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Trauerrede anno 1753

Montag, 10. August 2009 11:00

Google Book Search ist eine Dienstleistung des US-amerikanischen Unternehmens Google Inc. mit dem Ziel, das in Büchern gespeicherte Wissen der Welt vorwiegend durch Digitalisierung für die Volltextsuche verfügbar zu machen. (Quelle: Wikipedia) Seit 2007 kooperiert die Bayerische Staatsbibliothek in München mit dem Projekt.  Eine Million urheberrechtsfreier Werke aus den historischen Beständen werden digitalisiert zur Verfügung gestellt.

So die hier zitierte Trauerrede aus dem Jahr 1753. Diese Veröffentlichung, die “kurze aber wehemuthvolle Trauer-Rede auf den weyland Mann und wehrhaften Herrn, Herrn Joseph Anton von Bandel, welchen, zum Leidwesen der ganzen Christenheit, ohnlängstens der Schlagfluss ins Gehirne und in den Beutel getroffen” liest sich wie eine Satire. “Doch halt ein du Thränen-Bach! Stillet euch ihr Schmerzen! Bandel! Der streitende Ritter ist zu seiner Ruhe gekommen.” Das Bedauern hält sich in Grenzen, die Rede gleich einem Nachtritt. “Schall, Knall und Fall aus dem groben Geschütze, denn der Teufel lässet gerne beym Abschied einen Gestanck hinter sich zurücke.”

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Apollo 11 und das gütige Schicksal

Montag, 20. Juli 2009 16:34

Eine nie gehaltene Trauerrede beginnt mit den Worten:

„Das Schicksal hat bestimmt, dass die Männer, die zum Mond flogen, um dort in Frieden zu forschen, auf dem Mond bleiben werden, um dort in Frieden zu ruhen.“

Am 16. Juli 1969 startete mit Apollo 11 der erste bemannte Flug zum Mond, der eine Landung zum Ziel hatte. Alle wussten von dem Risiko, dass die drei Männer vielleicht nicht lebend zur Erde zurückkehren. Hat irgendjemand öffentlich darüber nachgedacht? Zumindest hinter verschlossenen Türen war man vorbereitet. Jetzt ist ein einem Archiv die Trauerrede aufgetaucht, die vorsorglich verfasst wurde. Richard Nixon hätte sie gehalten. Der Suedkurier online berichtet darüber.

Das Schicksal hat bestimmt, dass die Männer zum Mond und zurück flogen. Die Rede war nicht nötig, sie kam ins Archiv, um dort in Frieden zu ruhen. Heute kann die Welt freudig das 40jährige Jubiläum feiern.

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Tod macht Arbeit – gute Arbeit

Freitag, 19. Juni 2009 13:06

funeral © vb_photo #247678

Vier Studentinnen des Studiengangs Kulturarbeit an der Fachhochschule Potsdam haben sich im Rahmen einer Projektarbeit über ein Jahr mit dem Thema Tod und Sterben auseinander gesetzt. Sie fotografierten und interviewten Menschen aus Berufsgruppen, für die der Tod zum Alltagsgeschäft gehört.

Ein Gerichtsmediziner erzählt von seinen Träumen in denen Leichen Skat spielen und von seiner eingeschränkten Risikofreude. Eine Krankenschwester vergisst niemals ihre erste Tote. Ein Bestatter sieht einen Zusammenhang zwischen seinem Beruf und dem Karneval.

In der Hörausstellung berichten 20 Menschen aus Potsdam aus ihrem Berufsalltag in Krematorium, Hospiz, Bestattung oder Gerichtsmedizin und nehmen dabei Stellung zu unserer heutigen Todes- und Trauerkultur. Die Ausstellung ist vom 07.6.2009 – 21.6.2009 im Waschhaus/ Potsdam, also nur noch zwei Tage zu sehen. Eine gute Arbeit. Die sehens- und hörenswerten Begleitmaterialien können für 10 € inklusive Versand bestellt werden bei Tod macht Arbeit.

