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Trauerorte am Straßenrand – Buchempfehlung

Mittwoch, 1. Juli 2009 14:00

Unfallkreuze - Trauerorte am Straßenrand

Kreuze am Straßenrand markieren Orte, an denen ein Mensch bei einem Unfall gestorben ist. Auf manchen Strecken häufen sich diese Zeichen. Die Untersuchung von Christine Aka zur Bedeutung der Unfallkreuze beleuchtet das Phänomen aus geschichtlicher, philosophischer und volkskundlicher Perspektive. Sie sind ein Hinweis auf die kulturellen Wandlungsprozesse des Trauerverhaltens und von Trauerritualen. Trotz des wissenschaftlichen Ansatzes ist das Buch auch für Nichtfachleute sehr gut zu lesen. Die Autorin geht mit den Menschen in Kontakt und spürt im Zuge ihrer Forschungen, dass sie sich als fühlender Mensch nicht draußen halten kann. Davon profitiert die Vermittlung des Themas, denn die professionellen Betrachtungsweise zeigt sich in ihrer Relevanz für die Menschen. [...]

Dieser Artikel ist Beitrag 1 von 14 Beiträgen der Artikel-Serie Empfohlene Bücher.

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Datenvererbung im Todesfall – neuer Web 2.0 Service

Donnerstag, 25. Juni 2009 10:50

[Trigami-Review]

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Dienstleistung im Internet

Es war zu erwarten, dass nach den amerikanischen Anbietern bald ein deutschsprachiges Unternehmen die sichere Verwahrung wichtiger Dokumente und von Paßwörtern auf einer Online-Plattform anbietet. Seit dem 23. Juni ist der neue Web 2.0 Service DataInherit online.

«Information ist die Währung des 21. Jahrhunderts.» Wichtige Informationen sollen im privaten und im geschäftlichen Bereich gleichzeitig ständig verfügbar sein, aber auch vor mißbräuchlicher Nutzung geschützt werden. Dazu bietet das Unternehmen einen Internet Datensafe für den täglichen Gebrauch und die Datenvererbung als Versicherung für die Zukunft. In Zeiten, in denen vielfach über Datensicherheit diskutiert wird, verspricht das Unternehmen Schweizer Qualität und versteht sich als Schweizer Bank für Informationswerte.

Ähnlich dem Internet Banking kann der angebotene Datensafe bequem aus dem Internet Browser bedient werden. Jeder Nutzer wird sich natürlich fragen, ob das ganze für die eigenen sensiblen Daten auch sicher genug ist. Als  Massnahmen für die Vertraulichkeit und Rechtssicherheit gibt das Unternehmen an:

  • Die von Kunden gespeicherten Daten können vom Unternehmen nicht eingesehen werden.
  • Die Datenvererbung wird genauso ausgeführt, wie der Kunde diese vorgesehen und definiert hat. Dieser Ablauf kann weder von DataInherit noch von Dritten beeinträchtigt werden.
  • Das Unternehmen selbst hat keine Kenntnis der Aktivierungsberechtigten oder der Begünstigten eines Kunden.
  • Sicheres Login mit Benutzname und Passwort. Falls das Passwort einmal vergessen gehen sollte, ist die einzige Absicherung ein vorher erstellter Login Wiederherstellungs-Code.
  • Kostenfreie SMS Authentisierung
  • Datenverschlüsselung im Arbeitsspeicher
  • Die Daten werden in bankenkonformen Rechenzentren und Alpenbunkern aufbewahrt.

Ein sinnvoller Dienst für den Todesfall

Internetkriminalität, Benutzerfehler oder höhere Gewalt können wichtige Informationen in Sekunden unwiderruflich vernichten oder preisgeben. Gegenüber anderen Formen der Datensicherung wie einem Backup auf einer externen Festplatte hat dieses Angebot den Vorteil, dass die Daten vor Einbruch oder Brand gesichert sind und weltweit der Zugriff auf die Daten gewährleistet ist. Im Gegensatz zu einem normalen Online-Backup ist die Vererbung des Datenzugangs an zuvor selbst definierte Personen vorgesehen. Ein durchdachter Vorgang, der im Todesfall den Begünstigten den Zugang zu den wichtigen Daten sichert. Daten, die niemanden zugeordnet werden bleiben für immer privat. Eine missbräuliche Aktivierung wird durch eine ebenfalls selbst definierte Sperrfrist ausgeschlossen. Der Zugang zu den zugeordneten Dateien erfolgt über eine sicher verschlüsselte E-Mail oder per eingeschriebenem Brief, weltweit durch die Schweizer Post.

Intuitive Bedienbarkeit und hohe Sicherheitsgarantie verspricht das Unternehmen. Davon kann sich jeder durch ein kostenloses Probekonto überzeugen. Wem der Dienst gefällt, kann auf ein Abonnement wechseln. Preislich gestuft nach Speicherplatz, Anzahl der Begünstigten und Laufzeit.

Thema: Internet | Kommentare (0) | Autor:

Unter grünem Rasen – Buchbesprechung

Montag, 15. Juni 2009 10:52

Zeitungsmeldungen greifen regelmäßig die Frage der Anonymen Beisetzung auf. Aktuell dazu die Financial Times Deutschland oder das Online-Presse-Portale Pressetext Austria.

In den aktuellen Diskussionen um die Anonyme Beisetzung ist die Dissertation der Kulturwissenschaftlerin Traute Helmers eine willkommene Vertiefung, die über reine Pro und Contra Positionen hinausführt.

Das als Online-Publikation erhältliche Buch gibt mit gut recherchiertem und aufbereitendem Beispielen einen Einblick in den Themenkreis Anonyme Bestattung. Sie zeigt die unterschiedlichen Perspektiven von Personen, die selbst anonym beigesetzt werden wollen, von Experten der Institution Friedhof, von Friedhofsbesuchern und von Nahestehenden anonym Begrabener.

Die zugrunde liegende These ist, dass das anonyme Begräbnis keinen Kulturverfall, sondern eine kulturelle Leistung darstellt, die Bestattungstraditionen teils aufgreift wie sie andere verwirft und verändert, um neue Bedeutungen und Funktionen zu integrieren.

Die Befragung von zehn Frauen und Männer, die für sich ein anonymes Begräbnis wünschen, gibt Einblicke in ihre Art und Weise, letzte Dinge zu regeln und einem Erinnert- oder Vergessenwerden vorzusorgen. Interviews mit Friefhofsmitarbeitern zeigen manche Ambivalenz im Verhältnis von vorgesehener Anonymität und einem von Nahestehenden gesuchten Erinnerungsort. Das Bildmaterial stellt Objekte der Erinnerungskultur vor.

Im Unterschied zu anderen Studien zum anonymen Begräbnis nimmt die Autorin die analytische Kategorie Geschlecht mit auf. Sie untersucht die unterschiedlichen Sichtweisen von Frauen und Männern und bespricht die weibliche Symbolik auf dem Friedhof.

Unter grünem Rasen – Traute Helmers  – Oldenburg 2004

Eine kulturwissenschaftliche Studie zu neuen Formen von Begräbnis- und Erinnerungspraxis auf Friedhöfen.  Das anonyme Begräbnis zwischen institutionellem Bestattungsalltag und individueller Aneignung. Ritual und Objekt in der Erinnerungspraxis am anonymen Grabfeld.

Band 1 (Textband)
Band 2 (Bildband)

zugänglich als Online-Publikationen der Universität Oldenburg

Thema: Empfehlungen, Friedhof, Trauer, Trauerredner | Kommentare (0) | Autor:

Schriftfont erstellen mit eigener Handschrift

Sonntag, 24. Mai 2009 9:05

Eigener Schriftfont

Bei bestimmten Anlässen schreibe ich gerne handschriftlich. Leider ist das Endprodukt für andere nicht immer lesbar. Oder ich verkalkuliere mich in der Zeilenlänge und fange wieder von vorne an.

Auf  www.yourfonts.com kann man eine Schriftart mit der eigenen Handschrift kreieren. Statt Arial oder Verdana zu nutzen, ist es möglich für bestimmte Anlässen Texte mit dem eigenen Schriftfont zu erstellen. Das gibt dem Geschriebenen eine individuelle Note. Einladungen oder Sprüche auf Trauerkarten heben sich so aus der Einheitsgestaltung hervor. Persönliche Texte werden lesbar, wie bei jedem anderen Schriftfont sind sie formatierbar und können abgespeichert werden.

Dieser Dienst ist hilfreich. Die wirklich privaten Nachrichten schreibe ich weiterhin per Hand :-)

Thema: Empfehlungen, out of topic | Kommentare (2) | Autor:

Frauentouren auf Friedhöfen

Dienstag, 5. Mai 2009 17:00

© Karin Jehle - Fotolia.com

Berlin ist eine große Stadt. Insgesamt gibt es dort 221 Friedhöfe. Davon sind 182 geöffnet, 87 vom Land Berlin verwaltet, 118 evangelisch, 9 katholisch, 5 jüdisch , einer russisch-orthodox, einer muslimisch und einer britisch. Die Friedhöfe in Berlin nehmen insgesamt eine Fläche von rund 1.150 ha ein.

Das Angebot an Gräbern ist riesig, prominente Gräber gibt es zuhauf. Dieser Umstand ermöglicht ein ganz spezielles Angebot: Frauentouren auf Friedhöfen. Nein, es ist nicht nur eine regelmäßige Tour, von Grab zu Grab, von Frau zu Frau. Ganze neun verschiedene Touren stehen auf dem Programm von Frauentouren. Die Historikerin Beate Neubauer und die Politikwissenschaftlerin Claudia von Gélieu touren mit interessierten Frauen und Männern unter den Stichwörtern Dichterin, Heldenmädchen, Selbstmörderin, Frauengräber, weibliche Trauerskulpturen, Engel, Eros, Emanzipation, Todesgöttinnen,  Trauernde, Muttertag und Todestag.

Bei Friedhofsführungen werden die Gräber berühmter und wenig bekannter Frauen gezeigt und anhand der zahlreichen weiblichen Skulpturen und Engel wird der Frage nachgegangen, welche Rolle Frauen in der Begräbniskultur spielten. Mit frauenspezifischem Blick werden bisher betrachtet: die Epitaphien der Nikolaikirche, die Friedhöfe am Mehringdamm und der Sophienkirche, der Dorotheenstädtische Friedhof, Matthäuskirchhof, Friedhof Friedenau, Zentralfriedhof Friedrichsfelde sowie die Waldfriedhöfe Heerstraße und Stahnsdorf.

Geehrte und vergessene Frauen gibt es auf 221 Friedhöfen sicherlich eine Menge. In einer Übersicht über Gräber von Prominenten in Berlin zähle ich 91 Männer und 13 Frauen. Tja, da haben wir es mal wieder. Wer ist prominent? Wer will prominent sein? Wer bestimmt, wer prominent ist? Frauentouren hat sich auf die Fahnen geschrieben: “Ohne Frauen ging und geht nichts!”

Eine muss es ja mal laut sagen!

Thema: Empfehlungen, Friedhof | Kommentare (1) | Autor: