älteren Internetmuffel jedoch nicht: “Wir kommen nicht weiter, wenn wir Frauen über 70 als Problemgruppe stigmatisieren und unterstellen, sie seien in der digitalen Gesellschaft nicht angekommen. Sie verfügen über viel Lebenserfahrung und finden sich auch ohne Internetzugang bestens zurecht”, so Birgit Kampmann, Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleihheit. (aus der Online-Pressemeldung)

Die vollständige Studie gibt es hier

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