Thema: Bestatter, Empfehlungen, Friedhof, Trauerredner | Kommentare (3) | Autor:

Konferenz zur Humanistischen Bestattungskultur

Donnerstag, 7. Mai 2009 8:48

Die Konferenz wird von der Humanistischen Akademie Deutschland e.V. u.a. veranstaltet. Die Themen gehen von der Geschichte der weltlichen Bestattungskultur, Soziologische Befunde, die Zukunft deutscher Friedhöfe, die Veränderung des Berufs des Bestatters, neuen Bestattungsformen, weltliche Bestattungskulturen bis hin zur Vorstellung des Humanistischen Bestattungshains in Berlin.

Das Tagungsprogramm zur Geschichte und Perspektiven weltlichen Abschiednehmens bietet Vorträge von namhaften Referentinnen und Referenten. Gegenüber einer früheren Fassung des Tagungsprogramms wurden die Arbeitskreise am Zweiten Tag leider in Kurzvorträge umgewandelt. Das finde ich schade, denn der Austausch der Teilnehmenden ist im Plenum bei einer Vortragsdiskussion immer beschränkter als die gemeinsame Arbeit im kleineren Kreis.

Termin: vom 12. bis zum 13. Juni 2009 in Hannover

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legt an. feuer.

Samstag, 2. Mai 2009 14:05

© Vera Tomankova - Fotolia.com

“Schreib doch mal ein Buch” habe ich öfter gesagt bekommen, wenn ich meine Geschichten aus dem Alltag einer Trauerrednerin erzählt habe. Als Rednerin bin ich nur noch ab und zu tätig. Ein Buch wird es wohl nicht geben. Jetzt habe ich ja diesen Blog. Doch die Geschichten gibt es immer noch.

Einmal wurde ich zu einer Beerdigung gerufen. Ein junger Mann war an Krebs gestorben. Seine Mutter kündigte mir an, dass ein Freund der Familie bei der Trauerfeier auch noch einige Worte sprechen wolle. Ihre Sorge war „hoffentlich spricht er nicht zu lange”. Ich habe versäumt nachzufragen, wer dieser Freund ist und in welcher Beziehung er zu dem Verstorbenen steht. In der Trauerhalle vergaß ich, dass da noch einer reden wollte.

Dafür sprach er am Grab. Er sprach von den ruhmreichen deutschen Soldaten, die für Deutschland im Kampf gegen den Bolschewismus gefallen sind und vom deutschen Heimatboden. Er ließ mit Befehlen eine Kompanie heran marschieren und stillstehen. “Legt an! Feuer!” Die Schüsse waren zu hören. Ein Salut für den Verstorbenen. Er überreichte der betroffenen Mutter des verstorbenen Helden einen Bilderrahmen mit einem Spruch über die Heimat darin. “Er starb im Kampf gegen den Bolschwismus im Dienst der Heimat.” Die Augen aller Anwesenden ruhten auf mir. Ich griff nicht ein in das Geschehen, ich war viel zu überrascht und in einer inneren Suchbewegung, was diese Situation bedeutet. Doch ich wusste, dass dies nicht das letzte Wort am Grab sein würde und gab die Erde ins Grab mit den Worten „Im Tod sind Freund und Feind gleich und miteinander vereint”.

Beim anschließenden Beerdigungskaffee stellte sich heraus, dass der ältere Herr zusammen mit dem Großvater des verstorbenen jungen Mannes in Stalingrad gewesen war. Er kam zurück, jener starb. Aber nur ein Teil von ihm war zurück gekommen. Der andere lebte mit den verstorbenen Kameraden in einer anderen gefühlten Gegenwart. Wir waren am Grab für wenige Momente Zeugen einer vergangenen Zeit.

Thema: Friedhof, Gräber des Krieges, Trauerredner | Kommentare (0) | Autor: