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Friedhofsführung will gelernt sein

Dienstag, 11. August 2009 15:22

Die AFD (Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.) in Kassel lädt zu einem Tagesseminar ein. Angesprochen sind alle Menschen, die auf Friedhöfen Führungen anbieten. Im Wechsel von Impulsreferat, gemeinsamer Besichtigung des Kasseler Museums für Sepulkralkultur und des Kasslerer Hauptfriedhofes sollen Anregungen gegeben werden die eigene Führung noch interessanter und lebendiger zu gestalten.

Seminardaten: Samstag 19. September 2009, 10:00 bis 17:30 im Museum für Sepulkralkultur in Kassel. Kostenbeitrag 40 Euro für Mitglieder der AFD, 60 Euro für Nichtmitglieder. Weitere Infos und Anmeldung bei Dagmar Kuhle, E-Mail: kuhle@sepulkralmuseum.de.

Der Wechsel aus Impulsreferat, Museum, Friedhof und Kunst ermöglicht, einen neuen Blick auf den durch Führungen vertrauten Friedhof zu gewinnen. Eingeladen sind Menschen aus verschiedenen Berufen, die auf Friedhöfen Gruppen führen.

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Gemüseanbau auf dem Grab

Sonntag, 9. August 2009 14:20

© NiDerLander - Fotolia.com

Die Radieschen von unten wachsen sehen. Nach einem Artikel auf der Hompage des englischen Senders BBC soll dies ab Herbst 2010 möglich sein. Ein Bauer der südenglischen Grafschaft Somersetin will Gräber verkaufen, auf denen Gemüse angebaut wird.

Thema: Friedhof, Kurios bis Seltsam | Kommentare (0) | Autor:

Grabsteine aus Leidenschaft

Donnerstag, 16. Juli 2009 10:00

wegner-begleitstein

Belgeitstein

Der Tod ist Durch- und Übergang zu einem veränderten Sein.

Diese Überzeugung ist für Eva Gesine Wegner grundlegend für ihre Arbeit mit den Menschen und mit den Steinen. Die Steinbildhauerin spricht mit ihren Skulpturen Dimensionen von Geglaubtem und Erlebtem an, die häufig unbenannt bleiben. Steine sind für sie lebendige Partner, die der Künstlerin ihr innewohnendes Wesen enthüllen, wenn sie mit Stille,  Achtsamkeit und schöpferischem Wollen mit ihnen ins Gespräch geht.  Mit Meißel und Bildhauerhammer legt sie die Strukturen frei, die zu den Menschen sprechen. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind:

Begleitsteine
für schwere und erfreuliche Grenzsituationen, in denen Begleitung gut tut.
Grabsteine
die auch direkt  auf dem Grab gearbeitet werden.
Quellendanksteine
an Orten, an denen die Erde den Menschen das lebensspendende Wasser freigibt

Die Auswahl des geeigneten Steines, manchmal direkt im Steinbruch, geschieht gemeinsam mit den Angehörigen. Intensive Gespräche helfen ihr später beim Gestalten. Aspekte aus dem Leben des verstorbenen Menschen fließen in diesen Prozess mit ein. Um öffentlich auf dem Grab Steine klopfen zu dürfen, bedarf es der Genehmingung durch die Friedhofsverwaltung. Denn es erregt akkustisch Aufmerksamkeit, Friedhofsbesucher werden angeregt, sich mit Kunst und Gedenken, lautlosem Sterben und der Ausdruckskraft steinerner Zeugnisse zu beschäftigen.

Thema: Empfehlungen, Friedhof, Trauer | Kommentare (0) | Autor:

Werbung mit dem Re-Import von Totenasche – ein Urteil

Montag, 15. Juni 2009 14:52

In Deutschland herrscht der Friedhofszwang. Doch es hat sich herumgesprochen, dass manche Bestatter es ermöglichen, diesen Zwang zu umgehen. Das stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Doch wo kein Kläger, da kein Urteil.

Auf der Webseite eines Rechtsanwaltes findet sich unter dem Titel: Letzte Freiheit ohne Friedhofszwang? ein bemerkenswertes Urteil. Gegenstand des Verfahrens war nicht der Re-Import der Totenasche selbst, sondern die Frage, ob ein Bestattungsunternehmen damit werben darf.

Das Ergebnis: die Werbung mit „Urne nach Hause” ist wettbewerbswidrig.

Das Landgericht Berlin (Az.: 97 O 112/08) hatte sich in einem Eilverfahren damit zu beschäftigen, ob die Werbung mit der „Urne nach Hause” irreführend und wettbewerbswidrig sei, wenn die Einäscherung im Ausland (hier: Tschechien) erfolgt und darauf in der Werbung nicht hingewiesen wird.

Worum es genau ging und das Urteil im Einzelnen auf dieser Seite.

Thema: Bestatter, Friedhof | Kommentare (0) | Autor:

Unter grünem Rasen – Buchbesprechung

Montag, 15. Juni 2009 10:52

Zeitungsmeldungen greifen regelmäßig die Frage der Anonymen Beisetzung auf. Aktuell dazu die Financial Times Deutschland oder das Online-Presse-Portale Pressetext Austria.

In den aktuellen Diskussionen um die Anonyme Beisetzung ist die Dissertation der Kulturwissenschaftlerin Traute Helmers eine willkommene Vertiefung, die über reine Pro und Contra Positionen hinausführt.

Das als Online-Publikation erhältliche Buch gibt mit gut recherchiertem und aufbereitendem Beispielen einen Einblick in den Themenkreis Anonyme Bestattung. Sie zeigt die unterschiedlichen Perspektiven von Personen, die selbst anonym beigesetzt werden wollen, von Experten der Institution Friedhof, von Friedhofsbesuchern und von Nahestehenden anonym Begrabener.

Die zugrunde liegende These ist, dass das anonyme Begräbnis keinen Kulturverfall, sondern eine kulturelle Leistung darstellt, die Bestattungstraditionen teils aufgreift wie sie andere verwirft und verändert, um neue Bedeutungen und Funktionen zu integrieren.

Die Befragung von zehn Frauen und Männer, die für sich ein anonymes Begräbnis wünschen, gibt Einblicke in ihre Art und Weise, letzte Dinge zu regeln und einem Erinnert- oder Vergessenwerden vorzusorgen. Interviews mit Friefhofsmitarbeitern zeigen manche Ambivalenz im Verhältnis von vorgesehener Anonymität und einem von Nahestehenden gesuchten Erinnerungsort. Das Bildmaterial stellt Objekte der Erinnerungskultur vor.

Im Unterschied zu anderen Studien zum anonymen Begräbnis nimmt die Autorin die analytische Kategorie Geschlecht mit auf. Sie untersucht die unterschiedlichen Sichtweisen von Frauen und Männern und bespricht die weibliche Symbolik auf dem Friedhof.

Unter grünem Rasen – Traute Helmers  – Oldenburg 2004

Eine kulturwissenschaftliche Studie zu neuen Formen von Begräbnis- und Erinnerungspraxis auf Friedhöfen.  Das anonyme Begräbnis zwischen institutionellem Bestattungsalltag und individueller Aneignung. Ritual und Objekt in der Erinnerungspraxis am anonymen Grabfeld.

Band 1 (Textband)
Band 2 (Bildband)

zugänglich als Online-Publikationen der Universität Oldenburg

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