Tag-Archiv für » Todesanzeige «

Bonmot – von Herzen

Freitag, 7. August 2009 21:45

Ich habe einen Wandkalender geerbt. Täglich bekomme ich einen neuen Spruch präsentiert. Außerdem ein Ereignis der Weltgeschichte. Heute: 1883 Joachim Ringelnatz wird geboren. Ich mag Ringelnatz. Am Sonntag: 1945 US-Atombombe auf Nagasaki. Ein Datum, dass die Menschheit nicht vergessen wird. Der Spruch des vergehenden Tages ist einfach schön:

“Was von Herzen kommt, das geht zu Herzen.”

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Halleluja – Beerdigung zu Lebzeiten

Sonntag, 21. Juni 2009 10:38

Im Gottesdienst geht es um seine eigene Beerdigung.
Ex-Pfarrer feiert seine Beerdigung zu Lebzeiten.

So eine Meldung der Neuen Nidwaldner Zeitung Online (Zentralschweiz).
Der Pfarrer sagt von sich.

«Ich möchte zum Nachdenken über den Tod anregen»

Ich möchte zum Nachdenken über diese Inszenierung anregen.

Thema: Kurios bis Seltsam | Kommentare (0) | Autor:

Schriftfont erstellen mit eigener Handschrift

Sonntag, 24. Mai 2009 9:05

Eigener Schriftfont

Bei bestimmten Anlässen schreibe ich gerne handschriftlich. Leider ist das Endprodukt für andere nicht immer lesbar. Oder ich verkalkuliere mich in der Zeilenlänge und fange wieder von vorne an.

Auf  www.yourfonts.com kann man eine Schriftart mit der eigenen Handschrift kreieren. Statt Arial oder Verdana zu nutzen, ist es möglich für bestimmte Anlässen Texte mit dem eigenen Schriftfont zu erstellen. Das gibt dem Geschriebenen eine individuelle Note. Einladungen oder Sprüche auf Trauerkarten heben sich so aus der Einheitsgestaltung hervor. Persönliche Texte werden lesbar, wie bei jedem anderen Schriftfont sind sie formatierbar und können abgespeichert werden.

Dieser Dienst ist hilfreich. Die wirklich privaten Nachrichten schreibe ich weiterhin per Hand :-)

Thema: Empfehlungen, out of topic | Kommentare (2) | Autor:

Der Countdown läuft

Sonntag, 17. Mai 2009 14:00

Gerade schreibe ich an einem Artikel für eine Arbeitshilfe und recherchiere etwas Bestimmtes. Dann stolpere ich über Sachen wie diese: dead.atyourage Wer immer schon mal wissen wollte, welche berühmte Persönlichkeit er altersmäßig überlebt hat, ist hier genau richtig.

Neugierig wie ich bin, gebe ich ein Geburtsdatum ein, dass nicht ganz meinem eigenen entspricht und erhalte die Mitteilung:

Countdown: 9 days…
In 9 days, when you reach 48 years and 41 days of age, your lifespan will surpass that of a literary critic and historian known for his scholarship on the American Renaissance. Subscribe now, and we’ll congratulate you on Sunday, May 17. We’ll respect your privacy, and we won’t bury you in email.

Heute ist der 17. Mai. Ich habe einen amerikanischen Historiker überlebt: Wunderbar!

Mehrwert für mein Leben: Null

Doch halt: Auf der Seite finde ich auch berühmte letzte Worte und Lieder die sich mit dem Tod beschäftigen. Ich brauche noch einen Appetizer für meinen Artikel. Vielleicht werde ich ja hier fündig.

Gefunden auf Infopirat

Thema: Kurios bis Seltsam | Kommentare (0) | Autor:

Ist das nicht gruselig

Dienstag, 21. April 2009 9:12

gruselig

Wann löscht man die Stimme eines Menschen vom Anrufbeantworter, nachdem dieser gestorben ist? Wer den Anrufbeantworter neu bespricht, hat das Gefühl er würde den Verstorbenen/ die Verstorbene  jetzt aktiv auslöschen. Es ist kein einfacher Schritt, einen Anrufbeantworter neu zu besprechen und damit zu signalisieren, dass auch in diesem Trauerhaus das Leben weitergeht. Die Anrufer fragen eher “Ist das nicht gruselig? Sie ist tot und jetzt höre ich ihre Stimme am Telefon.”

Ich stelle mir ein ähnliches Erschrecken vor, wenn ich einen Brief oder einer E-Mail von jemanden bekomme, von dem ich weiß, dass er oder sie tot ist. Das Internet macht es möglich. Gut gemeinte Dienste wie lastpost oder ein-letzter-Brief bieten Menschen an, letzte Botschaften zu verschicken. Nur, was schreibe ich in eine solche Nachricht, das ich nicht schon zu Lebzeiten meinem Partner hätte sagen können, müssen oder wollen? Löse ich bei meinen Eltern, Kindern oder Freunden nicht nur ein zusätzliches Bedauern aus? Wenn wir das gewusst hätten… Ganz zu schweigen von dem Fall, bei dem der Inhalt der letzten Botschaft eine Abrechnung oder Beschimpfung ist. Nichts mehr ist im Kontakt zu klären, da der Absender auf ewig verzogen ist.

Wer einen Nachlass aufzulösen hat, findet alte Briefe, Tagebücher, Notizen zwischen den Seiten eines Buches, Anmerkungen in einem Gedichtsband. Es ist etwas sehr Berührendes, auf diese Weise von einem Menschen mehr zu erleben, als er es mir je in seinem Leben gezeigt hat. Die Verstorbenen haben sich in der Regel keine Gedanken darüber gemacht, dass es nach ihrem Tod zurückbleibt. Die Nachrichten aus dem virtuellem Jenseits dagegen werden in dem Bewusstsein verfasst, dass die Adressaten sie nach dem eigenen Tod erhalten. Sie haben den Beigeschmack von “was ich dir immer schon mal sagen wollte, mich aber nicht getraut habe”. Schade, dass du dich nicht getraut hast.

Thema: Digitaler Nachlass, Internet, Kurios bis Seltsam | Kommentare (0) | Autor: