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keine Zeit für alles

Montag, 20. Juni 2011 13:35

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Seit über vier Wochen habe ich keinen Artikel veröffentlicht. Inneres Szenario: die treue Leserschaft springt ab. Mein Blog versinkt in der Bedeutungslosigkeit.

Vor ein paar Tagen hatte ich eine Trauerfeier für einen verstorbenen Liebhaber von Robert Musil zu gestalten. Er hatte mit dem Buch von Musil “Der Mann ohne Eigenschaften” geradezu gelebt. Zwanzigmal gelesen, mit unzähligen Unterstreichungen, Markierungen und Anmerkungen im Buch. Da war es naheliegend, mich etwas mit diesem Werk zu beschäftigen. Es ganz zu lesen, dafür habe ich keine Zeit. Immerhin umfasst es drei Bände, wovon der letzte, unvollendete, 12.000 Blätter umfasst.

Einen wichtigen Satz habe ich darin gefunden, natürlich nicht im gedruckten Exemplar, sondern über eine Internetrecherche.

“Sie litten alle unter der Angst, keine Zeit für alles zu haben, und wussten nicht, dass Zeit haben nichts anderes heißt, als keine Zeit für alles zu haben.” Robert Musil

Wie spricht mir der Mann aus dem Herzen. Voll ins Schwarze getroffen. In meiner Angst, keine Zeit für alles zu haben, was ich hier im Internet, auf dem Blog, bei Xing, Facebook und Twitter angeleiert habe. Meine Unternehmungen werden im Laufe der nächsten Monate neu auf die Beine gestellt und meine Internetaktivitäten gebündelt. Dafür werde ich meine Zeit nutzen. Zu gegebener Zeit melde ich mich hier zurück.

Thema: Blog, Bonmot, Internet | Kommentare (2) | Autor:

Seminarangebot TrauerWege – Lebendige Ritualgestaltung zu Tod, Bestattung und Trauer

Montag, 21. Februar 2011 14:44

Oft ist ein Todesfall in der eigenen Familie ein Auslöser, dass Menschen sich weiterbilden möchten, um andere Menschen in ihrer Trauer begleiten zu können. Die Motivation ist entweder eine sehr gute Erfahrung, wie hilfreich es ist, im Trauerprozess begleitet zu werden. Oder Trauernden erleben, wie unbeholfen ihr Umfeld reagiert und möchten in Zukunft dazu beitragen, anderen diese Erfahrung zu ersparen.

Eine Freundin und Kollegin, Petra Hugo, bietet in Kooperation mit anderen Fachfrauen eine Fortbildung zur “Lebendigen Ritualgestaltung zu Tod, Bestattung und Trauer” an. Die vier Seminare, die einzeln oder gesamt belegt werden können, helfen persönlich oder beruflich interessierte Menschen, ihre Haltung und Fähigkeiten zu erweitern und sich Kraftquellen für den Trauerprozess zu erschließen. Beim 3. Seminar im August bin ich als Referentin beteiligt, Schwerpunkt wird hier die Gestaltung von Trauerfeiern sein.

Termine und Themen

  • 8. – 10. April 2011 Die Kostbare Zeit vom Tod bis zur Bestattung
  • 3. – 5. Juni 2011 Heilsames Singen, Klingen und Tanzen
  • 26. – 28. Aug. 2011 Erinnerung und Abschied feiern – Gestaltung von Trauerfeiern…
  • 2. – 4. Dez. 2011 Dem Leben, der Trauer, der Erinnerung… Gestalt geben

Alle weiteren Informationen und die Seminarausschreibungen gibt es auf der Seite von TrauerWege.

Aus der Ausschreibung:

“Auch angesichts von Sterben, Tod und Trauer können Menschen ihre Schöpfungs- und Gestaltungskraft und damit ihre Eigenmacht entwickeln, und professionell beteiligte Menschen können sie in diesem Sinne begleiten. In (symbolischen und kreativen) Handlungen, Ritualen und rituellen Abläufen können wir Rahmen und Ausdruck finden für unsere Seele, für Erlebnisse, Gefühle und Beziehungen. So können wir mit uns selbst und mit anderen – lebenden und verstorbenen – Menschen verbunden sein, mit Himmel und Erde, mit Kräften, die größer sind als wir. Eine rituelle Kultur gründet auf altem und traditionellem Menschheitswissen und braucht Weiterentwicklung mit neuen Ideen, damit sie den Menschen und ihren Bedürfnissen angemessen ist. Dann können wir uns darin aufgehoben fühlen, können Trost, Gemeinschaft und die Entfaltung heilsamer Kräfte erfahren.”

Kosten: Lehrgang 1020 Euro zzgl. Tagungshaus, Seminar 270 Euro zzgl. Tagungshaus

Ort: Stiftsgut Keysermühle in Klingenmünster bei Landau /Pfalz: DZ / EZ pro Nacht ca. 60 – 75 Eurowww.stiftsgut-keysermuehle.de

Veranstalter: Trauer-Wege-Leben, Petra Hugo, Weedstr. 8, 55237 Flonheim, Tel. 06734-961781
Mitglied des Bundesverbandes Trauerbegleitung

Dieser Lehrgang kann durch Bildungsprämien-Gutschein gefördert werden. Eine Förderung bis zu 500 Euro pro Jahr ist möglich für erwerbstätige Menschen innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen, in Familienzeit oder als BerufsrückkehrerInnen. Informationen zum Bildungsprämien-Gutsschein.

Thema: Empfehlungen, Trauer | Kommentare (0) | Autor:

# Okt bemerkenswerte Trauerreden: Oberfeldwebel Florian Pauli

Dienstag, 26. Oktober 2010 10:11

Wieder ist ein deutscher Soldat in Afghanistan gestorben. Seit 2002 wurden mehr als 40 Soldaten bei diesem Auslandseinsatz getötet. Die Trauerrede des Bundesministers der Verteidigung, Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, anlässlich der Trauerfeier für den am 7. Oktober 2010 gefallenen Oberfeldwebel Florian Pauli ist nachzulesen auf der Seite Bundesministeriums der Verteidigung.

Wie hält man eine Trauerrede für einen jungen Mann in Uniform, der bei einem Selbstmordanschlag in einem fernen Land getötet wurde. Die Trauer ist immer vermischt mit der Frage: Was tut dieser junge Mann, was tun die Uniformträger in diesem fernen Land, dass sein Tod irgendeinen Sinn erhält? Zu Guttenberg sagt dazu:

“Wir lassen junge Menschen schwören, für unser Land tapfer zu sein. Und dann sind sie es und dann sterben sie tapfer.”

“Tapfer” im Leben meint furchtlos, heldenhaft, mutig, rechtschaffen, tatkräftig, waghalsig, unverzagt, furchtfrei, entschlossen, wacker, mannhaft, verwegen, gewagt, todesmutig etc. Tapfer kann man es nennen, wenn ein Soldat sich für einen Einsatz in Afghanistan meldet, in aller Bedeutungsvielfalt des Wortes “tapfer”. Aber kann ein Mensch “tapfer” sterben? Auf jeden Fall fühlt sich besser an als “feige” (was das Gegenteil von “tapfer” wäre) oder “sinnlos” (was Folge der Frage “warum in Afghanistan” wäre) sterben.

So lasse ich zwei unterschiedliche Stimmen zu Wort kommen:

Blog Soldatenglück mit der Überschrift: “Es war dieser Gedanke des Helfens, der schon früh einen so wichtigen Platz in seinem Leben einnahm.”

Kolumne von Mely Kiyak (Frankfurter Rundschau) mit dem Titel: “Lieber Himmel” – Dort in Afghanistan kämpft niemand für unsere Freiheit. 

Dieser Artikel ist Beitrag 10 von 12 Beiträgen der Artikel-Serie Bemerkenswerte Trauerreden.

Thema: Gräber des Krieges, Trauerredner | Kommentare (1) | Autor:

#Aug bemerkenswerte Trauerreden: die Toten der Loveparade

Donnerstag, 5. August 2010 22:18

Langsam werden die medialen Bilder von dem Unglück bei Loveparade in Duisburg weniger. Doch die Betroffenheit hält weiter an. Die einundzwanzig Toten und mehrere hundert Verletzte bei diesem Event katapultieren unzählige Menschen in eine Auseinandersetzung mit dem Tod und in die Trauer hinein. Die Bilder vom Tunnel und der unvorstellbaren Menge Menschen, die Pressekonferenz mit den betretenen Gesichtern der Verantwortlichen und die Trauerfeier verzeichnen in unzähligen Internetportalen hohe Klickraten. Viele Menschen drücken ihre Gefühle in den Kommentaren und Foren aus.

Heute bin ich auf eine Seite gestoßen, die Teilnehmende der Loveparade auffordert, sich als Besucher einzutragen, um verläßlichere Zahlen zu bekommen als die, die in den Medien verbreitet werden. Diesen Aufruf gebe ich gerne weiter. Aktuell haben sich 130156 Menschen eingetragen.

Loveparade 2010 Duisburg Besucherzahlen
Hilf mit!

Die Rede von Hannelore Kraft bei der Trauerfeier gehört für mich zu den bewegensten Reden eines Politikers/ einer Politikerin. Was macht die Kraft dieser Rede aus? Sie stimmt nicht ein in den Chor derer, die irgendjemanden an den Pranger stellen wollen und die unheilvolle Energie moderner Rächer in die Welt tragen. Es geht ihr um die Klärung von Verantwortung für das Unglück. Viel wichtiger aber ist ihre Authentizität. Man hört ihr an, wie bewegt sie ist. Das hilft den Trauernden mehr als jede Schuldzuschreibung in irgendeine Richtung. Ein menschliches politisches Antlitz. Bewegend für mich auch ihre Worte an die Trauernden:

“Öffnen Sie Ihre Herzen, für alle, die Ihnen Trost spenden wollen.”

Wenn Menschen sich von diesem Unglück bewegen lassen, ihr Herz nicht verschließen, der Verlockung der Verfolgerposition mit ihrem Ruf nach Rache nicht nachgeben, dann kann die Trauer eine Menge bewirken. Eine Erfahrung von Verletzlichkeit, Menschlichkeit, Solidarität und Gemeinschaft.  Das wäre dann die echte Loveparade.

Das Video der Trauerrede.

Der Text der Trauerrede.

Dieser Artikel ist Beitrag 4 von 12 Beiträgen der Artikel-Serie Bemerkenswerte Trauerreden.

Thema: Trauerredner | Kommentare (2) | Autor:

#Juli bemerkenswerte Trauerreden: Heidi Kabel

Mittwoch, 14. Juli 2010 9:17

Ja klar, ich habe Sie auch gekannt. Aber mich hatte sie nicht weiter interessiert. Das Ohnsorg-Theater war nichts für eine Jugendliche, das war für die alten Leute. Ich habe es meinen Eltern überlassen, die Aufführungen im Fernsehen anzuschauen. Heute bin ich selbst im Alter der damaligen “alten Leute” und habe einen etwas anderen Blick. Das Volkstümliche ich mir selbst immer noch fremd, aber ich sehe heute eine Frau, die die Herzen der Menschen erreicht hat. Heidi Kabel starb am 15. Juni im Alter von 95 Jahren.

Weil sie so berühmt war, gibt es nicht nur eine, sondern mehrere Trauerreden, die alle hier zu sehen sind.

Mir selbst gefällt dieses Lied am besten: Die Oma aus dem Internet.

Dieser Artikel ist Beitrag 9 von 12 Beiträgen der Artikel-Serie Bemerkenswerte Trauerreden.

Thema: Trauerredner | Kommentare (0) | Autor: