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keine Zeit für alles

Montag, 20. Juni 2011 13:35

© electra8 - fotolia.de

Seit über vier Wochen habe ich keinen Artikel veröffentlicht. Inneres Szenario: die treue Leserschaft springt ab. Mein Blog versinkt in der Bedeutungslosigkeit.

Vor ein paar Tagen hatte ich eine Trauerfeier für einen verstorbenen Liebhaber von Robert Musil zu gestalten. Er hatte mit dem Buch von Musil “Der Mann ohne Eigenschaften” geradezu gelebt. Zwanzigmal gelesen, mit unzähligen Unterstreichungen, Markierungen und Anmerkungen im Buch. Da war es naheliegend, mich etwas mit diesem Werk zu beschäftigen. Es ganz zu lesen, dafür habe ich keine Zeit. Immerhin umfasst es drei Bände, wovon der letzte, unvollendete, 12.000 Blätter umfasst.

Einen wichtigen Satz habe ich darin gefunden, natürlich nicht im gedruckten Exemplar, sondern über eine Internetrecherche.

“Sie litten alle unter der Angst, keine Zeit für alles zu haben, und wussten nicht, dass Zeit haben nichts anderes heißt, als keine Zeit für alles zu haben.” Robert Musil

Wie spricht mir der Mann aus dem Herzen. Voll ins Schwarze getroffen. In meiner Angst, keine Zeit für alles zu haben, was ich hier im Internet, auf dem Blog, bei Xing, Facebook und Twitter angeleiert habe. Meine Unternehmungen werden im Laufe der nächsten Monate neu auf die Beine gestellt und meine Internetaktivitäten gebündelt. Dafür werde ich meine Zeit nutzen. Zu gegebener Zeit melde ich mich hier zurück.

Thema: Blog, Bonmot, Internet | Kommentare (2) | Autor:

nochmal twitter – beerdigung

Sonntag, 7. Juni 2009 10:00

An einem ganz normalen Twitter-Tag treffen sich Menschen in der Twitter-Liste. Die einzige Gemeinsamkeit ist das Stichwort Beerdigung.

Der Tierfreund
# Flubber_normal djflubber Jetzt zur Meerschwein Beerdigung.

Der Menschenfreund
# Bild_home_normal SchoolworksNews @djflubber Herzliches Beileid… Ich komm zur Beerdigung

Der Verbitterte
# Default_profile_normal SchalkerJung Bin ich froh, wenn ich bald nichts mehr mit der buckligen Verwandschaft zu schaffen habe. Nach der Beerdigung will ich sie nie mehr sehen!

Der Gestresste
# Default_profile_normal SchalkerJung Die Beerdigung meiner Oma habe ich neben der Arbeit organisiert. Stress pur!

Der Erschöpfte
# Profilbild_dm_normal hejgen Wieder zurück in Elstal. Heute vormittag war die Beerdigung meiner Großmutter. Werde jetzt in mein Bettchen gehen und Schlaf genießen.

Der Gezeckte
# Simone_dude-kleiner_normal SimQ hat mich doch gestern bei der beerdigung ne zecke erwischt! ja, ich pass auf, dass der kopp auch weg ist, ja ich achte auf die wunde usw

Der Befreite
# Marcus0309_450_normal Thempaxx @saschalobo …am tag meiner beerdigung sein dürfte: reiss dich mal zusammen! Keiner weiss, wie er sich/ob er was fühlt: Ergo:fühl dich frei

Der ganz Schlaue
# Avatar-raw_normal brillenfux @saschalobo wenn ich das in Reli richtig verstanden habe, fängt das leben dann doch erst richtig an!

Thema: Bonmot, Internet | Kommentare (4) | Autor:

Die Social-Media Bestattung

Samstag, 23. Mai 2009 16:00

Versprochen ist versprochen. Ein Beispiel sinnloser Twitter-Nutzung.

Es war zu erwarten, dass die ersten Leute bald live von einer Beerdigung twittern. Einen tollen Namen gibt es auch für dieses Phänomen: Social Media-Bestattung. Das könnte glatt zum Unwort des Jahres gekürt werden. Ein schönes Beispiel bringt der ethority-Weblog.

Kimberly Hoppe, die Reporterin der „Abendzeitung” tippte ständig in ihr Handy während der Trauerfeierlichkeiten für ihren ehemaligen Plattenboss und Bertelsmann-Manager Monti Lüftner. Der Grund: sie zwitscherte und fütterte Twitter mit 140 Zeichen langen Meldungen von der Beerdigung.

„Beerdigung Monti Lüftner. Alle Promis schauen sehr, sehr traurig – auch die Fotografen tragen Schwarz. Wolfgang Seybold schluckt.”

„@ebs Mir muss gar niemand das iPhone wegnehmen. Akku ist gleich leer und die Monti-Beerdigung ist jetzt vorbei #Bussi-Tussi”

Darauf kann ich echt verzichten und sage nur “Tussi-Bussi”

Thema: Friedhof, Internet, Kurios bis Seltsam | Kommentare (2) | Autor:

twitter – noch nie gehört

Freitag, 22. Mai 2009 20:04

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Twittern ist in. E-Mails schreiben out. Ein neue Internet-Mode greift um sich. In meinem Umfeld nachgefragt, kennt kaum ein Mensch den Internetdienst Twitter und um ihn erklären zu können, habe ich quasi als Selbstexperiment einen Account angelegt. Von meinen Erfahrungen will ich hier berichten.

1. Frage: was ist Twitter?

Mit diesem Dienst kann man kurze Nachrichten versenden, die maximal 140 Zeichen lang sein dürfen. Sie können über die Internetseite oder über das eigene Handy eingegeben werden. Sobald ich einen Account angelegt habe, kann ich die 140-Zeichen-Nachrichten empfangen, wenn ich mich bei einem anderen als Follower eintrage. Ebenso kann ich selbst Nachrichten veröffentlichen, die dann an Menschen gehen, die sich bei mir als Follower eingetragen haben. Ebenso können die Nachrichten auch auf Webseiten eingebunden werden. Diese kann ich lesen, ohne zu den Followern zu gehören.

2. Frage: Wozu twittern?

Weiß ich nicht. Um das herauszufinden beginne ich mit dem Experiment.

Schritt 1:  Ich wähle die Internetseite Twitter

Und habe die Auswahl zwischen * Meine Frau überwache * Blind Date Verabredung Mit Einer * Frau Sucht Ihn * Frau Verführt * Kostenloses Blind Date * Winnenden * Fremde Frau Ansprechen * Freundin überwachen * Schweinegrippe. Ich stelle fest, dass ich bei twitter.de auf der falschen Seite gelandet bin, denn die gesuchte Seite ist twitter.com.

Schritt 2:  Ich hole mir bei Leo Hilfe

Das ist ein Wörterbuch im Internet, das ich als Übersetzungshilfe nutze. Twitter lässt mir nur die Auswahl zwischen Englisch und Japanisch

Schritt 3: Ich lege einen Account an

Ab sofort zwitschere ich unter http://twitter.com/Janetzky

Schritt 4: Ich lösche mich als Follower von de

Auf der Suche nach twitter.de hatte ich de in irgendein Feld eingegeben und war plötzlich mit 54 anderen ein Follower von jemanden, der unter dem Namen de twittert (keine Ahnung, wie das passieren konnte).

Schritt 5: Ich will wissen, wieviel 140 Zeichen sind

123456789 123456789 123456789 123456789 123456789 123456789 123456789 123456789 123456789 123456789 123456789 123456789 123456789 123456789

So, jetzt wissen Sie es auch!

Schritt 6: Ich überlege, welche sinnvollen Botschaften wohl ein Bestatter in 140 Zeichen unterbringen könnte

Hr Lebwohl Jg 32 verst heute tot in wohnung geruch nachbarn polizei 14 tage maden schnell Krema nicht so schön sozbestattung wir legen drauf

Ha, genau 140 Zeichen. Klasse diese Technik! Die Twitteritis greift wie eine Seuche um sich. Auf der Strecke bleiben die Inhalte.

Morgen gebe ich dann ein weiteres Beispiel sinnloser Twitter-Nutzung.

Thema: Internet, Kurios bis Seltsam | Kommentare (0) | Autor: